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Linken-Abgeordnete Vanessa Emde Warum macht sie das?

Susanne Memarnia

Kommentar von

Susanne Memarnia

Die Neuköllner Linken-Abgeordnete Vanessa Emde gefährdet eine rot-grün-rote Koalition in Berlin – mit einem erneuten Bekenntnis gegen ein Existenzrecht Israels.

S ie hat es wieder getan. Vanessa Emde, direkt gewählte Linken-Abgeordnete aus Neukölln, hat in einem frisch auf Instagram geposteten Video das Existenzrecht Israels geleugnet. Schließlich ist es ein „völkerrechtlicher No-Brainer“, wie sie es dort nennt: „Es gibt kein Existenzrecht für Staaten – Menschen haben ein Recht zu existieren.“

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Dass sie damit möglicherweise erneut eine rot-grün-rote Koalition gefährdet, ist ihr offenkundig egal. Vielmehr scheint sie es geradezu darauf anzulegen, SPD und Grünen den nächsten Anlass zu geben, die Gespräche zu beenden. Erst am Dienstagabend hatten sich die Verhandlungsführer ihrer eigenen Partei mit Grünen und SPD wieder zusammengerauft, nachdem die Sondierungen auch wegen solcher Aussagen – und der Frage, wie die Linke damit umgeht – kurz vor dem Aus gestanden hatten.

Emde selbst hatte am Dienstag in der Sitzung der Linksfraktion ein Papier unterschrieben, in dem es unter Punkt 1 heißt: „Wir stehen zum Existenzrecht Israels und für gleiche Rechte aller Menschen in Israel.“ Dass dies für sie nur ein Lippenbekenntnis war, sagt sie im Video recht eindeutig. Die Erklärung der Linksfraktion, die für sie voller „bürokratischer Tricks“ ist, da sie selektiv aus Parteibeschlüssen zitiere, bringe den „Bekenntniszwang zur Zweistaatenlösung“ den „Wahlverlierern als Koalitionsgeschenk“.

Nahost-Debatten

Der Israel-Palästina-Konflikt wird vor allem in linken Kreisen kontrovers diskutiert. Auch in der taz existieren dazu teils grundverschiedene Positionen. In diesem Schwerpunkt finden Sie alle Kommentare und Debattenbeiträge zum Thema „Nahost“.

Ihren Fraktionschefs Elif Eralp und Tobias Schulze tut sie damit keinen Gefallen, im Gegenteil. Wie der Tagesspiegel berichtet, kam der Fraktionsvorstand Freitagmittag wegen des Videos zu einer Sondersitzungh zusammen – SPD und Grüne halten sich noch mit Kommentaren zurück. Würde die „Berliner Erklärung“ zu Antisemitismus, die Rot-Grün-Rot vorige Woche verabredet hat, schon gelten – sie soll Teil des Koalitionsvertrages werden, so dieser denn zustande kommt –, hätten Grüne und SPD nach diesem Video guten Grund zu verlangen, dass Emde aus der Fraktion ausgeschlossen wird.

Dieses Mal mögen sie sich noch herausreden können, dass die Koalition samt „Berliner Erklärung“ noch nicht steht. Aber da Emde ja offenbar selbst unter Bekenntniszwang leidet und das Mantra von der Nichtexistenzrecht von Staaten manisch vor sich und ihren Fans herbeten muss, wird die nächste Provokation unvermeidlich kommen.

Linkes Bündnis wieder aufs Spiel gesetzt

Die Frage ist: Warum macht Emde das? Warum gefährdet sie ein linkes Bündnis für Berlin, in dem es um sehr vieles, sehr Wichtiges geht, auch für ihre Wähler – aber auf keinen Fall darum, den Nahostkonflikt zu lösen?

Und völlig unbenommen von der völkerrechtlichen, also juristischen Frage, ob Staaten an sich ein Existenzrecht haben: Auch wenn Emde offenkundig nicht einsieht, dass das konkrete Existenzrecht Israels aufgrund der deutschen Geschichte ein Essential hierzulande ist, muss doch auch sie den Kontext begreifen, in den ihre Nichtexistenzrecht-These eingebettet ist. Dieser Kontext ist der Gazakrieg, den Emde ebenso bekenntniszwanghaft als Genozid durch Israel bezeichnet, obwohl er in genozidaler Absicht von der Hamas ausgelöst wurde, die seit ihrer Gründungscharta von 1988 die Vernichtung Israels propagiert.

Um es deutlich zu sagen: Sicher will Emde nicht Israels Vernichtung, sie redet von der Ein-Staat-Lösung. Aber abgesehen davon, dass sie diese zwar wollen, aber den Israelis und Palästinensern nicht aufzwingen kann: Eine Antwort darauf, wie Israel einen Staat machen soll mit Organisationen und den dahinterstehenden Menschen, die alle Juden ins Meer treiben wollen, gibt sie nicht. Kurz: Auch wenn sie so tut – eine zündende Idee für die Lösung des Nahostkonflikts hat auch Emde nicht.

Und so ist es letztlich wohl nicht mehr als Prinzipienreiterei, die sie zu ihrem Bekenntniszwang treibt. Emde meint, die Wahrheit erkannt zu haben, und kann nicht von ihr lassen. Alle anderen sind (abfällig gemeint) „Freunde der Staatsräson“, denen sie ein Schnippchen schlagen will, koste es, was es wolle – ein Linksbündnis für Berlin ist ihr offenkundig kein zu hoher Preis. „Keine Fraktion ohne Aktion. Freiheit für Palästina“, schreibt sie am Ende ihres Videoposts.

Hoffentlich bald als „keine Fraktion“ – dann kann Emde allein im Abgeordnetenhaus für ein freies Palästina kämpfen.

Susanne Memarnia

Susanne Memarnia Redakteurin taz.Berlin

Ressortleiterin der Berlin-Redaktion, zusammen mit Erik Peter. Seit 2003 bei der taz, Themenschwerpunkte sind Migration, Soziales, Antirassismus.
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81 Kommentare

  • Joe Jordan

    Die Diskussion um (angeblichen oder realen) Antisemitismus innerhalb der Linken und speziell jetzt auch die Aussagen von Frau Emde,was das Existenzrecht Israels anbelangt,zeigt einmal mehr die ganze Irrationalität,mit der das Thema Nahostkonflikt in Deutschland leider auch heute noch geführt wird.

    Für jeden,der sich auch nur ein klein wenig mit dem Nahostkonflikt beschäftigt hat,müsste eigentlich klar sein,dass die 2-Staaten-Lösung mausetot ist. Die Mehrheit der Menschen in Israel will sie nicht und die Mehrheit der Palästinenser höchstwahrscheinlich auch nicht. Mal davon abgesehen,ist ein lebensfähiger Palästinenserstaat nur schon durch die Dichte an israelischen Siedlungen mittlerweile völlig illusorisch.

    Wenn eine 2-Staaten-Lösung nicht mehr möglich ist,dann muss es langfristig logischerweise die Einstaatenlösung geben. Es sei denn, man ist der Meinung,die Palästinenser im Westjordanland müssten bis zum Ende ihrer Tage unter israelischer Besatzung leben.

    Von daher ist die ganze Aufregung um die "demokratische Einstaatenlösung",welche Frau Emde fordert,für mich in keinster Weise nachvollziehbar.....sie orientiert sich schlicht und einfach an der heutigen Realität.

  • wheredallthegoodpeoplego

    Das Verhalten der Frau Emde lässt den Schluss zu dass sie keine Politikerin ist, sondern eine Aktivistin mit Mandat. Das ist meines Erachtens ihr Geschäftsmodell, öffentlich finanziert. Mit Pensionsanspruch. Und sie transportiert genau das, wofür sie ihre Wähler gewählt haben. Die Linke hat nur eine Möglichkeit, sich hier ehrlich zu machen, und die hiesse Parteiausschluss. Gleiches mit Ferat Kocak.

  • peter3

    Ich finde es gut, dass Emde an ihrer Position festhält und bin eher von der Linken-Spitze enttäuscht, der Antisemitismus-Hetzkampagne der letzten Wochen nicht stärker entgegenzutreten. Für mich ist klar, dass das Kapital und konservativ-rechte Akteure antiisrealisische Positionen als antisemitisch Hetze verklären, um unter anderem eine Regierungsbeteiligung der Linken und die damit verbundene Immobilienenteignung zu verhindern. Dass dafür der Antisemitismusvorwurf als Werkzeug verwendet wird, finde ich beschämend.



    Dass Israel Genozid in Gaza durchführt ist keine Privatmeinung, sondern wird von Genozidforschern und NGOs (Amnesty etc.) vertreten. Dementsprechend ist es unfassbar wichtig, eine klare Haltung gegen den Genozid an Palästinenser beizubehalten, besonders in einem Land, das durch Rüstungsverkäufe



    diesen aktiv unterstützt.



    Keine Regierungsbeteiligung ist es



    wert, wenn im Gegenzug Kritik an einem



    genozidalen Staat unterdrückt wird und ich wünschte, das würde die Linkenspitze auch so sehen.

  • ja wirklich?

    Möge diese Frau doch gerne alleine ihren Weg gehen - "als Anti-Imperialismus getarnter Antisemitismus", das trifft es recht gut, was sie verbreitet. Sie scheint in einem engen Tunel zu stecken.

  • Egil

    Danke für diesen Kommentar, dem ich voll und ganz zustimmen kann. Im "Tagesspiegel" habe ich eben gelesen, dass der Fraktionsverstand der PdL bezueglich Frau Emde festgestellt habe, dass eine „Gemeinsame Arbeitsgrundlage nicht gegeben“ ist.



    Ich hoffe dass damit ein heilsamer Säuberungsprozess in der Partei einsetzt und respektable Politikerinnen wie Elif Eralp und andere vernünftige Politik betreiben können. Nach dem alters- und gesundheitsbedingten Zurücktreten von Petra Pau, Gregor Gysi etc. ist da ja leider sehr viel Leerstand entstanden, die Figuren wie Emde, Kilani etc. willig ausfüllten. Letztere dürfen gerne das tun, was sie am besten können: hetzen, besserwissen, spalten und Splittergruppen gründen.



    Auch wenn es dann wohl bei der nächsten Wahl weniger Stimmen von Israelhassern gibt, könnte damit ein progressives, links-liberales Bündnis entstehen, welches Deutschland dringendst benötigt.

  • Wondraschek

    Der Staat Israel und die Hamas haben leider eine Gemeinsamkeit: Sie wollen die andere Seite vernichten und einen Staat vom Jordan bis zum Meer errichten. Die einen propagieren das offen, die anderen bestreiten das offiziell, sind aber täglich bei der Umsetzung. Mir sind beide Standpunkte zuwider, davon kann mich auch die Berufung auf Deutschlands Verantwortung nicht abbringen. Mnschenrechte sind unteilbar.

  • Cyrus Amin Parsa

    Guter Beitrag, auf den Punkt gebracht.

  • Il_Leopardo

    Offensichtlich stehe ich auf dem Schlauch!



    Die Forderung nach einer „demokratischen Einstaatenlösung“ „mit gleichen Rechten für alle Menschen“ dürfe nicht kriminalisiert werden und sei politisch legitim." (Frau Emde)



    Wieso warfen ihr die Medien daraufhin die Verneinung des Existenzrechts Israels und Antisemitismus vor?



    Und noch etwas: Diese ganze Erklärungen der Linken sind wirklich eine Farce - ein Schmierentheater!

  • Querbeet

    Weil sie Marx21 nahe steht und kein Interesse an einer Beteiligung der Linken an einer Regierung hat. Weil sie das System als Ganzes ablehnt und kein Teil davon sein will.

  • DonkeeeyKong

    Die Menschen in Berlin haben mehrheitlich eine bestimmte Vision von Politik gewählt. Und diese Frau scheint sehr engagiert daran zu arbeiten, dass den Menschen diese Vision verweigert wird. Und das wegen Themen, die in der Berliner Landespolitik weder entschieden werden noch eine Rolle spielen.



    Andere Themen, die sehr wohl eine Rolle spielen für die Menschen in Berlin, werden womöglich nicht angegangen werden wegen solcher Spielchen. Aber die scheinen für Emde genausowenig eine Rolle zu spielen wie die alltäglichen Sorgen dieser Menschen … Eine Schande!

  • Daniel Petersen

    Wenn Staaten kein Existenzrecht haben, dann eigentlich auch nicht ihr geliebtes Palästina!

  • Hubertus von Mainberg

    Auch rot-rot-grün wird nicht dafür sorgen, dass die grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigt werden - weil sie das nicht können. Um das zu bewerkstelligen, müsste in großem Stil verhindert werden, dass einige wenige auf Kosten von sehr vielen sehr gut leben - und das will keine im Parlament vertretene Partei, weil das würde voraussetzen, dass umfangreich entschädigungslos enteignet werden müsste.

    Gleichzeitig ist es Konsens unter Völkerrechtlern, dass derzeit ein Genozid in Gaza stattfindet.



    Gleichzeitig ist es Konsens im Völkerrecht, dass Staaten kein Existenzrecht haben.

    Unter diesen Gesichtspunkten finde ich es durchaus verständlich, dass die dargestellte Politikerin sich für die Armen und Schwachen einsetzt, anstatt hier weiter das System zu stützen, das nie Mehrheit der Bevölkerung unterdrückt.

  • nihilist

    Ja gut, wenn ihr das Bekenntnis wirklich so wichtig ist, muss die Linke sie eben doch aus der Fraktion ausschließen.

  • Ricky-13

    taz: *Dass sie damit möglicherweise erneut eine rot-grün-rote Koalition gefährdet, ist ihr offenkundig egal.*

    Dann ist Vanessa Emde für 'Die Linke' eine Belastung geworden, da sie einer rot-grün-roten Koalition in Berlin nicht nur im Wege steht, sondern der CDU auch noch weiterhin "Munition" gegen 'Die Linke' liefert. Wenn Vanessa Emde nicht begreift, dass es hier in erster Linie um Berlin geht und man eine konservative - vielleicht sogar eine rechtskonservative - Regierung verhindern muss, dann sollte man sie in die Freiheit entlassen, wo sie ihre Meinung dann ungeschminkt herausposaunen kann.

  • TheBox

    ... und der Spiegel berichtet, Ferat Kocak (der ja niemanden aus dem Clanmilieu kennt, ganz großes Ehrenwort) hätte vor einiger Zeit persönlich in Issa Rammos Büro als Bittsteller vorgesprochen. Was für ein Verein ist die Linke in Berlin?

  • TGV

    Um es mit den Worten der israelischen Linken zu sagen: Israel existiert, das kramphafte Festhalten an dem Existenzrecht Israels ist in dem Sinne realitätsfern und verunmöglicht die meiste sachliche Kritik am Handeln der israelischen Regierung.

    Was das noch mit der deutschen Vergangenheit zu tun haben soll, bleibt oft unbegreiflich und macht eher den Anschein einer Stellvertreterdebatte, die rein gar nichts mit der Politik für Berlin zu tun hat.

    Und hilft natürlich auch dabei, Sachsen-Anhalt und den ohne Zweifel in grösserem Maße vorhandenen Antisemitismus anderer Parteien zu verschleiern.

  • Josef 123

    In vielen Kommentaren wird darauf rumgeritten, ob es völkerrechtlich ein Existenzrecht von Staaten gibt oder nicht.



    Das ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant. Es geht um etwas ganz anderes, und Frau Emde hat irgendetwas unterschrieben, das sie garnicht interessiert und von dem ihr von vornherein klar war, daß sie sich nicht dran halten wird. Das war absehbar und wurde von viele seither schon entsprechend kommentiert.

  • mumba

    Ich teile weder Emdes Haltung noch Standpunkte. Jedoch ist sie in ihrem politischem Handeln konsequent und prinzipientreu. Das sieht bei den zukünftigen Koalitspartnern ganz anders aus: Deren "Mahnen und Warnen", das hingebungsvoll in jedes Mikrofon gehauchte"Nie wieder", gerade der SPD, entlarvt sich jetzt als politmodisches Accessoire zum Distinktionsgewinn, ebenso das martialisch in den Status gestellte "Je suis Charlie". Das sehr schnell in der Schublade verschwindet, weil es beim Rennen zu den Freßtrögen der Demokratie stört. Die Lippenbekenntnisse werden nicht nur von den Linken abgegeben.

  • Katharina Reichenhall

    Die Frage ist doch, wie viele der Berliner Linken denken wie Frau Emde. Ich denke nicht, dass sie mit ihren Überzeugungen allein steht. Offensichtlich hat die Berliner Linke ein massives Antisemitismusproblem.

  • Anton Wernitsch

    Aus der Ablehnung der Existenzberechtigung einer bestimmten staatlichen Ordnung folgt logisch nicht die Ablehnung der Menschen, die in diesem Staat leben, oder der ethnischen beziehungsweise religiösen Gruppe, mit der er sich identifiziert. Staaten haben kein Existenzrecht, Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung. Sich zu irgendeinem Existenzrecht zu bekennen ist ein reines politisches Lippenbekenntnis.

  • rosengrob

    Wer solche Freund*innen hat braucht keine Feinde. Praktisch. Subjektiv (un-)moralisch reine Weste um jeden Preis behalten. Die eigene Blase feiert die tolle Standhaftigkeit,100 Prozent narzisstische Zufuhr erfolgt. Alle gehen zufrieden nach Hause. Alle gut. Nur ist das keine politik.ä die irgendwas über die Ziellinie bringt. Leude!

  • Querbeet

    Emdes Agieren ist so sinnlos wie das Putin-Papier von BSW und AfD in S-A.



    Hauptsache die eigene Peer Group kriegt die simplen Botschaften zu hören, die sie hören will.

  • Klaus Waldhans

    Ich weiss nicht, was was Frau Emde bezweckt. Es deutet aber einiges darauf hin, durch diese ständig provozierenden Äusserungen, eine rot-rot-grüne Regierung verhindern zu wollen. Dann würde ich als LINKE einen Schlussstrich ziehen, und sie zumindest aus der Fraktion schmeißen.



    Und zum politischen Inhalt dieser Aussagen, hülle ich mich lieber in Schweigen.

  • felis faber

    Es ist völlig egal, ob Frau Emde recht hat, es kommt darauf an, ob ihre Aussagen der Linken und ihren Zielen nützen.



    Das ist nicht der Fall, und deshalb muss die Fraktion sie wieder ausschließen.

  • shitstormcowboy

    Warum tut jemand das was er tut? Kann einen interessieren, muss es aber nicht. Das Existenzrecht Israel ist in Deutschland sakrosankt. Das erklärt sich aus seiner Geschichte und ist hoffentlich unumstößlich. Das gilt für jede Frau und jeden Mann. Wer das anders haben will, hat in der Politik nichts verloren und in Deutschland auch nicht.

  • Phandersaa

    Gute Analyse. Erwächst der Linken mit Frau E. eine neue Sahra? Möglich wär's.

  • Heinz Willfrisch

    Bei Israel hört schon schnell bei uns das logische Denken auf. Also: es gibt kein Existenzrecht für keinen Staat im Völkerrecht. Das ist kein Antisemitismus, das ist Fakt. Weshalb auch Medien mit Rechtsabteilung Sie deswegen nicht als Antisemitin bezeichen. Auch sonst sind Ihre Aussagen alle von der Meinungsfreiheit gedeckt. Auch wenn ich sie nicht teile, es ist schon ne Schande, wie schnell man in Deutschland beim Thema Israel in der Antisemitenecke landet.

  • Šarru-kīnu

    Das Lippenbekenntnis vorher war doch sowieso verlogen. Als ob irgendein selbsterklärter Antizionist jemals von seiner Obsession ablassen könnte. So gibt es dann wahrscheinlich also weniger gute linke Politik für die Berliner vor Ort aber das ist Ideologen sowieso Schnuppe.

  • DiMa

    "Warum macht sie das?"

    Darüber kann man natürlich nur spekulieren. Vermutlich gehört sie zum Kreis der Links-Linken, die ohnehin nicht in die Regierung wollen. Und da ihr Verhalten halt klassisch aktivistisch anmutet, muss es ja auch keine als rational erscheinende Antwort geben.

    Die richgtige Frage müsste eher lauten:

    "Kann man mit diesen Linken überhaupt regieren?"

    Diese Frage dürfte für Grüne und SPD eher relevant sein und die jeweiligen Bundesparteien haben sich dazu ja bereits geäußert.

  • Bürger L.

    "Um es deutlich zu sagen: Sicher will Emde nicht Israels Vernichtung, sie redet von der Ein-Staat-Lösung."

    Dann lasst es doch damit gut sein!

    Ich kenne Frau Emde nur aus Zeitungsberichten - aber vielleicht wiederholt sie die Formulierung bezüglich des Existenzrechts von Staaten nur, weil es ihr gegen die Würde geht, sich von politischen Taktierern die Wortwahl vorschreiben zu lassen.

    Ich würde es sehr bedauern, wenn gerade in einer Zeit des Erstarkens rechtsradikaler Kräfte, die Bildung einer links grün rote Regierung scheitern würde.

    Ob es geschickt und notwendig ist, sich im Vorfeld wie Frau Emde zu äußern, sei mal dahingestellt.



    Ihr deshalb schon mal vorsorglich die Schuld im Falle eines eventuellen Scheiterns anlasten zu wollen, halte ich für abwegig.

    Dazu ist das Thema "Existenzrecht von Staaten" zu vielschichtig, um es an zwei/drei Schlagworten festmachen zu können.

    Vielleicht einfach mal im "guten alten" Wikipedia nachlesen:



    de.wikipedia.org/w...stenzrecht_Israels

    • Bürger L.

      @Bürger L.:

      Aktualisierter Nachtrag:



      Wenn die Fraktionsführung der Berliner Linken sich jetzt von Frau Emde distanziert, weil sie die von ihr gerade erst unterschriebene Fraktionsvereinbarung wieder infrage stellt, ist das nur konsequent.



      Über die Frage, ob Staaten generell aus völkerrechtlicher Sicht ein Existenzrecht haben, mag man ja philosophieren können - in der aktuellen Situation scheint es der Frau Emde allerdings doch um mehr zu gehen. Die "Wagenknecht-Zeiten" mit ihren endlosen internen Querelen kann sich kein/e Linken-Wähler*in zurück wünschen.

      Die Linke wird nur ein ernstzunehmendes Gegengewicht zu den rechts-nationalen Rassisten bilden können, wenn sich die Fraktionsmitglieder zumindest an die intern ausgehandelten Vereinbarungen halten.

      Mein Vorwurf an Teile der SPD und der Grünen, die historische Dimension der aktuellen Bedrohung von rechts offenbar noch nicht erkannt zu haben, richtet sich natürlich auch an die Mitglieder der Linken, die ,unabhängig von ihrer Haltung in der Palästinafrage, nicht zur Kenntnis nehmen können oder wollen, dass es jetzt vorrangig um die Sicherung der Demokratie in unserem Land geht.

    • Hugo

      @Bürger L.:

      Als alter Anarchist halte ich Nationalstaaten für Blödsinn (siehe aktuell z.B. ma wieder Wettrüsten). Realpolitisch isses halt auch Käse, wemmer Nationalstaaten so wie ich blöde findet, dann ausgerechnet bei Israel/Palästina anfängt, Tips zu geben.

    • Éljen a Magyar

      @Bürger L.:

      Die Ein-Staat-Lösung wäre das Ende des jüdischen Staates Israel und damit das Ende des einzigen jüdischen Staates weltweit.

    • Meister Petz

      @Bürger L.:

      Nun, sie freut sich über „Geländegewinne gegen die Staatsraison“. Die Staatraison, von Merkel 2008 formuliert, ist „die Sicherheit Israels“. Wenn sie also gegen die Sicherheit Israels ist und dafür auch noch bellizistische Rhetorik bemüht: was sonst kann ihr Ziel sein als die Vernichtung Israels?

    • Thomas Raukamp

      @Bürger L.:

      Wo kämen wir denn dahin, wenn wir zur Abwechslung mal so unaufgeregt handeln würden, wie Sie vorschlagen? Spaß beiseite: volle Zustimmung.

  • Michael Andreas

    Wann kam eigentlich der Gedanke auf, dass es einen relevanten Unterschied für die Menschen in Nahost ergibt, ob man sich in irgendwelchen Neuköllner Wohnküchen für oder gegen das Existenzrecht Israels ausspricht. Ist anscheinend sowas wie eine Ersatzreligion geworden. Samt politischen Religionskriegen.

  • elektrozwerg

    Nicht mal 3 Tage hat die "Satzung" der Linkenfraktion in Berlin gehalten. Offensichtlich ist die Frage "Regierung oder Antisemitismus" schwerer zu beantworten als erhofft.

  • Puky

    Wenn SPD und Grüne noch ein bisschen Selbstachtung haben, werden sie sich nie wieder an einen Tisch mit den Linken setzen. Der Antisemitismus scheint dort strukturell verankert zu sein.

  • Ruhig bleiben

    Ach ja, als Anti-Imperialismus getarnter Antisemitismus.

    • Francesco

      @Ruhig bleiben:

      Das ist zunächst mal eine bloße diffamierende Behauptung.

    • Bambuspanda

      @Ruhig bleiben:

      Das eine schließt das andere ja durchaus nicht zwingend aus.

  • Bambuspanda

    De facto gibt es tatsächlich kein Existenzrecht von Staaten im Völkerrecht.



    de.wikipedia.org/w...stenzrecht_Israels

    Auch interessant:



    www.deutschlandfun...ist-nicht-100.html

    Im Völkerrecht gilt jenes "Existenzrecht" ausschließlich für Völker und allen Menschen, was letztlich ja auch logisch sein sollte.

    Die Problematik was jenes "Existenzrecht" für Staaten betrifft, würde ja auch heißen, dass selbst auch ein noch so großer Unrechtsstaat, per se ein "Existenzrecht" hätte, wie zB das Mullah-Regime im Iran, was allein schon aberwitzig wäre, wenn es gleichzeitig das "Existenzrecht" für Israel leugnet.

    Ebenso täte es sogar den Angriffskrieg Putin-Russland auf die Ukraine legitimieren, denn der sah ja durch die Nato-Erweiterung die Existenz Russlands bedroht.

    Insofern macht es also durchaus Sinn, dass es im Völkerrecht kein "Existenzrecht" für Staaten geben kann.

    Allerdings kann ich das Verhalten von Frau Emden nicht im geringsten nachvollziehen!



    Erst einer Sache zustimmen und dann diese wieder verneinen.



    Einem solchen Menschen ist für mich nicht mehr zu vertrauen.

    • JSch

      @Bambuspanda:

      Das Völkerrecht beinahltetdas Existenzrecht von Völkern, einschließlich ihrer Souveränität. Diese wird de facto durch Nationalstaaten geregelt. Also gibt es de jure kein Existenzrecht für Staaten de facto schon.

    • rabu

      @Bambuspanda:

      „ Im Völkerrecht gilt jenes "Existenzrecht" ausschließlich für Völker und allen Menschen, was letztlich ja auch logisch sein sollte.“

      Insofern greift das Mantra „Staaten haben kein Existenzrecht“ aber zu kurz. Denn Israel ist der Nationalstaat des jüdischen Volkes und Ausdruck seines Rechts auf nationale Selbstbestimmung. Wenn man dieses akzeptiert, sollte man au

      Der Verweis auf Diktaturen ist ebenfalls eine Nebelkerze: erstens kann in einer Diktatur ein Volk sich ja gerade nicht selbstbestimmen, zweitens hat dann zwar die Diktatur keine Existenzberechtigung, aber das Land als solches vielleicht trotzdem, nämlich als Nationalstaat.

      Auch Russland hat natürlich kein Recht, einen Angriffskrieg gegen eine andere souveräne Nation zu führen, auch wenn es sich eine Bedrohung herbeihalluziniert. Das Selbstbestimmungsrecht gilt selbstverständlich auch für Ukrainer*innen.

      • Bambuspanda

        @rabu:

        "Denn Israel ist der Nationalstaat des jüdischen Volkes und Ausdruck seines Rechts auf nationale Selbstbestimmung."

        Also wenn Sie das Völkerrecht nicht akzeptieren wollen, in der es kein "Existenzrecht" für Staaten gibt, dann müssten Sie fairer Weise im mindesten auch den Palästinensern ebenso ein "Existenzrecht" auf einen eigenen Staat zu billigen.

        Ebenso zB die Basken und noch viel mehr die Kurden müssten dann ja wohl auch ein "Existenzrecht" auf ihren eigenen Staat haben.



        Aber lassen wir dies bei Seite.

        Haben die Palästinenser, die dort schon seit mehr als 1000 Jahren den Großteil der Bevölkerung bildeten, ebenso ein "Existenzrecht" auf einen eigenen Nationalstaat, wie Sie diesen auch dem jüdischen Volk im israelischen Teil, des ursprünglichen Palästinas zubilligen?

    • RosaProsa

      @Bambuspanda:

      Danke für diesen Kommentar und die Einordnung.

      Dennoch ist es wirklich alles andere als schlau, als Politikerin einer Partei, aus der die Mehrheit dafür ist, die Regierung in Berlin anzuführen, darauf herumzureiten, weil ja auch völlig klar ist, dass die Mainstream-Medien und CDU+Konsorten das wieder nutzen und ausschlachten werden. Mal abgesehen wie rücksichtslos das den Wähler:innen ggü ist, die die LINKE gewählt haben, damit sich in Berlin endlich etwas ändert.

      Kindergarten: es ist klar, dass eine Landesregierung diesen Konflikt nicht lösen wird und auch keinen großen Einfluss darauf hat. Es ist zum Fremdschämen!

    • Kaboom

      @Bambuspanda:

      De Facto ist real die territoriale Integrität der Länder bzw. der Grenzen der Länder an mehreren Stellen im Völkerrecht festgehalten. Und selbstverständlich gilt das für alle Staaten. Sogar für Unrechtsstaaten wie den USA, deren Existenz auf Landraub beruht, und deren Wohlstand auf Sklaverei. Insofern ist selbstverständlich das Existenzrecht aller Staaten inklusive Israel in ihren aktuellen Grenzen im Völkerrecht an diversen Stellen verankert.



      Lächerlich ist an dem Vorgang allein, dass exklusiv über das Existenzrecht Israels diskutiert wird, aber nie über das Existenzrecht Syriens, des Libanon oder des Iran. Um nur mal 3 Beispiele zu nennen.

    • Troll Eulenspiegel

      @Bambuspanda:

      Dieses Existenzrecht ist eine Entschuldigung an die Juden nach dem Dritten Reich, sowie an vielen weiteren Pogromen und Verbrechen. Das ist ein Sonderstatus, ein Safe Space.

      Wenn aber kein Staat ein Existenzrecht haben soll laut Völkerrecht, dann braucht ja Palästina auch keines, oder? Wäre mir recht, dann bitte auch weiterspinnen den Gedanken, dass keine Grenzen mehr weltweit existieren und Juden keine Pogrome mehr befürchten müssen.

    • Troll Eulenspiegel

      @Bambuspanda:

      Dieses Existenzrecht ist eine Entschuldigung an die Juden nach dem Dritten Reich, sowie an vielen weiteren Pogromen und Verbrechen. Das ist ein Sonderstatus, ein Safe Space.

      Wenn aber kein Staat ein Existenzrecht haben soll laut Völkerrecht, dann braucht ja Palästina auch keines, oder? Wäre mir recht, dann bitte auch weiterspinnen den Gedanken, dass keine Grenzen mehr weltweit existieren und Juden keine Pogrome mehr befürchten müssen.

  • vieldenker

    Sie muss schon einen sehr speziellen Fanclub haben. Erinnert mich an manch dogmatische Linke zu Studentenzeiten. Die wussten immer genau, was sie nicht wollten und schimpften über alle aktiven Anpacker*innen.

  • Axel Schäfer

    Warum lässt man sich in einem Landesparlament zur Wahl stellen, wenn man nicht nicht ernsthaft politische Verantwortung übernehmen möchte und warum bringt man nur äußerst umstrittene außenpolitische Themen mit?



    Wenn man nur Theater machen möchte aber nichts bewegen? Was soll dass, denkt Frau Emde die unterdrückten Massen schließen sich ihrer trotzkistischen Fraktion der Verwirrung an?

    • Querbeet

      @Axel Schäfer:

      Vermutlich hofft sie das. Wird aber nix.

    • Vigoleis

      @Axel Schäfer:

      Naja, die "unterdrückten Massen" haben Fr. Emde, ihre trotzkistische AG und all die anderen teils ebenfalls so oder so radikaken Gruppierungen, die unter dem Dach der Linken agieren, mitgewählt. Das war alles vorher bekannt. Hinterher zu sagen, man habe nichts gewusst, gilt als Entschuldigung, hier wie bei anderen Gelegenheiten auch gern bemüht, nicht.

  • Comerade Aardvark

    Einerseits gibt es gute Gründe, als "echte" Linke gegen das Zustandekommen der linken Koalition zu arbeiten, deren Versprechen sehr wahrscheinlich an Sachzwängen mit Realitätsbezug zerbrechen werden, und andererseits, Frau Memarnia schreibt von "Bekenntniszwang", kann sowas ja durchaus krankhafte Züge annehmen.

  • Arne Babenhauserheide

    Danke für die Hintergründe zu Berlin und für die Hintergründe zu Israel und Gaza!

    An dieser Stelle spannend wäre investigativer Journalismus, um die aufgeworfenen Fragen zu beantworten.

    "Warum macht Emde das? Warum gefährdet sie ein linkes Bündnis für Berlin, in dem es um sehr vieles, sehr Wichtiges geht, auch für ihre Wähler – aber auf keinen Fall darum, den Nahostkonflikt zu lösen?"

    Und: was hat sie dazu gebracht, dass sie das heute macht, und was bringt sie dazu, das weiterzumachen?

    Denn die Antworten darauf im Artikel klingen bisher eher nach Vermutungen.

  • Paul Meier

    Genossin Emde ist, wie andere Teile in der PdL (insbesondere aus dem Spektrum der Antiisraelfront), eine Maximalistin. Es wird für sie nichts zufriedenstellendes geben, außer ihre Forderungen werden übernommen.

    Als Partei muss man sich die Frage stelle ob man sich von solchen Leuten, unabhängig vom Nahostkonflikt, auf der Nase herumtanzen lassen will. Diese Angriffe sind ja nichts neues, offensichtlich muss der Umgang mit ihnen geändert werden.

    Neukölln hat, mit dem Konzert von Dahab Flex, Elif Eralp auf der Zielgeraden ohne Not in die Knie getreten und ich bin ohnehin überrascht, dass sie und die Parteiführung sowas mit sich machen lässt. Aber eventuell hat der fanatische Antizionismus in der Linken doch einen so fest verankerten Platz, dass man sich das nicht erlauben will - ich für meinen Teil hoffe, dass es nicht so ist.

  • Michael Darchinger

    Ich verstehe nicht warum man diese Dame aus der Fraktion nicht ausschließt damit diese ot rot grüne Regierung in der Hauptstadt zustande kommt. Denn nur Bündnisse links von der Mitte können uns vor dem Faschismus bewahren. Mit den Rechtskonserativen von CDU/CSU ist nicht zu rechnen . Sie haben doch schon einmal in der deutschen Geschichte als Steigbügelhalter für den Aufstieg der Faschisten fungiert. In Bezug auf Antisemitismus müssen SPD und Grüne eindeutig sein. Das sollte die Linke in Berlin verstehen und halt dann auf die antisemitischen Stimmen in Neukölln und anderen Vierteln in Berlin in Zukunft verzichten.

  • FtznFrtz

    Ideologische Verbohrheit und spießig-kleingeistige Intoleranz, leider auch bei der Linken anzutreffen. Am Ende wird es Kenia in Berlin und die Linke landet in der Opposition. Na toll.

  • Mr. Hello

    Existenzrecht, Staatsräson. Das alles ist ja nicht einmal das größte Problem.

    Fr. Emde wird am „Zündfunke“-Kongress des Vereins „Sozialismus von unten“ teilnehmen. Kilani ist übrigens auch dabei.

    Auf dem Flyer dazu wird Israel als Terrorstaat bezeichnet, während beim Iran und seinen Verbündeten in positivem Framing die Frage gestellt wird: Achse des Widerstands gegen den US Imperialismus? Was für ein Weltbild teilt bitte diese Szene?

    Auch die Hamas ist für diese Gruppe keine „Terrororganisation“ - das stelle eine „Diffamierung des palästinensischen Befreiungskampfs“ dar.

    Die Verbrechen der Hamas vom 7. Oktober 2023 werden ebenso verklärt: Palästinensische Gruppen hätten an diesem Tag „gezielt und erfolgreich Militäreinrichtungen angegriffen“, das falle „unter das Recht auf bewaffneten Widerstand gegen Besatzung“.

    Das ist das Denken, das in diesen Kreisen vorherrscht. Es ist eben keine Hetzkampagne. Es ist einfach Realität.

  • Simon Lübbers

    Ich würde an dem Punkt auch sagen: "Schmeißt sie raus und gut ist." Sie will ja auch offensichtlich die Regierungsbildung sabotieren. Ich fürchte aber, dass die SPD diese erneute Äußerung jetzt als endgültigen Vorwand für den Abbruch der Gespräche nimmt, unabhängig davon, wie die Linke mit Emde verfährt.

  • Offebacher

    Wieso hat Frau Emde dann das Papier unterschrieben? Wenn es wirklich die Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Linkenfraktion war, müsste diese sie jetzt rauswerfen. Wenn nicht, ist es ein Stück Papier ohne Wert, was dann aber die bisherigen Stellungnahmen zu den Sondierungsgesprächen bestenfalls als falsch, eher aber als Lügen hinstellen würde.

  • behr Behr

    Es besteht der Eindruck, dass alle politischen Akteure Frau Emde zu wichtig nehmen und zuviel Aufmerksamkeit widmen, einschließlich sie selbst.

    • Martin Sauer

      @behr Behr:

      Frau Emde soll Mitglied der Berliner Regierungskoaltion werden. Und wenn Sie mit der Berliner Linke das Existenzrecht von Israel schriftlich bestätigt und ein Tag später widerruft mus man darüber reden, da gibt es keine Denkverbote.

    • AuchNeMeinung

      @behr Behr:

      Hm gilt das dann auch für die Herren



      Rasch, Tillschneider, Höcke?

      bzw ab wann sollte jemand genügend Aufmerksam erhalten

  • RenitenterBoomie

    Ich würde nun Vanessa Emde in der Form rausschmeissen, dass die gewählte Linksfraktion im Abgeordnethaus ihr das Vertrauen entzieht, weil es kein Vertrauensverhältnis gibt. Frau Emde mag in Neukölln das Direktmandat beachtlich errungen haben. Das beinhaltet aber nicht, dass die Wählenden Neuköllns ihr das Mandat erteilten, eine Rot-Rot-Grüne Koalitionsregierung zu verhindern.

    Die Wählenden durften zu Recht davon ausgehen, eine parlamentarische Vertreterin und nicht eine kleinbürgerlich querulantische Pseudo-Revolutionärin zu bekommen, die sich offenbar anschickt das destruktive Erbe von Sarah Wagenknecht anzutreten. Einschliesslich der Gemeinsamkeit: Die mühselige fachpolitische Kleinarbeit im Parlamentsmandat ist ihre Sache nicht.



    Stattdessen ist das nur gut bezahlte Bühne für die egozentrische Selbstdarstellung angeblich politisch militant-redlicher Wahrheiten.

    Aber für diesen Teil des Kampfes gibt es außerparlamentarisch andere Orte.

    Vanessa Emde stiehlt ihren Wählenden die parlamentarische Vertretung. Organisiert aber gleichzeitig keinen ausserparlamentarischen Widerstand. Beide Organisationsformen sind nötig. Keine von beiden gehört sie an.

    • Comerade Aardvark

      @RenitenterBoomie:

      Haben Sie die Reaktionen gerade auch der Neuköllner Basis auf die mögliche Berliner Erklärung und das "Antisemitismus-Papier" der Fraktion mitbekommen? Die haben Frau Emde gerade deshalb gewählt, weil sie so ist, wie sie ist. Wenn die aus der Fraktion fliegt (was zwingend nötig ist), dann sind die nicht um ihre Repräsentation betrogen.

    • Chris McZott

      @RenitenterBoomie:

      Ich halte es für wahrscheinlicher, dass ihre Neuköllner Wähler 100% ihrer Position stehen.

  • Kaboom

    Es liegt in der Natur der Sache (meint hier: der politischen Linken), dass es Leute gibt, die meinen, im Besitz der einen, einzigen, unteilbaren Wahrheit zu sein. Und da gibt's dann eben keine Taktik, keine Kompromisse, kein taktisches Verhalten.



    Das ist so, und das war schon immer so.



    Deshalb regieren fast überall Konservative öfter und länger als Linke. Weil manchen Linken die "politische Selbstbefriedigung" wichtiger ist als die Macht.

  • Perkele

    Es geht in dieser Situation um mehr als die eigenwilligen Aktionen von Vanessa Emde. Sie verhält sich unsolidarisch und riskiert mit ihrer Verblendung sehr viel für die Linke als Partei und liefert den Rechten geradezu Munition um auf alles was nicht stramm rechts ist zu feuern. Sie sollte aus der Partei gefeuert werden, schnellstens.

    • Comerade Aardvark

      @Perkele:

      Und mehr muss dazu nicht gesagt werden, danke.

    • DiMa

      @Perkele:

      "Sie sollte aus der Partei gefeuert werden, schnellstens."

      Nur dauern Parteiausschlussverfahren bekanntlich ja recht lange und sind am Ende hin offen. Da würde die Sondierungsphase ja wirklich mal lange dauern.

      Augen auf bei der Bestätigung des Parteieintritts. Und am Ende ist Frau Emde ja nun nicht die einzige schwierige Perönlichkeit bei den Linken.

    • Minderleister

      @Perkele:

      Am Ende wird sie sich damit brüsten, „standhaft“ und „prinzipientreu“ geblieben zu sein, egal wie groß der von ihr angerichtete Schaden auch sein mag.

  • Pico

    Sicherlich eine schwierige Person, auch wenn ich die Aussage teile, dass jeder Mensch ein Existenzrecht hat. Aber eben auch jeder israelischer Mensch. Und das beinhaltet eben auch, dass dies sicher sein muss und letztendlich eben auch einen sicheren Staat mit allem drum und dran bedeutet. Unsere Vergangenheit sollte uns das lehren und daran gilt es auch festzuhalten.

  • Hans Dampf

    Fazit: Linke unwählbar



    Vanessa Emde ist der Beweis, dass Antisemitismus in der Linke eben doch vorhanden ist und geduldet wird. Will die Linke auch nur ein Bisschen Glaubwürdigkeit zurück gewinnen, so müsste sie Vanessa Emde aus der Partei ausschließen. Macht sie aber außer Lippenbekenntnisse nicht und ist daher wie die AfD auch radikal und unwählbar. Beide Parteien braucht ein echter Demokrat nicht.

    • Bambuspanda

      @Hans Dampf:

      Lassen wir mal bei Seite, ob jene Vanessa Emden tatsächlich eine Antisemiten ist.

      Wenn es Antisemiten sicher auch in der Linken gibt - nennen Sie mir bitte eine einzige Partei, die gesichert keine Antisemiten in ihren Reihen hat!?

      Nur eine einzige!

    • Anton Wernitsch

      @Hans Dampf:

      Kannst du einmal logisch darlegen, was an der Leugnung eines Staates antisemitisch sein kann_

    • Schleicher

      @Hans Dampf:

      Wo Beweis?

    • A.S.

      @Hans Dampf:

      Siehe Stolpersteine in Heidenau und Eiwanger mit Flugblatt.

    • test_name

      @Hans Dampf:

      Ich bitte höflich um Erklärung, was an der Forderung "Palästinenser und Israelis sollen friedlich in einem Staat zusammenleben" antisemitisch ist.







      Es ist sicher nicht sehr realistisch aber ist es deswegen schon antisemitisch?

  • Chaos-NRW

    Wenn SPD und Grüne jetzt immer noch weiterverhandeln, dann ist ihnen wirklich nicht mehr zu helfen.

    • Minderleister

      @Chaos-NRW:

      Und wenn sie in eine von der abgewählten CDU geführte Regierung eintreten, noch weniger.