Kolumne von Andreas Rüttenauer

Zur Abwechslung mal mit Badekappe: Radler Lance beim Triathlon. Bild: reuters
Rolf Aldag wollte weg vom Radsport. Der einst in Telekom-Magenta gut gedopt durch die Tour-Welt radelnde Westfale hat bei der Straßen-WM im Herbst des vergangenen Jahres seinen Abschied vom Radsport angekündigt. Bis dahin hat er als sportlicher Leiter von Team Highroad, das sich Ende 2011 aufgelöst hat, gearbeitet.
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„Ich habe mit dem Radsport mittlerweile ein Problem. Es gibt Sachen, die mir nicht gefallen.“ Er ist zum Triathlon-Sport gewechselt, ist jetzt Europadirektor für den Ironman-Veranstalter WTC (World Triathlon Corporation). Dort darf er wieder mit Menschen arbeiten, die die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit ausloten. Einer von ihnen ist Lance Armstrong, der siebenfache Tour-Sieger, den Aldag in seiner aktiven Karriere so oft von hinten gesehen hat.
Der Texaner, der als Junior Triathlet war, will sich über die amerikanische WTC-Serie für die Ironman-WM in Hawaii qualifizieren und wird in seinem Heimatkontinent durchaus mit offenen Armen empfangen.
Auch wenn es – wie Anfang Februar entschieden – kein Strafverfahren vor einem US-Bundesgericht geben wird, ist die Dopingvergangenheit Armstrongs auch da leidlich bekannt. Es gibt positive Dopingproben und Zeugenaussagen von ehemaligen Teamkollegen, die Armstrong als Doper und Dopingmittelverteiler schildern. Probleme hat die WTC damit keine.
Der Supersportpromi Armstrong wird auf der Homepage des Verbandes, der im Gegensatz zu klassischen Sportorganisationen rein gewinnorientiert arbeitet, wie ein Heilsbringer für die Szene geschildert. Für die WTC ist er Werbeträger, kein Problem. Vielleicht liegt hier der entscheidende Unterschied zum Radsport, ist das der Grund, warum Rolf Aldag in dieTriathlonszene gewechselt ist.
Dass Armstrong schon bei seinem ersten WTC-Auftritt, einem Halb-Ironman in Panama, in Sachen Doping auffällig geworden ist, hat in den Staaten kaum für Schlagzeilen gesorgt. Zweiter ist der mittlerweile 40-Jährige in Panama geworden. Und eigentlich hätte er zur Urinabgabe gebeten werden müssen. Doch die Veranstalter änderten flugs das eingebürgerte und für das Rennen von der US-Anti-Doping-Agentur Usada auch vorgesehene Procedere und testeten statt der besten Drei die Athleten ab Platz vier.

ANDREAS RÜTTENAUER
ist Redakteur im Sportressort der taz und will für das Amt des DFB-Präsidenten kandidieren.
Foto: tazEine Regel, nach der das Podium gestestet werden muss, existiere nicht, rechtfertigte die die WTC und muss sich doch die Frage stellen lassen, ob sie dem einflussreichen Sportler, dessen gute Verbindungen bis in die hohe Politik hinein die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen ihn befördert haben soll, nicht doch zu weit entgegengekommen ist. „Das ist natürlich schon ein bisschen komisch“, meint dazu Faris Al-Sultan, der deutsche Hawaii-Champion von 2005. Ob er mit seinen Bedenken Gehör finden wird?
Al-Sultan ist ein einsamer Rufer. Der derzeit beste der Branche, der Australier Craig Alexander, der schon drei Mal in Hawaii gewonnen hat, spekuliert derweil wohlwollend darüber, wie groß Armstrongs Chancen auf den WM-Titel 2012 sind. Er freut sich schon „auf einen der größten Ausdauerathleten aller Zeiten“.
In einem Rennen ist er dem Neutriathleten noch nicht begegnet. In der Radsportszene erinnert man sich noch an Armstrong als den Diktator der Straßen, der Kritiker regelrecht rausgeekelt hat aus der Szene. Dass Armstrong immer noch ein Ekel sein kann, das hat Bevan Docherty, der Sieger von Panama erfahren. Armstrong sah es wohl als Majestätsbeleidigung an, dass ihn der Neuseeländer auf der Laufstrecke noch überholt hat und verweigerte ihm im Ziel zunächst den Handschlag.
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Leserkommentare
02.03.2012 19:27 | SportAss
@Konrad: ...
29.02.2012 20:02 | Mork vom Ork
@Konrad ...
29.02.2012 19:43 | Markus
Das ist ein sehr peinlicher Artikel den der Redakteur hier verfasst hat... Peinlich, peinlich. Ich wüsste schon gerne woher ...