Durch die globale Erwärmung drohen Katastrophen. Doch die Politik bewegt sich nur langsam. Für Menschen, die im Alltag etwas tun, könnte der Staat mehr tun.von Philipp Brandstädter

Die Schlote des Kohlekraftwerks rauchen - dagegen kommt der einzelne Radler mit seinem klimaschonenden Transportmittel nicht an. Bild: reuters
Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürrekatastrophen. Die globale Erwärmung wird zu heftigen Katastrophen führen, warnt der jüngste Bericht des Weltklimarats. Während der Klimawandel in den Entwicklungsländern immer mehr Menschenleben fordern wird, sollen in Europa zunehmende Hitzewellen enorme Kosten verursachen, prognostizieren die Fachleute vergangene Woche.
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Es ist zu befürchten, dass sich die Staaten auch auf dem Klimagipfel im südafrikanischen Durban wieder nicht auf ein ehrgeiziges Klimaabkommen einigen können, das eine wirksame Katastrophenvorsorge enthält und die Industrie zu Veränderungen zwingt. Schon deshalb dürfte sich der Blick wieder auf die BürgerInnen richten: Sie sollen doch etwas zum Klimaschutz beitragen. Doch können wir etwas ausrichten, indem wir mehr Strom und Wasser sparen, weniger Fleisch essen und mehr Fahrrad fahren?
Mit der Nullemission von CO2 und Feinstaub stehen Radfahrer erst mal als Helden da. Würde ein Berufspendler werktags in die Pedale treten und fünf Kilometer radeln anstatt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, könnte er pro Jahr eine Tonne CO2-Emissionen sparen, schätzt das Bundesverkehrsministerium. Die eigene Gesundheit fördern und Geld sparen würde er ganz nebenbei auch.

Was Politiker, Ökologen und Autorinnen zur sonntazfrage sagen, lesen Sie in der nächsten sonntaz vom 26./27. November 2011 – ab Sonnabend zusammen mit der taz am Kiosk oder am eKiosk auf taz.de. Die sonntaz kommt auch zu Ihnen nach Hause: per Wochenendabo. Und für Fans und Freunde: facebook.com/sonntaz.
Foto: tazÜber achtzig Millionen Fahrräder gibt es in Deutschland. Weil das Radfahren jedoch häufig auch umständlich und gefährlich ist, zieht der Bundesbürger im Durchschnitt öffentliche Verkehrsmittel dem Fahrrad vor. Doppelt so häufig geht er lieber zu Fuß.
Dagegen wird in Dänemark und den Niederlanden mehr als doppelt so oft Fahrrad gefahren als in Deutschland. Womöglich wegen der staatlichen Förderung fahrradfreundlicher Konzepte. Während in Kopenhagen auf allen Hauptverkehrsstraßen eine grüne Ampelwelle für Radfahrer eingeführt wurde, bauen die Holländer ihr Schnellradwegenetz aus. Radfahrer nutzen hier asphaltierte, beschilderte, beleuchtete und häufig mehrspurige Wege. Sie verbinden Orte miteinander, die bis zu zwanzig Kilometer auseinander liegen.
Ähnliche Fahrradprojekte sind auch schon in Teilen Deutschlands erfolgreich. Im Münsterland, wo das holländische Konzept der Schnellradwege bereits aufgenommen wurde, steigt ein Bürger dreimal so oft aufs Rad wie im Bundesdurchschnitt. Zum Wohl der Umwelt und der eigenen Fitness - dabei müssen sie sich häufig mit zugeparkten Radwegen, ignoranten Baustellenplanern und dem Gestank der Autos herumärgern.
Was meinen Sie: Muss der Staat das Radfahren belohnen?
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Leserkommentare
07.12.2011 07:31 | altesFahrrad
Nein, nicht direkt. ...
01.12.2011 11:14 | mein Name ist Legion
Dieser Staat würde sicher liebend gerne die Radler subventionieren. Wenn er es sich denn nur leisten könnte: Leider, leider ...
28.11.2011 15:20 | manfred (59)
Nein, ganz gewiß nicht. Bei meinen täglichen Gängen bin ich mehr damit beschäftigt, auf Fußwegen klingelnden und keifenden ...