Die Partei des serbischen Nationalisten verliert bei den Kommunalwahlen in Bosnien und Herzegowina ihre bisherige Mehrheit in 27 Gemeinden.von Erich Rathfelder

Nur gut die Hälfte der 3,1 Millionen Wahlberechtigten haben bei der Kommunalwahl in Bosnien und Herzegowina ihre Stimme abgegeben. Bild: dpa
SPLIT taz | Das wichtigstes Ergebnis der Kommunalwahlen in Bosnien und Herzegowina ist der herbe Verlust, den die serbischen Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) des Ministerpräsidenten der serbischen Teilrepublik, Milorad Dodik, erleiden mussten. Sie verloren nach vorläufigen Ergebnissen die Mehrheit in 27 Gemeinden.
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Aufhorchen lässt das Ergebnis des liberalen Demokraten und Gegenspieler Dodiks, Dragan Cavic, der bei der Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt der serbischen Teilrepublik Banja Luka wahrscheinlich nur knapp unterlegen ist.
Insgesamt hat sich das Parteiensystem weiter differenziert. Auch kleinere Parteien konnten sowohl in der serbischen Teilrepublik wie auch in der bosniakisch-kroatischen Föderation einige Bürgermeisterposten erringen. So die Sozialdemokratische Union in der Industriestadt Kladanj oder der Kandidat der serbischen Volkspartei in Prijedor.
In der Föderation konnte sich überraschend die liberal-konservative Bosniakenpartei SDA stark verbessern und vor allem in ländlichen Gebieten viele Gemeinden hinzugewinnen. Die bisher stärkste Partei in der Föderation, die Sozialdemokraten SDP, dagegen verloren Sympathien der Wähler.
In Sarajevo gelang ihnen der Sieg nur in einem Wahlkreis, in der Region Tuzla konnten sich ihre Kandidaten zwar immer noch durchsetzen, verloren aber an Stimmen.
Grund dafür ist die tiefe Enttäuschung der nichtnationalistischen Wähler der SDP über den Kurs ihres Vorsitzenden Zlatko Lagumdzija, der eine Regierung mit serbischen und kroatischen Nationalisten bilden wollte.
In den Kroatengebieten der Herzegowina gewann wie gewohnt die Nationalpartei HDZ. In dem durch den Genozid an der muslimischen Bevölkerung 1995 bekannt gewordenen Ort Srebrenica konnte sich der muslimische Bewerber gegen einen Serben durchsetzen.
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