Kommentar von Rudolf Balmer
Frankreichs Arbeitsminister Michel Sapin beschuldigt die Führung des Automobilkonzerns Peugeot-Citroën (PSA) der Klüngelei mit dem früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy. Aus politischer Rücksichtnahme seien die längst beschlossenen Abbaupläne samt der Fabrikschließung in Aulnay-sous-Bois bis zum Ende der Wahl unter Verschluss gehalten worden. Er dürfte Recht haben.
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PSA hat jedenfalls mit verdeckten Karten gespielt und die Gewerkschaften der Betroffenen, denen sie immer wieder weismachte, nichts sei entschieden, an der Nase herumgeführt. Der Automobilkonzern ist kein Einzelfall. Laut Le Monde werden in den kommenden Wochen in mehreren Sektoren 60.000 Arbeitsplätze gekillt. Laut Le Parisien könnte die Zahl sogar auf 90.000 steigen.
Allein mit der Schuldzuweisung an die Vorgänger und der ohnmächtigen Solidarisierung mit den Opfern der Krise kann sich die neue Regierung aber nicht aus der Affäre ziehen. Vor dem Hintergrund der Massenarbeitslosigkeit auf Rekordniveau (offiziell 10 Prozent) wirken solche Hiobsbotschaften von der Beschäftigungsfront deprimierend für die ganze Nation.

Rudolf Balmer
ist Frankreich-Korrespondent der taz.
Foto: privatDas Ausmaß des Stellenabbaus verdeutlicht auch, dass Frankreich ein strukturelles Problem mit der Produktivität hat. Finanzspritzen schaffen da keine Abhilfe. Zehn Jahre rechte Regierungspolitik haben bewiesen, dass die sterile Polemik gegen die 35-Stunden-Woche keine Lösung ist.
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Leserkommentare
14.07.2012 13:32 | Claudia
Ich weise darauf hin, dass die Zahlen viel zu hoch gegriffen sind. ...
13.07.2012 12:00 | Wef
Ein geistig sehr armer Artikel - wie kann man so etwas schlecht Recherchiertes und Voreingenommenes denn veröffentlichen? D ...
13.07.2012 09:37 | Samson
Die Zahlen scheinen mir doch sehr hoch gegriffen. In keinem französischen Tagesblatt, von Libé bis Monde, konnte ich diese ...