Kommentar von Konrad Litschko
Die Bilanz ist mauer als mau: 6,6 Millionen Handydaten sammelte die Berliner Polizei in den letzten dreieinhalb Jahren. 116-mal brachte dies neue Hinweise, so Innensenator Frank Henkel kürzlich. Ob und wie oft die Daten auch zu Tätern führten – das ließ der CDU-Mann offen. Bei den heiß diskutierten Autobränden ist das geklärt: 4,2 Millionen abgefragte Handydaten führten hier seit 2008 zu keinem einzigen Verdächtigen.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Jetzt kommt auch noch eine ausführliche Mängelliste des Datenschutzbeauftragten obendrauf: Zu leichtfertig angewendet, zu wenig transparent, zu selten gelöscht wurden die Abfragen. Die Polizei hat damit so ziemlich alles missachtet, was man datenschutzrechtlich missachten kann. Eine mächtige Schelte, die sich Polizei und Henkel als eifrige Verfechter der Maßnahme zu Herzen nehmen sollten.
Denn Dix hat ja recht. Einst als letztes Mittel bei Schwerstdelikten gedacht, erwecken die riesigen Datenmengen einen anderen Eindruck: dass die Abfragen längst zum Standardrepertoire der Ermittlungen gehören. Und dass die Abgefragten davon gar nichts merken, macht die Sache nur schlimmer. Denn so kann die Polizei munter weiter ins Blaue schießen, zehntausendfach Daten von Unbeteiligten fischen – ohne anschließend Rechenschaft darüber abzulegen.
Sich jetzt, wie Henkel, hinter einer brachliegenden Bundesratsinitiative Sachsens zu verstecken, die das Prozedere rechtlich prüfen will, ist zu wenig. Ein Verfahren, das so fehleranfällig ist und zu so wenig führt, muss abgeschafft werden.
Es scheint ein öffentliches Ärgernis zu sein, durch Kreuzberg oder Neukölln zu laufen und nicht Deutsch zu sprechen. Das ist ja schließlich Deutschland hier. von Enrico Ippolito

Der heißeste Ort der Welt, ein Tiger macht Kopfstand und Bäume in Käfigen. Unsere Bilder der Woche.

Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.


Leserkommentare