Der spanische Nationalspieler Xavi passte über hundert Mal den Ball und landete damit einen Rekord. Ein Videoclip macht diese Leistung zum Genuss. von Frauke Böger

Yeah Xavi (M., mit der 8)! Bild: dapd
136 Mal nahm er Kontakt zu seinen Mitspielern auf. 136 Mal spielte er das Spiel, wie wir es lieben. 136 Mal zeigte er, was spanischer Fußball heute ist. 136 Mal gab er ab, was jeder Fußballer haben will. 136 Mal versuchte er, ein Spiel aufzubauen.
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Im EM-Spiel gegen Irland passte der Spanier Xavi Hernandez 136 Mal den Ball. Es war ein Trauerspiel für die Iren. Es war ein Fest für Spanienfans. 136 Pässe sind Rekord. Und sie sind schön. Genauso schön ist, dass der Youtube-User Dervyx sich die Mühe gemacht hat, alle 136 Pässe raus- und hintereinander zu schneiden. 6 Minuten und 21 Sekunden dauert das Schauspiel. 6 Minuten und 21 Sekunden Entspannung. Unterlegt mit dem schönen Klavierstück „Everyday“ von Carly Comando.
Lehnen Sie sich zurück, drehen Sie die Lautstärke auf und lassen Sie sich beeindrucken. Nicht mal mitzählen müssen Sie, ein Zähler im Video nimmt Ihnen die letzte Anstrengung ab. Zwischendurch werden Sie es nicht glauben können, dass das alles in einem Spiel passiert ist und sie werden immer wieder einen kritischen Blick auf die Gegenspieler werfen, ob es auch wirklich immer die Iren in ihren grünen Trickots sind. Sie sind es.
Die Spanier halten den bisherigen Spitzenplatz an Zahl und Erfolg der gespielten Pässe während der EM 2012: 2.411 versuchte Pässe, davon sind 1.978, also 82 Prozent angekommen, sagt die Uefa-Statitik. Xavi hält im Vergleich der Spieler den gleichen Platz mit der gleichen Quote.
Am Samstagabend steht das nächste Spiel der Spanier an – Viertelfinale gegen Frankreich. Hoffen wir auf ein Schauspiel dieser Art.
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Unser Programm: taz.de begleitet die Fußball-EM 2012 in den Schwerpunkten „Aufm Platz“ mit allen Spielberichten und Analysen, „Mixed Zone“ mit allem, was in Sachen Fußball eben nicht auf dem Spielfeld passiert und „Tribüne“, der die Perspektive von außen aufs Geschehen einnimmt.
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Das Team: Aus den Stadien und dem Quartier der deutschen Mannschaft berichten die taz-Sport-Redakteure Andreas Rüttenauer und Markus Völker. In Warschau beobachten Gabriele Lesser und Uli Räther das Geschehen, in Kiew Juri Durkot. In Berlin sind dabei: Svenja Bednarczyk, Frauke Böger, Michael Brake, Jan Feddersen, Enrico Ippolito, Johannes Kopp, Katerina Mishchenko, Barbara Oertel, Erik Peter, Jan Scheper und Deniz Yücel.
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Leserkommentare
24.06.2012 17:57 | Johannes
Xavi ist vermutlich der beste Spielgestalter aller Zeiten. Es ist ein Genuss ihm zuzuschauen.
24.06.2012 04:07 | Augen weh
Bei der Schnitttechnik tun mir bloß die Augen weh, sonst bewirkt der Clips nix.
23.06.2012 16:15 | Dhimitry
Xavi ist das Sinnbild des spanischen Verwanltungsfussballs. Den Spaniern zu zugucken ist wie Anstehen auf dem Amt. Es dauer ...