9/4-Salto vorwärts mit halber Schraube: Was sich nach Kinderspaß anhört, ist technisch eine der anspruchvollsten Turndisziplinen bei Olympia: Trampolin!von Anne Fromm

Irrer 9/4-Salto vom Trampolin (was leider meist nicht zu sehen ist) aus. Bild: dpa
Was passiert? 1964 wird der internationale Trampolinverband gegründet, initiiert vom Deutschen Turnerbund. Seit 2000 ist Trampolin als Teildisziplin des Turnens olympisch. Es werden Einzelwettbewerbe der Frauen und Männer ausgetragen – es gibt auch Synchronspringen, allerdings nicht bei Olympia – bei denen jeweils 32 TurnerInnen gegeneinander antreten.
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Die turnen Pflicht und Kür. Jedes der beiden Programme beeinhaltet jeweils zehn Sprünge, dementsprechend zehn Tuchberührungen entweder mit den Füßen, auf dem Rücken, auf dem Bauch oder im Sitzen. Im Pflichtprogramm sind die Elemente festgelegt, in der Kür sind sie frei kombinierbar. Die besten acht TurnerInnen springen schließlich nochmal eine Finalkür.
Worauf kommt's an? Kurz gesagt darauf, wie Adolf, Rudolf und Randolf aussehen. Das sind keine Trainer, sondern die Namen bestimmter Sprünge. Bewertet werden Schwierigkeitsgrad, Ästhetik und seit neuestem sogar Flughöhe (bisher wurden bis zu sieben Meter erreicht).
Die Luftelemente bestehen aus Drehungen, Schrauben, Hocke, Schere und Salto – alles gern in doppelter, dreifacher oder 9/4-facher (zwei ganze und ein Viertel) Ausfertigung. Das „Riesen-Baby“ zum Beispiel folgt nach einer Rückenlandung und besteht aus einem 9/4-Salto vorwärts mit einer halben Schraube.
Auf wen kommt's an? Die Chinesen und die Kanadier sind ungeschlagene Spitze. Bei den Männern haben der Kanadier Jason Burnett (er hält aktuell den Weltrekord) und der Chinese Dong Dong (Bronze in Peking) wieder die besten Chancen aufs Treppchen zu springen. Der Deutsche Henrik Stehlik wurde in Peking Letzter und tritt in diesem Jahr zu seiner letzten Olympiade an.
Bei den Frauen gelten die Chinesin Wenna He (Gold in Peking) und die Kanadierin Karen Cockburn (Silber in Peking) am besten. Für die Deutschen springt Anna Dogonadze. Sie ist die einzige Turnerin im Wettbewerb, die bisher bei allen Olympischen Spielen dabei war. 2004 gewann sie in Athen Gold, in Peking ging sie leer aus. In diesem Jahr war bis kurz vor Beginn der Spiele nicht klar, ob sie turnen würde, weil sie sich vor kurzem an der Bandscheibe verletzt hat.
Trampolin der Männer, Freitag ab 15 Uhr die Qualifikation und ab 16:25 Uhr das Finale. Trampolin der Frauen, Samstag ab 15 Uhr die Qualifikation und ab 16:25 Uhr das Finale.
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Leserkommentare
03.08.2012 14:24 | Heinz
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