Kommentar von Dorothea Hahn
SOUTH CAROLINA taz | Hier fielen im Bürgerkrieg vor 150 Jahren die ersten Schüsse, und bis heute ist der Bundesstaat ressentimentgeladen. Ideologisch geprägt wird er von fundamentalistischen Christen, von Unternehmen (darunter BASF, BMW und Bosch), die kein Gegenüber haben, weil es de facto ein Gewerkschaftsverbot gibt.
Ganz wichtig ist auch die Idee, dass "früher" alles besser war. Vier der fünf Kongressabgeordneten des Bundesstaates sind Tea-Party-Anhänger. Auch die im Herbst 2010 gewählte Gouverneurin kam ursprünglich als Kandidatin der extrem rechten Bewegung ins Amt.
Insofern überrascht es nicht, dass der als "moderat" geltende Mitt Romney in South Carolina seine erste echte Schlappe erlebt hat. Erstaunlich ist bloß die Wucht, mit der die Ultrarechten seinen Konkurrenten Newt Gingrich unterstützen.

DOROTHEA HAHN
ist USA-Korrespondentin der taz mit Sitz in Washington.
Foto: Manfred BartschZwar hat Gingrich in den 90er Jahren die "republikanische Revolution" in Washington organisiert, doch seine Vita steht in scharfem Kontrast zu Dingen, die die Basis der Tea Party gut findet: Er ist gegenwärtig bei seiner dritten Religion und seiner dritten Ehefrau angekommen. Er hat versucht, Präsident Clinton wegen Unehrlichkeit in Sachen Seitensprung aus dem Amt zu katapultieren, während er gleichzeitig selbst seine Ehefrau betrog. Er hat hohe Honorare als Lobbyist kassiert.
Doch als wäre all das nie passiert, konnte Gingrich in South Carolina als Purist der rechten Moral auftreten: mit rassistischen Anspielungen, mit Vivats für einen mordlustigen, weißen Bürgerkriegshelden, mit dem Postulat militärischer Stärke als Mittel der Außenpolitik, mit der Einteilung der Welt in Freund und Feind und mit der Absage an den "bürokratischen Sozialismus" in Europa.
Sein Erfolg zeigt nicht nur, dass die Tea Party lebt und gedeiht und das republikanische Establishment mit ihr rechnen muss. Sondern auch, dass für die radikalisierte Basis nicht zählt, wie ein Kandidat lebt, sondern was er sagt.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
23.01.2012 23:26 | Stefan
Schade, dass es für die "Ultra-Rechten", so kurz vor Nazi eben, nicht mehr Bezeichnungen gibt. Wie soll man als anständiger ...
23.01.2012 09:04 | rugero
50 Bundesstaaten und über all gibt es Vorwahlen. Das Ergebnis der republikanischen Vorwahlen und somit deren Präsidentschaf ...
23.01.2012 02:26 | Bitbändiger
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