Der polnischer Gewichtheber reißt das Ding höher als die Konkurrenz. Der deutsche Storl reißt nur Silber und Phelps reißt sich nochmal zusammen. von Svenja Bednarczyk & Deniz Yücel

Da hilft auch das rot-weiße Trikot nicht. Der Nicht-Pole David Storl gewinnt nur Silber. Bild: reuters
Der Wettkampf der Nacht: Der Pole Tomasz Majewski kann endlich feiern. Er gewinnt Gold, denn er hat die Kugel 21,89 Meter weit gestoßen. Der Deutsche David Storl kann auch feiern, aber nicht so dolle. Denn der Chemnizer hat den sechsten deutschen Olympiasieg in London um drei Zentimeter verpasst und bekommt nur Silber. Bronze holt sich Reese Hoffa aus den USA.
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Der Athlet der Nacht: Michael Phelps ist nicht nur der Athlet der Nacht, sondern der Athlet des ganzen Schwimmsports. Er gewinnt Gold über die 100 Meter Schmetterling in seinem letzten olympischen Einzelrennen überhaupt.
Hinter ihm auf dem Treppchen folgt ein zweifaches Doppel: Der Südafrikaner Chad Le Clos muss sich mit Jewgeni Korotyschkin aus Russland den zweiten Platz teilen. Vierte werden der Deutsche Steffen Deibler und Milorad Cavic aus Serbien. Am Samstag tritt Phelps nochmal mit der Lagen-Staffel an.
Der Fehlstart der Nacht: Nach dem Reißen (für Erklärungen bitte hier klicken) ist alles so wie immer in den mittleren Gewichtsklassen beim olympischen Gewichtheben der Männer: Irgendein Chinese führt. Lu Yung heißt der Mann, ist der einzige Chinese im Halbschwergewicht (bis 85 Kilo Körpergewicht) und reißt 175 Kilo.
Im Stoßen (auch hier klicken) beginnt er bei 205 Kilo. Ein Patzer. Zweiter Patzer. Beim dritten Versuch bekommt er die Hantel nur knöchelhoch und lässt sich dann rücklings fallen. Er grinst. Er scheint erleichtert. Und die Welt ist es ebenfalls: Nicht alle chinesischen Gewichtheber beginnen erst dort, wo andere schon aufgehört haben. Sie können verlieren. Chinesen sind auch Menschen! Nie war ein Fehlstart humanistischer!
Den Wettkampf gewinnt übrigens noch ein Pole: Weltmeister Adrian Zielinski, der sich gegen die Konkurrenz aus Russland, dem Iran, Weißrussland, Ägypten und Kuba durchsetzt.
Die Schlussfolgerung: Bei all den Berühmtheiten und Sportstars werden die armen Siebenkämpferinnen zu oft vergessen. Leider treten da auch wirklich zu viele Frauen in zu vielen Disziplinen an, um sie auf so wenig Zeilen zu würdigen. Zusammenfassend: The East is the best!
Neben Großbritannien sind vor allem Litauen, Polen und die Ukraine auf den ersten Plätzen der bisherigen Wettkämpfe versammelt. Am Ende des Tages schneidet jedoch die Topfavoritin Jessica Ennis aus Großbritannien am besten ab. An zweiter Stelle: Austra Skujyte aus Litauen. Soweit die Nachschau für Heute. Die Details und die Entscheidung folgen morgen. Dann ganz ausführlich, versprochen.
Wer noch?
Gewichtheben, Halbschwergewicht bis 85 Kilo (Männer): Gold: Adrian Zielinski (Polen) | Silber: Apti Awchadow (Russland) | Bronze: Kianoush Rostami (Iran)
Bahnrad, Mannschaftsverfolgung (Männer): Gold: Großbritannien (Edward Clancy, Geraint Thomas, Steven Burke und Peter Kennaugh) in 3:51,659 Min. (Weltrekord) | Silber: Australien (Jack Bobridge, Glenn O'Shea, Rohan Dennis und Michael Hepburn) | Bronze: Neuseeland (Sam Bewley, Marc Ryan, Jesse Sergent und Aaron Gate)
Bahnrad, Keirin (Frauen): Gold: Victoria Pendleton (Großbritannien) | Silber: Guo Shuang (China) | Bronze: Lee Wai-Sze (Hongkong)
Fechten, Säbel (Männer, Mannschaft): Gold: Südkorea (Kim Jung-Hwan, Won Woo-Young, Gu Bongil und Oh Eun-Seok) | Silber: Rumänien (Rares Dumitrescu, Tiberiu Dolniceanu, Florin Zalomir und Alexandru Siriteanu) | Bronze: Italien (Aldo Montano, Diego Occhiuzzi, Luigi Tarantino und Luigi Samele)
Schwimmen, 800 Meter Freistil (Frauen): Gold: Katie Ledecky (USA) | Silber: Mireia Belmonte (Spanien) | Bronze: Rebecca Adlington (Großbritannien)
Schwimmen, 200 Meter Rücken (Frauen): Gold: Missy Franklin (USA) in 2:04,06 Min. (Weltrekord) | Silber: Anastasia Sujewa (Russland) | Bronze: Elizabeth Beisel (USA)
Schwimmen, 100 Meter Schmetterling (Männer): Gold: Michael Phelps (USA) | Chad Le Clos (Südafrika) | Silber: Jewgeni Korotyschkin (Russland)
Schwimmen, 50 Meter Freistil (Männer): Gold: Florent Manaudou (Frankreich) | Silber: Cullen Jones (USA) | Bronze: Cesar Cielo (Brasilien)
Leichtathletik, Kugelstoßen (Männer): Gold: Tomasz Majewski (Polen) | David Storl (Deutschland) | Bronze : Reese Hoffa (USA)
Leichtathletik, 10.000-Meter-Lauf (Frauen): Gold: Tirunesh Dibaba (Äthiopien) | Silber: Sally Kipyego (Kenia). Die zuvor favorisierte Kenianerin Vivian Cheruiyot gewinnt mit ziemlich genau 30 Sekunden Rückstand zur Siegerin die Bronzemedaille.
Was noch?
Fußball (Frauen): Brasilien ist raus! Das Team um Superstar Marta verliert das Viertelfinale gegen die Weltmeisterinnen aus Japan mit 0:2. Auf die warten nun im Halbfinalle die Französinnen, die sich mit 2:1 gegen die Schwedeninnen durchsetzten. Ebefalls ausgeschieden sind die in der Vorrunde so starken Britinnen, die Kanada mit 0:2 unterlagen. Schließlich besiegten die USA Neuseeland mit 2:0.
Beachvolleyball (Frauen): Im innerdeutschen Achtelfinale schlugen die Hamburgerinnen Sara Goller und Laura Ludwig das Berliner Duo Katrin Holtwick und Ilka Semmler mit 2:0 (21:16,21:15). Weiter sind auch die brasilianischen Weltmeisterinnen Larissa Franca und Juliana Silva sowie die zweifachen Olympiasiegerinnen Misty May-Treanor und Kerri Walsh aus den USA, die die holländischen Europameisterinnen Sanne Keizer und Marleen van Iersel mit 21:13 und 21:12 aus dem Turnier warfen.
Für Kaiserslautern wird's eng. Die Turn- und Sportgemeinschaft 1899 Hoffenheim e.V. hat das Relegationshinspiel gegen den FCK deutlich gewonnen.

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Das Team: Aus den Stadien und dem Deutschen Haus berichtet der taz-Sport-Redakteur Andreas Rüttenauer, der taz-Groß-Britannien-Korrespondent Ralf Sotschek und der taz-online-Redakteur Oliver Pohlisch.
In Berlin sind dabei: Doris Akrap, Svenja Bednarczyk, Jannis Carmesin, Sigrid Deitelhoff, Jan Feddersen, Anne Fromm, Daniel Heyd, Dominic Johnson, Jasmin Kalarickal, Jörg Kohn, Johannes Kopp, Richard Nöbel, Erik Peter, Jan Scheper, Petra Schrott, Peter Unfried, Jens Uthoff, Markus Völker, Tommi Winkler, Deniz Yücel, Adam Zapert.
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Leserkommentare
13.08.2012 10:19 | Deutsch-Pole
Tja, das stinkt wohl der deutschen Seele, wenn man gegen Polen verliert...
04.08.2012 09:48 | neubau
Eure Überschriften werden auch immer blöder... "Polen" hat also gewonnen, ist klar. Und beim Fußball haben "die Italiener" ...