Kommentar von Klaus Irler
Der Einsatz von Gentechnik bei der Produktion von Nahrungsmitteln wie Mais oder Zuckerrüben ist höchst umstritten. Also, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) Anfang des Jahres, sollte man das Thema an die Schulen bringen und die Schüler „in die Lage versetzen, sich selbst ein Urteil sowohl über Nutzen als auch Risiken zu bilden“. Zunächst eine gute Idee.
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Was aber ist aus dem diesem Lernprojekt namens Hannover-Gen geworden? In Frage steht, ob es objektiv gestaltet wurde. Daran sind Zweifel angebracht – schließlich wurde das Projekt von Wirtschaftsbetrieben mitfinanziert, die mit Gentechnik Geschäfte machen.
Die Finanzierung wirkt dubios, ebenso wie die Grundkonzeption des Lernprojekts: An vier hannoverschen Schulen hat man teure Gentechnik-Labore eingerichtet, in denen die Schüler selbst Versuche durchführen konnten. Schwerpunktmäßig ging es also darum, die Gentechnik als biotechnische Frage zu behandeln.
Dem Lernziel Meinungsbildung ist mit diesem Zugriff nicht gedient: Dazu hätte man das Lernprojekt in den Fächern Politik, Ethik und Wirtschaft ansiedeln müssen. Diese Aspekte aber wurden klein gehalten – zugunsten einer technisch-praktischen Auseinandersetzung. Den Vorwurf mangelnder Ausgewogenheit, den nun Umweltschützer erheben, muss sich „Hannover-Gen“ gefallen lassen.
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Leserkommentare
28.02.2013 17:32 | erdinger
Es handelt sich um ein tolles Projekt, dass aus ideologischen Gründen abgeschossen werden soll. Bitt erst informieren und d ...
31.10.2012 15:39 | Twilly
Die Objektivität ist nicht nur anzuzweifeln sondern auf Null sobald Pro-Gen-Wirtschaftsbetriebe ihre Finger auch nur Ansatz ...
11.10.2012 17:09 | Lisa
Sagt ja auch keiner, dass man nicht die biologischen Grundlagen vermitteln soll. Braucht man dafür Labore für zig Millionen ...