Hunderte mutmaßlicher Missbrauchsfälle wurden über viele Jahre bei den Boy Scouts of America verheimlicht. Der Ruf langjähriger Mitglieder sollte geschützt werden.

Die Täter mit dem Boy-Scouts-of-America-Zeichen an ihrer Uniform wurden vor Verfolgung geschützt. Bild: reuters
FRANKFURT AM MAIN dapd | Über zwei Jahrzehnte lang haben die US-Pfadfinder Hunderte mutmaßliche Missbrauchsfälle nicht der Polizei gemeldet. Stattdessen wurden die Vorwürfe vor den Eltern und der Öffentlichkeit geheim gehalten, wie die Zeitung Los Angeles Times berichtete.
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Das Blatt prüfte 1.600 vertrauliche Akten aus den Jahren von 1970 bis 1991 und kam zu dem Schluss, dass die Leiter der Organisation die geständigen Täter häufig zum stillen Rückzug drängten.
In der Mehrheit der Fälle erfuhren die Pfadfinder erst von dem Missbrauch, nachdem er den Behörden gemeldet worden war. In mehr als hundert Fällen bemühte sich die Verwaltung jedoch, den Missbrauch zu vertuschen oder ließ die Vertuschung durch die Täter zu, wie die Times berichtete.
Dies sei geschehen, um den Ruf der Organisation und langjährige Mitglieder zu schützen.
Die Pfadfinder, die Boy Scouts of America, verteidigten sich. Ihr Vorsitzender Wayne Brock veröffentlichte als Reaktion auf den Artikel am Montagabend einen offenen Brief. Darin erläuterte er die Schutzmechanismen, die inzwischen in Kraft seien.
So werde zum Beispiel ein Führungszeugnis von Teamleitern gefordert. Diese würden außerdem darin ausgebildet, Missbrauch zu erkennen und zu melden.
Bei allen Aktivitäten seien immer zwei Erwachsene dabei. "Kein Pfadfinder sollte mit einem Leiter allein sein", schrieb Brock.
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