Seevögel können Fischerboote erkennen

Basstölpel sind clever

Sie verbringen den Großteil ihres Lebens in der Luft. Und Basstölpel können Fischerboote in Entfernungen von über zehn Kilometern erkennen.

Ein Basstölpel (Morus bassanus) nahe Helgoland. Bild: dpa

CORK dpa | Fischerboote üben eine deutlich größere Anziehungskraft auf Seevögel aus als bislang angenommen. Das zeigt eine Studie mit Basstölpeln rund um die britischen Inseln, die im Journal Current Biology veröffentlicht wurde. Demnach beeinflussen Fischerboote das Verhalten der großen Vögel bis zu elf Kilometer vom Schiff entfernt.

Eine irisch-britische Forschergruppe um Thomas Bodey von der Universität Exeter untersuchte das Verhalten von Basstölpeln in sechs Kolonien und verglich es mit Daten zu Schiffsbewegungen im selben Gebiet. Die Einflussbereich von Schiffen auf Seevögel in der Umgebung hatte einen Durchmesser von 22 Kilometern, fanden die Wissenschaftler aus Cornwall (Großbritannien) und Cork (Irland) heraus.

„Wir wussten, dass Basstölpel und andere Seevögel regelmäßig Fischerbooten folgen. Wir hatten es aber für ein eher lokales Phänomen gehalten und waren überrascht, in welchem Ausmaß das Vogelverhalten beeinflusst wurde“, erklärte Autor Thomas Bodey von der Universität Exeter in einer Mitteilung.

Basstölpel (Morus bassanus) haben eine Flügelspannweite von knapp zwei Metern. Sie verbringen fast ihr ganzes Leben auf See und brüten in großen Kolonien an Steilküsten. Beifang und Fischabfälle sind eine beliebte Nahrungsquelle für die Vögel, deren Bestand stetig wächst.

Bodey und seine Kollegen stellten auch fest, dass die Tiere genau unterscheiden, mit welcher Art von Boot sie es zu tun haben und ob es gerade fischt oder nicht. Setzten die Schiffe etwa Schleppnetze in tieferen Gewässern ein, wechselten die Basstölpel zu ihrem typischem Verhalten bei der Nahrungssuche. Andere Boote hingegen waren attraktiver für die Vögel, wenn sie nicht fischten – vermutlich, weil der Fang an Bord verarbeitet wurde und mehr Fischabfall anfiel.

„Der Einfluss von Fischereiabfall auf Seevögel ist vielschichtig und kann je nach Tierart sowohl positiv als auch negativ sein“, sagte Bodey. Kenntnisse über die Anziehungskraft der Schiffe seien für die Meeresraumplanung und Fischereipolitik von großer Bedeutung.

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