Crowdfunding am Limit

Das Internet liebt Kartoffelsalat

Tausende Dollar für einen Kartoffelsalat? Kein Problem – Crowdfunding macht es möglich, und zeigt allen Kickstarter-Profis, wo die Mayonnaise liegt.

Hmmm, lecker Kartoffelsalat! Screenshot: kickstarter.com

BERLIN taz | Faires Handy, Krautreporter, taz-zahl-ich – wir können alle einpacken. Kartoffelsalat ist das nächste große Ding im Netz. Während Social-Media-Profis rätseln, wie man „die Crowd“ für famose Projekte zur Rettung der Welt, des Bruttosozialprodukts oder des Journalistenberufs begeistern kann, macht ein Zack Danger Brown aus Ohio ihnen vor, was das Internet wirklich interessiert.

Hunderte Unterstützer helfen dem Mann per Kickstarter-Kampagne, einen Kartoffelsalat zuzubereiten. Seine Biografie beschreibt ihn lakonisch als den „Typen, der einen Kartoffelsalat machen wird“. Keine weichgezeichneten Werbevideos, keine aufwändig designten Unterstützergeschenke, nur knallharte klare Ansagen.

„Im Prinzip mache ich nur einen Kartoffelsalat. Ich habe noch nicht entschieden was für einen“. Diese Projektvorstellung inklusive des Risikohinweises („Es könnte nicht so gut werden. Es ist mein erster Kartoffelsalat“) überzeugte zügig die nötigen Unterstützer. Das Erreichen des anvisierten Crowdfundingziels von 10 Dollar war aber noch nicht das Ende der Geschichte.

Mehr und mehr Menschen konnten sich für die Idee begeistern, mit einem kleinen Beitrag Teil einer großen Bewegung zu werden. Und so wurden die Ziele Zack Browns immer ambitionierter. Bei der inzwischen überschrittenen erhöhten Zielmarke von 3.000 Dollar gehören dazu: ein Dankeschön-Video, eine Filmcrew, welche die Zubereitung dokumentiert, eine große Kartoffelsalatparty, zu der besonders großzügige Unterstützer eingeladen sind und die Umsetzung mindestens dreier verschiedener Kartoffelsalatrezepte. Außerdem wird ein Dankeschön-Hut entworfen.

Um es mit dem erfolgreichen jungen Internetunternehmer zu sagen: „Das Internet liebt Kartoffelsalat! Lasst uns zeigen, wie sehr Kartoffelsalat das Internet liebt!“ In diesem Sinne: taz-Café, übernehmen Sie!

Update 09.07., 11:00: Der Kartoffelsalat hat bald 60.000 Dollar gesammelt.

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