Kieferorthopäden schielen durchaus auf ihren Profit.

Mut zur Lücke!

Kommentar von Simone Schnase

Wenn der Landesverband der Deutschen Kieferorthopäden sagt, es sei wichtig, Eltern umfassend über die Zahnbehandlung ihrer Kinder zu informieren, dann ist das löblich – aber auch eine Binsenweisheit. Sie widerspricht den Vorstellungen der Krankenkassen nämlich keineswegs. Denen ist ebenfalls an Prophylaxe gelegen, um möglichst wenig für Folgebehandlungen zu zahlen. Insofern gibt es kaum Gründe, an der Aussage der HKK zu zweifeln, dass Zahnspangen nicht immer notwendig seien.

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Viele Eltern haben’s ohnehin geahnt, denn obwohl ihre Kinder weder Beschwerden noch eine sichtbare Fehlstellung der Zähne haben, sollen sie eine Spange bekommen. Dabei können die festsitzenden Spangen sogar dem Zahnschmelz schaden.

Zahnärzte und Kieferorthopäden sind keine allwissenden Halbgötter in Weiß. Sie schielen durchaus (auch) auf ihren Profit. Deshalb sollten sich Eltern nicht voreilig zu sinnlosen Maßnahmen überreden lassen – übrigens auch nicht von ihrem Nachwuchs selbst: Über 30 Prozent der befragten Jugendlichen wollte „einfach besser aussehen“. Minderjährigen auf einen solch banalen Wunsch hin (sähe Vanessa Paradis ohne ihre Zahnlücke etwa besser aus?) eine schmerzhafte und möglicherweise schädliche Behandlung zukommen zu lassen, grenzt fast an Körperverletzung.

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