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Kommentar Mindestlohn Bremen machts richtig

Lena Kaiser

Kommentar von

Lena Kaiser

Niedriglöhne sind häufig nichts anderes als staatlich subventionierte Billigjobs zugunsten von Unternehmen.

D er gesetzliche Mindestlohn ist längst überfällig. Bremen hat ihn nun als erstes Bundesland eingeführt. Auch wenn er zunächst nur dann gilt, wenn öffentliche Gelder im Spiel sind, zeigt der kleinste Stadtstaat damit, dass die Länder einen Handlungsspielraum haben. Den sollten sie auch dringend nutzen, wenn die schwarz-gelbe Koalition auf Bundesebene im Stillstand verharrt.

Das Argument von Handelskammer und Arbeitgeber-Vertretern, der Mindestlohn erschwere die Wirtschaftsförderung und führe dazu, dass Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden, ist fadenscheinig. Gerade im westeuropäischen Vergleich zeigt sich, dass die deutschen Lohngesetze mehr als dürftig sind. Und: Mit seinen Billiglöhnen verschafft sich der Exportweltmeister Deutschland einen unfairen Konkurrenzvorteil gegenüber seinen europäischen Nachbarn.

Denn Luxemburg, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Irland und Großbritannien haben einen gesetzlichen Mindestlohn. Sogar in den USA werden mindestens 7,25 Dollar pro Stunde gezahlt und es steht jedem Bundesstaat frei, mehr zu zahlen.

Niedriglöhne sind häufig nichts anderes als staatlich subventionierte Billigjobs zugunsten von Unternehmen. Dass lässt sich der Staat mittlerweile über elf Milliarden Euro jährlich kosten, indem er im Niedriglohnbereich auf Hartz-IV-Niveau aufstockt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Lena Kaiser

Lena Kaiser Transformatorin und Autorin

studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Ethnologie in Potsdam, Berlin und Mexiko-Stadt und schreibt seit 2009 für die taz. Sie volontierte bei der taz in Hamburg, war dort anschließend Redakteurin, Chefin von Dienst und ab Juli 2017 Redaktionsleiterin. 2019 wechselte sie in die Produktentwicklung der taz und ist verantwortlich für die Digitalisierung der täglichen taz.
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1 Kommentar

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  • G
    Gerd

    Sie sind sogar noch einfacher: Wie man's macht, man machts nicht verkehrt! (Auch wenn es gemischt richtig unschön ist.) Siehe Regel 14.4 auf

    http://www.duden.de/rechtschreibregeln/apostroph