Kommentar von Erich Rathfelder
Ist Bosnien ein verlorenes Land? Noch drängt nicht die gesamte Bevölkerung ins Ausland, es gibt viele Junge, die bleiben wollen, es gibt Vitalität, eine menschlich berührende, nichtnationalistische und tolerante Tradition und nach wie vor ein vor allem bei den Bosniaken lebendiges positives kollektives Nationalbewusstsein. Doch verblasst für die meisten Menschen das Licht am Ende des Tunnels. Und dieses Licht war einmal die EU.
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Die negative Stimmung wird natürlich auch durch interne Ereignisse genährt. Die jetzt von dem Sozialdemokraten Zlatko Lagumdzija vorgeschlagenen Verfassungsänderungen sind nur ein Ausdruck länger wirkender politischer Linien. Sie kommen den kroatischen Nationalisten entgegen, die nichts aus der blutigen Vergangenheit gelernt haben. Natürlich müssen in so einem komplizierten und heterogenen Land Kompromisse geschlossen werden. Mit allen. Und doch muss man fragen, ob der Machterhalt diesen Kompromiss wirklich rechtfertigt.
Mit dem Rücktritt des Sozialdemokraten Komsic als Mitglied des Staatspräsidiums wird der Konflikt nun in die Partei verlagert. Komsic ist populär, ein Urgestein Sarajevos, ein Kroate, der im Krieg für ein multinationales Bosnien und Herzegowina gekämpft hat. Ein Symbol für den Zusammenhalt des Landes und für die religiös-politische Toleranz. Nach wie vor wollen ja die nationalen Kräfte der Nachbarländer Kroatien und Serbien Bosnien und Herzegowina zerstören.
Mehr als die schon 100 Jahre lang bekannte Attacke der Nationalisten beider Seiten aber schmerzt, dass das Europa der EU seit Jahren nichts mehr dagegen unternimmt. Die EU ist heute offenbar nicht mehr daran interessiert, sich für die eigenen Werte Toleranz, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen.
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Leserkommentare
30.07.2012 15:36 | BO23
Wenn man diesen Artikel liest, so denkt man, dass es sich hier tatsächlich um einen Angriff auf die Demokratie handelt. ...
30.07.2012 10:48 | hamo
die EU ist doch ein Witz. Armselig dass die USA damals reagieren musste als der Krieg eskalierte.
24.07.2012 20:32 | W. A. Ott
"Die EU ist heute offenbar nicht mehr daran interessiert, sich für die eigenen Werte Toleranz, Demokratie und Rechtsstaatli ...