Die Union einigt sich

Ein strahlender Verlierer

Rita Mohr-Lüllmann hat die politische Tugend, zum richtigen Zeitpunkt instinktiv das Richtige zu tun. Thomas Röwekamp nicht.

Thomas Röwekamps mitnahme-suizidales Verhalten in der Bundestagskandidatenfrage hat etlichen altgedienten ChristdemokratInnen in Bremen das Herz bluten lassen. Und auch seine verbliebenen Getreuen merken allmählich: Er ist das falsche Pferd.

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Rita Mohr-Lüllmann wirkt zwar nicht so, als habe sie einen strategisch ausgetüftelten Plan. Aber dafür hat sie die politische Tugend, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun – instinktiv. Beispiel: Mit dem Vorschlag die Mitglieder über die SpitzenkandidatIn entscheiden zu lassen, hat sie mal so eben locker den ihr mehrheitlich feindlich gesinnten Landesvorstand ausgehebelt. Dumm gelaufen für Michael Teiser und dumm auch für Thomas Röwekamp: Dem fiel als Gegenmaßnahme nur ein, ihre Sandburg anzupinkeln und ihr ein Bonbon zu versprechen, das die Fraktion ihm im Mai vielleicht schenkt.

Ein echter Schlaufuchs ist er halt auch nicht. Und viel kann Mohr-Lüllmann von Röwekamp folglich nicht lernen. Eines allerdings doch: Statt freudestrahlend mit der Presse nach der Landesvorstandssitzung ihren glorreichen Sieg zu teilen, ist sie abgezischt, als wäre sie erledigt. Röwekamp aber beherrscht die Kunst, strahlend zu lächeln, auch wenn’s ein Debakel war. Das ist die geschicktere Verkaufe. Er hatte allerdings auch schon oft genug Gelegenheit zu üben.

 
18. 10. 2012

Jahrgang 1972. Seit 2002 bei taz.nord in Bremen als Fachkraft für Agrar, Oper und Abseitiges tätig. Alexander-Rhomberg-Preis 2002.

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