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DFB-Gegnerinnen aus JapanFortschritte fern der Heimat

Die deutschen Fußballerinnen treffen auf Japan, die ihnen einst die Heim-WM vermiesten. Der Trend ist trotz Entwicklungsproblemen wieder positiv.

Japans Kapitänin Homare Sawa chippt den Ball mit nur einem Kontakt aus der Drehung exakt in den Lauf von Stürmerin Karina Maruyama. Sie sprintet in den Strafraum. Deutschlands Verteidigerin Saskia Bartusiak kann den Weg zum Tor nicht schließen, Maruyama zieht aus spitzem Winkel ab und schießt Japan ins Halbfinale der WM 2011.

Die Japanerinnen gewinnen die WM in Deutschland, Homare Sawa wird Torschützenkönigin, Spielerin des Turniers und später Weltfußballerin. So viele Spiele wie sie hat im japanischen Nationaltrikot geschlechterübergreifend noch niemand bestritten. Vor Kurzem wurde Sawa in Japans Fußball-Hall-of-Fame aufgenommen.

Nach dem Testspielerfolg gegen Australien (4:2) treffen am Dienstag in Bremen die deutschen Fußballerinnen fünfzehn Jahre nach der Heim-WM erneut auf die Japanerinnen, zum fünften Mal seitdem. Einige der Ehemaligen sind in neuen Rollen mit dabei. Bartusiak ist inzwischen Assistenztrainerin der DFB-Auswahl und WM-Verteidigerin Yukari Kinga im Staff von Nationalcoach Michihisa Kano, der das Team im Mai 2026 übernahm.

Das WM-Viertelfinale von 2011 ist das einzige Spiel, das Japan bei vierzehn Aufeinandertreffen gegen Deutschland gewonnen hat. Die Weltmeisterinnen wurden nach der Katastrophe von Fukushima zu Hoffnungsträgerinnen. Viele Mädchen und Frauen wollten ihnen nacheifern und meldeten sich in Fußballvereinen an. Ligaspiele fanden z. T. vor zehntausenden Menschen statt. Aber wie so häufig im Fußball der Frauen bringt ein Titel allein noch keine langfristige Entwicklung und so ging es nach wenigen Jahren wieder bergab. Nach der WM 2011 stand Japan auf dem 3. Platz der Weltrangliste, rutschte bis 2021 auf den 13. Rang ab, kletterte zurück auf den aktuell 5. Platz.

Mindestgehälter in der heimischen Liga

Laut einer Erhebung des japanischen Fußballverbandes (JFA) sind Volleyball, Basketball und Tischtennis nach Vereinsanmeldungen unter Frauen zwei- bis fünfmal beliebter. Nur 0,1 Prozent der Japanerinnen waren 2023 als Vereinsfußballerinnen registriert, in Deutschland waren es zum gleichen Zeitpunkt immerhin 0,6 Prozent. Die Auswertung ist Teil der „Wachstumsstrategie 2026 bis 2031“, die an ähnliche Dokumente des DFB erinnert.

Über die Bekanntheit und mögliche Titel der Nationalelf sollen die Sichtbarkeit wie Anmeldezahlen steigen. Dafür sollte auch die WE‑League sorgen, Japans erste Profiliga im Fußball der Frauen, gestartet im September 2021 mit Mindestgehältern und verpflichtenden Nachwuchsteams. „WE“ steht für Women Empowerment: Die Liga will den Beruf Fußballerin etablieren, das gesellschaftliche Frauenbild in Japan insgesamt verändern. Die Klubs müssen Frauen in Führungspositionen haben. Bisher kam ein Drittel des Budgets vom Verband, seit 2026 soll sich die Liga selbst tragen.

Sportlich gab es nach der Liga-Gründung laut Spielerinnen einen Qualitätssprung, aber die Entwicklung verlief insgesamt nicht so gut wie geplant. So stiegen die Publikumszahlen nur langsam. In der vergangenen Saison kamen im Schnitt 2.392 Fans, weniger als in der Bundesliga.

Inzwischen ist es üblich, woran sich auch der deutsche Fußball gerade gewöhnt: Die Besten gehen ins Ausland. Bei der WM 2011 spielten nur vier der 21 Spielerinnen in Vereinen außerhalb Japans. Vom aktuellen Kader sind mit Hana Takahashi und Yui Narumiya nur zwei der 23 Nationalspielerinnen in der WE‑League unterwegs. Die meisten ihrer Kolleginnen verdienen ihr Geld in England, vier in den USA und zwei in der Bundesliga: Bayern Münchens Momoko Tanikawa gilt als mögliche Nachfolgerin für die großen Fußstapfen Sawas. Und Werder Bremens Mei Shimada hofft nach ihrem Debüt auf einen Einsatz im Weserstadion.

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