„Sie werden gleich verbunden ...”

Die Wahrheit im Telefon

Kein sedierendes Gedudel, dafür Gedichte aus der „Wahrheit“ – die einzigartige taz-Telefonwarteschleife jetzt mit neuen Texten.

Es gibt Menschen, die rufen in der taz an, um die Warteschleife hören zu können. Hoffentlich legen sie früh genug wieder auf. Bild: ap

Wenn ein Unternehmen viele Kunden hat, wird es oft angerufen. Leider steht dann gern mal jemand auf der Leitung. Aber dafür gibt es ja Warteschleifen.

„Leider kann man die Warteschleife nicht käuflich erwerben“

Die jedoch in den meisten Firmen brutale Scheußlichkeiten aus der Abteilung Fahrstuhlmusik bieten und Geld und Nerven der Anrufer kosten und kosten ...

Ihre gut 50.000 Kunden quälen möchte die taz nur ungern. Und deshalb hat die Werbeabteilung vor gut zehn Jahren eine etwas andere Warteschleife für die taz herstellen lassen - mit Gedichten von der Wahrheit-Seite.

Die mit Musik unterlegte Poesie hat seither einige Beliebtheit erlangt. Es gibt nicht wenige Leser, die eigens wegen der Lyrik anrufen. Inzwischen ist die außergewöhnliche Wartepoesie der taz sogar in mehreren Radioreportagen verewigt worden.

Aber zehn Jahre sind eine lange Zeit. Immer dieselben Werke hören kann zu einer gewissen Ermüdung führen. Deshalb gibt es jetzt einen neuen Zeitvertreiber - wieder mit Gedichten von der Wahrheit. Die Verse stammen von Reinhard Umbach, Kathrin Passig, Thomas Gsella, Peter P. Neuhaus, Georg Raabe, Kriki und Holger Wicht. 

Klassische Musik für noch mehr Wucht

Ausgewählt und eingesprochen hat sie erneut Wahrheit-Redakteur Michael Ringel, der bei der Produktion im Tonstudio von „Der Apparat” nur zwei, drei kleine Hänger hatte.

Bei der Postproduction durch die Radioprofis wurde dann die Standardansage zwischen die Gedichte geschnitten und das Ganze schließlich mit klassischer Musik unterlegt – damit zum Beispiel „das perfekte Gedicht” von Reinhard Umbach mit noch mehr Wucht daherkommt:

„Der schönste Vers der deutschen Zunge / ist keiner, der geschrieben stand; / es ist der täglich wieder junge / aus Schaffnermund im Sauerland. / Sein Zug aus Kassel will nach Hagen / und hielt zuletzt in Bredelar. / Und kurz danach hört man ihn sagen - / fünf Worte bloß und doch so wahr! - / ganz leis aus einem Deckenspalt: / 'Der nächste Halt ist Brilon-Wald!'”

Leider kann man die Warteschleife, wie oft angefragt wird, nicht käuflich erwerben. Deshalb sollten Leser mit Sinn für Poesie ab sofort die gewohnten Abo-Nummern der taz wählen, um sich beim Warten lyrisch einstimmen zu lassen: „taz. die tageszeitung. Sie werden gleich verbunden! So lange – Gedichte von der Wahrheit-Seite ...”

Wir machen diesmal jedoch eine kleine Ausnahme. Hier können Sie sich einen Teil der Warteschleife auch ohne Anruf in der taz anhören:

 

MICHAEL RINGEL, 53, ist Wahrheit-Redakteur