Trumps Kampf gegen die Universitäten: Columbia knickt ein
Unter Druck wegen des Entzugs von US-Bundesmitteln sichert die Columbia-Universität zu, alle Forderungen der Regierung zu erfüllen. Die Rechte jubelt.
Foto: Eduardo Munoz/reuters
Die Leitung der New Yorker Columbia-Universität hat sich den ultimativen Forderungen der Trump-Regierung gebeugt. Am Freitag, dem letzten ihr für eine Antwort zugestandenen Tag, veröffentlichte die Universität eine Stellungnahme, in der sie eine Neusortierung ihres Umgangs mit studentischen Protesten, die zukünftige Verwendung der IHRA-Antisemitismusdefinition und eine externe Aufsicht über das Institut für Regionalstudien zusagt.
Dazu kommt der Aufbau einer eigenen Security-Einheit mit Befugnissen zur Festnahme protestierender Student*innen, die eng mit der New Yorker Polizei zusammenarbeiten soll. Ebenso sichert die Universität zu, ihre sogenannte Titel-VI-Politik zu überarbeiten. Gemeint ist die Umsetzung eines Artikels aus der Bürgerrechtsgesetzgebung von 1964, der Diskriminierung aufgrund von Merkmalen wie Hautfarbe und Herkunft verbietet. Für die politische Rechte sind Förderprogramme für Minderheiten (DEI – Diversität, Gleichheit und Inklusion) Verstöße gegen diesen Artikel.
Die Forderungen hatte die Regierung vor zehn Tagen der Universität in einem kurzen Brief übermittelt. Zuvor hatte sie der Universität am 7. März 400 Millionen US-Dollar an Bundesmitteln gestrichen. Die Erfüllung der Forderungen, hieß es im Schreiben an die Universität, sei eine Vorbedingung dafür, in Gespräche über die Wiederbereitstellung der gestrichenen Fördermittel zu treten. Eine Garantie, dass Columbia die Mittel wiederbekommt, gibt es nicht.
In der akademischen Community war das Vorgehen der Regierung allgemein als erpresserischer Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit gewertet worden.
Der Uni Pennsylvania droht Entzug von 170 Millionen Dollar
Seit den Protesten auf dem Campus gegen Israels Vorgehen in Gaza, verbunden mit der Forderung, die Uni möge alle ihre institutionellen und ökonomischen Verbindungen zu Israel kappen, stand die Universitätsleitung unter starkem Druck. Insbesondere von republikanischer Seite wurde ihr vorgeworfen, jüdische Studierende nicht ausreichend zu schützen und auf ihrem Campus Antisemitismus und Israelhass zuzulassen.
Mit dem Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar verschärfte sich der Ton gegenüber den Universitäten und der Wissenschaft allgemein. Von der Rechten als „woke“ kritisierte Forschungszweige wie Gender-, Rassismus- oder Klimaforschung wurden zur Zielscheibe. Programme und Forschungsgelder wurden gestrichen, Projekte auf Eis gelegt, Forscher*innen entlassen.
Auch der Universität von Pennsylvania droht die Streichung von 170 Millionen Dollar. Die Forderungen an die Columbia-Universität waren daher als großes Kräftemessen gesehen worden, die Reaktion der Uni darauf als Gradmesser akademischer Unabhängigkeit.
Kein Wunder, dass auf der Rechten die Freude über das Einlenken der Uni-Leitung jetzt groß ist. „Columbia gibt auf und die anderen Universitäten werden folgen“, schreibt der in Trumps MAGA-Bewegung einflussreiche Aktivist Christopher Rufo vom konservativen Thinktank Manhattan Institute in sozialen Medien, und weiter: „Das ist erst der Anfang.“
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