Kommentar von Dominic Johnson
Normalerweise sind ausländische Militärinterventionen in Somalia eine Katastrophe. Nie hat der Versuch geklappt, erst unliebsame Bürgerkriegsparteien auszuschalten und dann zu erwarten, dass sich der Rest friedlich zusammenrauft. Je länger allerdings das laufende Eingreifen der Afrikanischen Union (AU) gegen die radikalislamistischen Shabaab-Islamisten andauert, desto größer erscheinen die Chancen auf Erfolg.
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Keine nennenswerte somalische Kraft stellt sich dagegen, dass die AU-Eingreiftruppen aus Uganda, Burundi und Kenia seit Sommer 2011 die Shabaab immer weiter zurückdrängen. Vor anderthalb Jahren standen die islamistischen Kämpfer noch in Sichtweite der Regierungsgebäude in der Hauptstadt Mogadischu. Jetzt kämpfen sie mit Mühe um ihre Hochburg Kismayo tief im Süden des Landes.
Ihren dramatischen Bedeutungsverlust haben sich die Shabaab vor allem selbst zuzuschreiben: Was als Jugendbewegung begann, das Clandenken hinwegfegen und somalischen Nationalismus gegen Invasoren bündeln wollte, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer sektiererischen Kraft, die gegen die eigene Gesellschaft Krieg führte und sich von ausländischen Eiferern vereinnahmen ließ.

Dominic Johnson
ist Ko-Leiter des Auslandsressort der taz und zuständig für die Afrika-Berichterstattung.
Foto: tazDie Schwächung einer Kriegspartei bedeutet allerdings in Somalia keineswegs automatisch die Stärkung ihrer Gegner, und die bloße Eliminierung einzelner Milizen konsolidiert noch lange nicht den Staat. Die afrikanischen Eingreiftruppen können den Boden für ein „neues Somalia“ bereiten, aber aufbauen müssen das die Somalis selbst.
Die Chancen dafür stehen mit dem überraschenden Machtwechsel bei der jüngsten Präsidentenwahl durch das Übergangsparlament ganz gut. Umso wichtiger, dass die Nachbarländer sich da heraushalten. Je erfolgreicher die AU-Truppen sind, desto schneller sollten sie gehen.
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