Kolumne von Markus Völker

Die Beine haben nicht ganz aufs Foto gepasst: Lena Gercke am Lemberger Flughafen. Bild: reuters
Manche der zu 99 Prozent männlichen Kollegen bekommen den Mund nicht mehr zu, wenn sie wieder eine der polnischen oder ukrainischen Schönheiten gesehen haben. Neulich hat einer gesagt, das Cellulitis-Problem sei im Osten wohl völlig unbekannt, und er komme sich vor wie in einem Modelcamp.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Das hatte wohl auch damit zu tun, dass sich ein paar echte Models in die Nähe der Journalisten gewagt hatten. Bei drei Flügen in die Ukraine, in die Spielorte der deutschen Mannschaft, waren auch Spielerfrauen dabei. Zumindest Lena Gercke, 23, die Freundin von Sami Khedira, wollte beweisen, dass es auch in Deutschland kein Cellulitis-Problem gibt. Gercke wählte ihre Garderobe entsprechend.
Der Flieger gen Osten, er war ein Journalisten- und WAG-Bomber. WAG steht für Wives and Girlfriends. Bisweilen bildete sich um Gercke eine Traube von Fotojournalisten. Sie schossen sie ab. Es war ihr nicht ganz so unangenehm, wie sie später behauptete.

Markus Völker
ist taz-Sportredakteur und begleitet das deutsche Team journalistisch durch die EM.
Foto: tazGercke ist Profi, sie war die Gewinnerin der ersten Staffel von Germany’s Next Topmodel. Seit 2009 moderiert sie das österreichische Pendant der Mädchenauslese-Show. Sie war nicht die einzige Wag im Flieger. Da war auch die Freundin von Toni Kroos, die überraschend normal aussieht, die Freundin von Mario Gomez, die sehr nett sein soll, und die Freundin von Mats Hummels, die sehr dünn ist.
Geübte Kollegen vom Boulevard nutzten natürlich die Gunst der Stunde und pirschten sich an die WAGs heran. So weiß ich nun auch, dass die Hummels-WAG BWL studiert, angeblich schlauer sein will, als sie ist, und eine Diplomarbeit zum Thema Work-life Balance schreibt.
Gercke und Co. sind dieser Tage in vielen deutschen Magazinen zu sehen gewesen. Es ist auch ihre EM. Sogar der Spiegel hat so ein Foto abgedruckt, wobei komisch ist, dass im Hintergrund immer ein älterer Herr zu sehen ist, der den WAGs offenbar nicht von der Seite gewichen ist. Es ist Jochen Zwingmann vom Verband Deutscher Sportjournalisten, das Faktotum des deutschen Fußballjournalismus und der Führungsoffizier im Reich des embedded journalism.
Groß und nackig ablichten ließen sich in der ukrainischen Maxim die Frauen von Selesniow, Gusew und Konoplianka. Die Sun titelte: „England might have the Three Lions, but Ukraine have been blessed with this three foxes“. Die Schweini-Wag Sarah Brandner hat man noch nicht gesehen. Aber für die deutschen Nationalspieler gibt es eh nur eine Frau, auf die sie richtig stehen: Angela Merkel. Macht macht sexy.
Die Ticketplattform Viagogo verdient auch am Champions-League-Finale in Wembley kräftig mit. Viele Fans halten das Geschäftsmodell für Abzocke. von Holger Vieth

Unser Programm: taz.de begleitet die Fußball-EM 2012 in den Schwerpunkten „Aufm Platz“ mit allen Spielberichten und Analysen, „Mixed Zone“ mit allem, was in Sachen Fußball eben nicht auf dem Spielfeld passiert und „Tribüne“, der die Perspektive von außen aufs Geschehen einnimmt.
***
Exklusiv auf taz.de: Lesen, was Sie verpasst haben - verstehen, was Sie gesehen haben: Alle Spielberichte kurz nach Abpfiff auf taz.de/em. Mit dem entscheidenden Moment, dem Spieler und der Pfeife des Spiels und der Schlussfolgerung.
***
Facebook: Leibesübungen – taz.sport ist jetzt auch hier.
***
Das Team: Aus den Stadien und dem Quartier der deutschen Mannschaft berichten die taz-Sport-Redakteure Andreas Rüttenauer und Markus Völker. In Warschau beobachten Gabriele Lesser und Uli Räther das Geschehen, in Kiew Juri Durkot. In Berlin sind dabei: Svenja Bednarczyk, Frauke Böger, Michael Brake, Jan Feddersen, Enrico Ippolito, Johannes Kopp, Katerina Mishchenko, Barbara Oertel, Erik Peter, Jan Scheper und Deniz Yücel.
Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.


Leserkommentare
21.06.2012 18:13 | 172-65-135
auch in deutschland gibt es kein cellulite-problem. höchstens ein "dumme-männer problem" (oder ein "klein-penisse-problem". ...