Ägypten in Aufruhr

Stabilität und Tourismus

Ägypten ist auf den Tourismus angewiesen. Die von den Urlaubern mitgebrachten Devisen sind ein wesentlicher Stabilitätsfaktor für das Land.

Anhaltender Protest auf dem Tarhir-Platz in Kairo.   Bild: dapd

BERLIN taz | Jetzt, in Zeiten der Gewalt, einen Reisebericht aus Ägypten zu veröffentlichen scheint wenig angebracht. Doch es ist eine Reise, die eine soziale Realität des Landes beleuchtet, das derzeit die Schlagzeilen dominiert. Reisen - auch wenn es heute vor allem als Entspannungsprogramm gehandelt wird - dient vor allem dazu, sich ein eigenes Bild vom Land zu machen und den Alltag der Menschen kennenzulernen.

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Nach der Eskalation der Gewalt hatte das Auswärtige Amt erstmals Reisewarnungen für Kairo, Alexandria und Suez herausgegeben. "Von Reisen in die übrigen Landesteile einschließlich der Urlaubsgebiete am Roten Meer wird dringend abgeraten", hieß es.

Außerdem wurde die Ausreise aus Kairo, Alexandria und Suez ernsthaft empfohlen, dazu sollten die Angebote der Fluggesellschaften genutzt werden. Der Mitteilung zufolge berät die deutsche Botschaft in Kairo Ausreisewillige und organisiert nach Möglichkeit gesicherte Konvois zum Flughafen.

Die Verbraucherzentrale Berlin hatte angesichts der aktuellen Ereignisse für Fragen rund um Reisen nach Ägypten und Tunesien extra eine Service-Hotline eingerichtet. Dort wurden die wichtigsten Fragen zu Urlaub in den beiden nordafrikanischen Länder Ägypten und Tunesien beantwortet.

Dass sich das Auswärtige Amt mit Reisewarnungen zurückhält - für das inzwischen beruhigte Tunesien gab es keine solche -, ist zunächst der Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verluste für die Veranstalter, aber auch für die Wirtschaft des Zielgebiets geschuldet.

Für Ägypten wie für Tunesien ist der Tourismus eine der wichtigsten Einkommensquelle. Für die im Tourismus Beschäftigten ist sein Zusammenbruch eine Katastrophe, da sie meist von heute auf morgen und ohne Absicherung auf der Straße stehen.

Wenn man den arabischen Frühling ernst nimmt, kann man beiden Ländern für einen gesellschaftlichen Wandel nur wünschen, dass die Reiseveranstalter diese Ziele bald wieder anfliegen.

Er ist ein Stabilitätsfaktor, der neben Arbeit und Devisen auch Offenheit, Modernität und Verständnis bringen kann.

 

In den letzten Jahren hat sich ein vom Terror heimgesuchte Städtchen am Roten Meer von einer Hippie-Oase zum fast normalen Urlaubsort gewandelt. Doch was tun, wenn schon bei der Anreise der Koffer verloren geht?

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