Kommentar von Richard Rother
Derzeit wird in Deutschland viel darüber diskutiert, warum große Infrastrukturprojekte - siehe Stuttgart 21 - so umstritten sind. Warum provozieren sie den Protest aufgebrachter Bürger, die sonst nicht zum Revoluzzertum neigen? Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat jetzt eindrucksvoll gezeigt, warum das bürgerliche Misstrauen berechtigt ist - indem es nächtliche Flüge, nämlich von 22 bis 0 Uhr und von 5 bis 6 Uhr, am künftigen Berliner Großflughafen ausdrücklich erlaubt. Ganz so, als hätten die betroffenen Anwohner kein Recht auf eine ruhige Nacht.
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Mag sein, dass das alles juristisch einwandfrei ist - dennoch geht von dem Urteil ein fatales Signal aus: Die schädlichen Folgen von Verkehrs- und Fluglärm werden immer noch unterschätzt. Oder sie werden ignoriert, damit Unternehmen ihre Profite steigern können.
Fraglos braucht ein Industrieland mit einer ausdifferenzierten Arbeitsteilung eine leistungsfähige Infrastruktur. Und fraglos war auch die Berliner Standortentscheidung nachvollziehbar, die innerstädtischen Flughäfen in Tempelhof und Tegel zu schließen und den Flugverkehr künftig am südöstlichen Stadtrand zu bündeln. Schließlich waren in der Innenstadt viel mehr Menschen von Fluglärm betroffen als es in den Vororten sein werden.
RICHARD ROTHER ist Redakteur im taz-Ressort Umwelt und Wirtschaft.
Dennoch sollten die Belastungen durch die Infrastruktur so gering wie möglich sein. Dazu gehören nicht nur Lärmschutzwände an Straßen und Schienen, sondern eben auch Nachtflugverbote in Ballungsräumen, was Hunderttausende Menschen in Berlin, Frankfurt und München begrüßen würden. Auch wenn die Kapazität und damit Profitabilität der Flughäfen dadurch ein wenig sinkt. Dafür muss der Gesetzgeber sorgen.
Schließlich ist es in anderen Politikfeldern - etwa in der Agrar- und Verbraucherpolitik - gängige, wenn auch umkämpfte Erkenntnis, dass das Gewinnstreben von Unternehmen nicht wichtiger als das Interesse der Konsumenten nach gesunden Produkten sein sollte. Diese Erkenntnis fehlt in der Verkehrspolitik häufig, vor allem beim Lärm.
Dabei macht Lärm krank, und zwar schwerwiegend. Und: Umso hektischer und stressiger das durchdigitalisierte (Arbeits-)Leben wird, umso wichtiger ist es, dass die Menschen Inseln der Ruhe finden. Dafür ist die Nacht da - damit die Menschen ungestört schlafen, lesen, kuscheln oder Sterne gucken können.
Taxifahrer protestieren gegen geplante Tariferhöhung der Senatsverwaltung – stattdessen fordern sie für mehr Geld in ihren Kassen die Abschaffung der Warteminute. von S. Memarnia & C. Ott

In Berlin-Schönefeld entsteht der neue Airport Berlin Brandenburg International (BER) - die Frage ist nur, wann er fertig wird. Eigentlich sollte der Flughafen, der auch den Namen des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters und Bundeskanzlers Willy Brandt trägt, bereits 2011 eröffnet werden.
Das musste jedoch verschoben werden. Auch die lang angepeilte Einweihung Anfang Juni 2012 klappte nicht - sie wurde nur vier Wochen vorher abgesagt. Und auch der dritte Termin - März 2013 - ist bereits durch den Oktober 2013 ersetzt worden. Unterdessen explodieren die Kosten: Statt 2,5 Milliarden Euro wird derzeit mit mindestens 4,5 Milliarden Euro gerechnet.
Auch die Politik steht unter Druck - vor allem der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der zugleich Aufsichtsratschef der staatlichen Flughafengesellschaft ist.
Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

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Leserkommentare
07.12.2011 23:21 | Stefan Wallooh
Dieser Flughafen symbolisiert die Macht der profitgierigen Lobbys in Deutschland. Ein Flughafen für Berlin auf dem Rücken d ...
17.10.2011 08:32 | Familie Wegner - Mahlow
Wir wohnen als Familie hier in der Einflugschneise in Mahlow - 200 m über uns - die Flugzeuge, startend, landend, 365 Tage ...