Todesstrafe in den USA: Hegseth kündigt Militärhinrichtung als Livestream an
Der Amokläufer von 2009, Nidal Hasan, soll in den USA vor laufenden Kameras erschossen werden. Christa Pike, die in Tennessee eine Hinrichtung überlebte, kann indes wieder laufen.
Foto: Paul Hennessy/imago
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat angekündigt, dass die Hinrichtung des ehemaligen amerikanischen Armeeoffiziers Nidal Hasan, der 2009 einen tödlichen Amoklauf verübt hatte, per Livestream übertragen werden soll. Dies erklärte er in einem Gespräch mit dem rechten Nachrichtensender „Real America’s Voice“ am Donnerstag. Auf welcher Plattform die Übertragung geplant ist, sei noch nicht geklärt.
Laut Hegseth werde die Regierung sicherstellen, „dass die Menschen dabei zusehen können“, wenn Hasan Anfang Dezember per Erschießungskommando hingerichtet wird.
„Die Leute müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen“, sagte Hegseth.
Die USA unter Trump
Im November 2024 gewann Donald J. Trump zum zweiten Mal eine Präsidentschaftswahl in den USA und amtiert seit Januar 2025 als 47. Präsident. Er treibt den Umbau öffentlicher Einrichtungen und einen Kurswechsel in der Außenpolitik voran.
Anschlag auf Militärbasis in Texas 2009
Hasan wurde 2013 von einem US-Militärgericht wegen vorsätzlichen Mordes schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Der ehemalige Soldat und Psychiater verübte am 5. November 2009 auf der texanischen Militärbasis Fort Hood einen Amoklauf. Er tötete dabei 13 Menschen und verletzte 32 weitere während er „Allahu akbar“ – „Gott ist groß“ – rief.
Der Amoklauf endete erst, nachdem er viermal angeschossen und von zivilen Sicherheitskräften festgenommen worden war. Er ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt.
Während seines Prozesses im Jahr 2013 vertrat sich Hasan selbst und erklärte in seinem Eröffnungsplädoyer: „Die Beweise werden eindeutig zeigen, dass ich der Schütze bin.“
Hasan, ein in den USA geborener Muslim, gab an, dass er die „Seiten wechselte“ und den Amoklauf als Reaktion auf die US-Kriege im Irak und in Afghanistan verübt habe. Der Vorfall ereignete sich, einen Monat bevor er selbst zu einem Auslandseinsatz nach Afghanistan hätte aufbrechen sollen.
Hasans Amoklauf war der tödlichste, der jemals auf einer US-Militäranlage verübt wurde.
Erste Militärhinrichtung seit 65 Jahren
Die letzte militärische Hinrichtung in den USA fand im Jahr 1961 statt. Damals wurde der Soldat John Bennett gehängt, nachdem er wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen Mädchen in Österreich verurteilt worden war.
Die letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando beim US-Militär gab es während des Zweiten Weltkriegs. Warum das Pentagon nun die Entscheidung traf, ausgerechnet diese Hinrichtungsmethode zu verwenden, ist nicht bekannt.
US-Präsident Donald Trump – ein bekennender Unterstützer der Todesstrafe – hatte erst vor wenigen Tagen der Empfehlung von Verteidigungsminister Hegseth zugestimmt und eine Hinrichtung per Erschießungskommando abgesegnet.
Hasan soll laut US-Militär am 3. Dezember um 13 Uhr Ortszeit hingerichtet werden. Vollstreckungsort wird die Militäranlage Fort Hood sein, wo er vor 17 Jahren seinen Amoklauf verübt hatte. Ob Hasan Rechtsmittel einlegen wird, die seine Hinrichtung noch verzögern könnten, ist nicht bekannt.
Christa Pike kann wieder gehen
Die Bestätigung über Hasans bevorstehende Hinrichtung erfolgte, nur wenige Tage nachdem eine fehlgeschlagene Hinrichtung durch Giftspritze im US-Bundesstaat Tennessee weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.
Die verurteilte Mörderin Christa Pike überlebte in der vergangenen Woche die Verabreichung eines tödlichen Medikamentencocktails. Die Giftspritze führte zwar nicht zu ihrem Tod, hinterließ jedoch nach Angaben ihrer Anwälte Verbrennungen und Blasen an ihren Armen.
In den ersten Tagen nach dem Vorfall lag Pike bewusstlos im Krankenhaus und wurde künstlich beatmet. Am Donnerstag erklärten ihre Anwälte jedoch, dass sie mittlerweile wieder gehen und essen würde.
Die gescheiterte Hinrichtung hat die Kritik an der Art und Weise, wie die US-Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, neu entfacht. Wie es im Fall der 50-jährigen Pike weitergeht, bleibt ungewiss.
Am Mittwoch wurde in Texas die erste Hinrichtung seit dem Vorfall in Tennessee durchgeführt. Es war die insgesamt 30. Hinrichtung in diesem Jahr.
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