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Galeria in der KriseZoff um Insolvenz

Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz weist Schuld von sich und kritisiert das Management für die Insolvenz. Für die Gewerkschaft sind beide schuld.

Während es in der Unternehmensspitze offenbar Streit um die erneute Pleite geht, hat die Kaufhauskette Galeria einen neuen Verwalter. Der Anwalt Frank Kebekus sei als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt worden, teilte das Amtsgericht Düsseldorf mit. Zuvor hatte Galeria vergangenen Freitag einen Antrag gestellt. Es ist die vierte Pleite innerhalb von sechs Jahren. Der Betrieb in den noch 83 Filialen mit rund 12.000 Beschäftigten soll vorerst weitergehen.

Dass die Geschäftsführung zum Insolvenzgericht gegangen ist, stößt bei Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz auf Unverständnis. Er halte eine Insolvenz „grundsätzlich für vermeidbar“, sagte Beetz am Montag der „Bild“-Zeitung. Die Gesellschafter hättem Galeria in einer schwierigen Lage übernommen und viel Kapital investiert.

Der deutsche Manager Beetz, der rund ein Viertel des Unternehmens besitzt, hatte die angeschlagene Kaufhauskette erst im Jahr 2024 zusammen mit der US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners übernommen. Vorangegangen war eine Insolvenz, in deren Rahmen neun Filialen geschlossen wurden. Galeria gehörte damals dem zwischenzeitlich inhaftierten österreichischen Investor René Benko, dessen Firmenimperium zuvor zusammengebrochen war.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi macht Geschäftsführung wie Eigentümer verantwortlich für die Lage. „Haarsträubende Managementfehler haben zu dieser Entwicklung geführt. In den letzten Jahren sind durch die Gesellschafter keine nachhaltigen Investitionen geflossen“, sagte Silke Zimmer vom Verdi-Bundesvorstand. Es brauche eine schnelle Aufklärung, wie es für die 12.000 Beschäftigten weitergeht.

Dabei ist derzeit nicht klar, ob sie Insolvenzgeld erhalten. Die Lohnersatzleistung erhalten Angestellte im Falle einer Zahlungsunfähigkeit bis zu drei Monate lang von der Agentur für Arbeit. Allerdings können die Angestellten ihren Anspruch verlieren, wenn sich ihr Unternehmen nach einer früheren Insolvenz noch in einer sogenannten Planüberwachung befindet. Und bei Galeria hat das Amtsgericht Essen diese Überwachung im Zuge der Insolvenz von 2024 noch nicht aufgehoben.

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4 Kommentare

  • AuchNeMeinung

    Das Verkaufskonstrukt Warenhaus ist obsolet und hat sich faktisch abgeschafft.



    Wer heute Waren möchte macht sich lokal und im Netz schlau und (zumindest wir) kaufen überwiegen die Ware online.



    Vorteil, es wird gleich geliefert und man muss zum Kaufen nicht in die überwiegend unattraktiven Innenstädt, vor allem da es kaum noch Parkplätze gibt.



    Darüber hinaus gibt es im WWW meist bzw. fast immer die besseren preislichen Konditionen, da zum Einen mehr Angebotswettbewerb und die Kosten der Anbieter im Online Handel deutlich niedriger sind, da Miete und Personalkosten auf das erforderliche Minimum gesenkt wurde.



    Passt es nicht schickt man es wieder zurück.

  • Janix

    Es waren vor allem die Mitarbeiters (übrigens auf sehr großer Fläche und in mehreren Schichten), die mit Gehaltsverzicht unter Druck die Schw*inegewinne der abnagenden Investoren ermöglichten.



    Das Geld lieber denen und die Flächen in Bibliotheken, Stadtverwaltungsflächen, Museen, Basare, Fressmeilen ... umwandeln. Aber nicht künstlich und teuer erhalten, bei aller Nostalgie, was sich nicht mehr trägt, sondern kaputtgespart wurde.



    Kaufhof war übrigens lange profitabel und sehr weit bei Nachhaltigkeit!

  • Horst Sörens

    Rechnerisch kommen 144 Mitarbeiter auf eine Filiale. Möglicherweise könnte das ein Teil des Problems sein.

  • Der dreckich Katz

    Das heißt, der Eigentümer hat die falschen Leute mit der Unternehmensführung betraut? Und "grundsätzlich vermeidbar" wäre eine Insolvenz wenn z.B. der Eigentümer Geld nachschießt.