• 21.3.2019

Was fehlt …

… die Katze namens Brexit

Welch ungeheuerliche Provokation Nathalie Loiseau da auf ihrem Facebook-Account von sich gab, war ihr wohl zuerst gar nicht bewusst. Doch dann brach der mittlerweile übliche Sturm im digitalen Wasserglas über die französische Europaministerin herein. Was war geschehen? Die 54-jährige hatte einen Witz erzählt, dessen Pointe im Wesentlichen darin lag, dass sie ihre Katze auf den Namen „Brexit“ umgetauft habe, weil der Vierbeiner immer laut miauend vor der Tür sitze, bis sie ihm die Tür öffne – dann schaue das Tier nur noch fragend, verlasse das Haus natürlich nicht und sei sauer, wenn sie es hinaus setze. The Independent machte daraus prompt eine provozierende Haltung gegenüber dem britischen Volk. Doch es kommt noch viel schlimmer: Die Ministerin hat Fake News – oder, wie Nutzer im Internet es nannten: Fake mews („falsches Miauen“) verbreitet – und das im doppelten Sinne! Denn erstens hat sie ihre Katze nicht umbenannt. Und zweitens besitzt sie keine Katze. Die wenig kreative Wiederholung eines nicht mehr besonders neuen Witzes und die damit verbundene unendlich bösartige Verleumdung des gesamten britischen Volkes verkommen da fast zur Bagatelle.