Die japanische Regierung will eine Inselgruppe kaufen, die China auch für sich beansprucht. Auf dem Meeresboden werden große Gasvorkommen vermutet.

Der Streit um die Senkaku-Inseln droht zu eskalieren. Bild: dapd
TOKIO afp | Die Regierung in Tokio wird Zeitungsberichten zufolge eine zwischen Japan und China umstrittene Inselgruppe im Ostchinesischen Meer kaufen. Ein Kaufvertrag für drei Senkaku-Inseln in Höhe von umgerechnet rund 21 Millionen Dollar dürfte schon bald mit den Besitzern unterzeichnet werden, berichtete „Yomiuri Shimbun“ am Mittwoch unter Berufung auf ungenannte Regierungsvertreter.
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Nach Informationen der Zeitung Asahi Shimbun wird das Kabinett von Ministerpräsident Yoshihiko Noda die Verstaatlichung der Inseln bestätigen. Noda wird demnach die chinesische Seite in diesem Monat am Rande der UN-Vollversammlung über den Schritt informieren.
Beide Länder erheben Anspruch auf die unbewohnte Inselgruppe, die in China Diaoyu-Inseln heißen. Tokio beruft sich auf das Jahr 1885, in dem Japan die Kontrolle der Inseln übernahm. Peking hält dagegen, die Diaoyu-Inseln hätten bereits während der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) zu China gehört und seien auf Landkarten und in einem Buch verzeichnet gewesen.
Der Streit brach im August offen aus, nachdem chinesische Aktivisten auf einer der Inseln gelandet waren und japanische Nationalisten daraufhin auf dem Mini-Archipel die japanische Flagge gehisst hatten. Aus Protest gingen danach tausende Menschen in mehr als 20 chinesischen Städten auf die Straße.
Die Inselgruppe ist von strategisch wichtiger Bedeutung, zudem werden auf dem Meeresboden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Vier der fünf Senkaku-Inseln sind derzeit in Privatbesitz, die fünfte gehört der Hauptstadt Tokio. Deren Gouverneur Shintaro Ishihara hatte im April den Kauf weiterer Inseln angekündigt. Medienberichten zufolge will die Regierung dem Gouverneur zuvorkommen, um eine weitere Eskalation des Territorialstreits mit China zu vermeiden.
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