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Post-Oranienplatz Eine menschliche Lösung

Kommentar von

Sebastian Heiser

Berlin macht Hamburg vor, welche Möglichkeiten Stadtstaaten in der Flüchtlingspolitik haben.

B erlin zeigt, welche Möglichkeiten eine Stadt in der Flüchtlingspolitik hat. Die Landespolitik kann zwar das Arbeitsverbot nicht abschaffen – das könnte nur der Bund. Berlin kann auch die Dublin-III-Verordnung der Europäischen Union nicht neu fassen oder die Residenzpflicht abschaffen. Aber eine Stadt kann durchaus etwas entscheiden: Und zwar, ob sie ihre Flüchtlinge wie Menschen behandeln will oder nicht.

Das zeigt sich vor allem beim direkten Vergleich mit dem Stadtstaat Hamburg. Der dortige, übrigens von der SPD allein gestellte Senat lehnt es ab, den Lampedusa-Flüchtlingen in irgendeiner Form zu helfen oder auch nur mit ihnen über ihre Forderungen zu reden. Sie bekommen dort kein Dach über dem Kopf, kein Geld, keine Lebensmittel und bei Krankheit auch keine Medikamente.

Wenn es nach dem Hamburger Senat ginge, würden die Flüchtlinge auf der Straße verhungern. Sie können nur dank der privaten Hilfe von Kirchen und Unterstützern überleben. Die Polizei kontrolliert gezielt dunkelhäutige Menschen, um Flüchtlinge ohne Aufenthaltsrecht zu finden und abzuschieben.

Sebastian Heiser

Berlin zeigt, dass es besser geht. Dass man mit Flüchtlingen über ihre Rechte verhandeln kann. Dass sie im öffentlichen Raum präsent sein dürfen, sogar einen Platz besetzen können. Dass man, selbst wenn man für die meisten Forderungen nicht zuständig ist, trotzdem miteinander reden und zumindest für die existenziellsten Fragen eine Lösung finden kann. Eine Unterkunft mit einem festen Dach, durch das es nicht hereinregnet. Ein Zimmer mit Bett und Matratze. Essen, Toiletten, Heizung, Duschen.

Das klingt so selbstverständlich. Aber das ist es leider nicht.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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3 Kommentare

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  • Nicht alle offiziell auf der Liste stehenden haben ein Bett!!!! Ihnen wird gesagt ein Platz auf der Liste bedeutet nicht einen Schlafplatz zu haben. Was ist das denn bitte????

  • D
    D.J.

    Was "vergessen" wurde zu erwähnen: Ein Großteil der genannten Migranten in Hamburg verweigert nach wie vor irgendeine Idenitätspreisgabe.

    • 8G
      8545 (Profil gelöscht)

      @D.J.:

      Das steht zwischen den Zeilen:

      Wenn der HH Senat halbwegs menschlich handeln würde, dann könnten die Schutzsuchenden dort auch ihre Namen nennen.