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Iran-KriegEin planloser Krieg eines verantwortungslosen US-Präsidenten

Bernd Pickert

Kommentar von

Bernd Pickert

Der US-israelische Krieg dauert an. Aber noch immer ist unklar, war Trump damit erreichen will. Um die iranische Bevölkerung geht es jedenfalls nicht.

Nach einem US-Angriff: Menschen in Teheran versuchen ihre Habseligkeiten zu Retten Foto: Morteza Nikoubazl/imago

Z wei Wochen dauert der Angriff der USA und Israels auf Iran inzwischen an – und allein in den ersten zehn Tagen haben die USA mehr Ziele bombardiert als im ersten halben Jahr des Krieges gegen den Islamischen Staat vor gut zehn Jahren, tödliche Irrtümer wie den Angriff auf die Mädchenschule in Minab eingeschlossen. Was der völkerrechtswidrige Krieg aber erreichen und wie er zu Ende gehen soll, darüber herrschen nach wie vor Planlosigkeit und Kommunikationschaos. Dabei sind zumindest ein paar Parameter erkennbar: Während für Israels Premier Benjamin Netanjahu jeder Tag Krieg ein politisches Geschenk ist, bedeutet jeder Tag länger für den US-Präsidenten ein immer größeres politisches Risiko.

Für Netanjahu ist jede Bombe ein Erfolg bei der Schwächung der als ultimative Bedrohung Israels wahrgenommenen Islamischen Republik. Für Donald Trump hingegen kann es politisch nicht egal sein, für welches Ergebnis er sein Versprechen gebrochen hat, keine neuen Kriege zu beginnen. Selbst Trump schafft es irgendwann nicht mehr, sich und seinen An­hän­ge­r*in­nen die Realität zurechtzulügen.

Dabei ordnet sich der Iran-Krieg zunächst in eine atemlose Abfolge von Ereignissen ein, die alle dazu gedacht scheinen, zu verhindern, dass über irgendetwas davon länger nachgedacht wird. Der Überfall auf Venezuela, um vom ICE-Desaster in Minneapolis abzulenken, das Gerede von der Einverleibung Grönlands, um von den Epstein-Files abzulenken, die Ölblockade Kubas, um von der Niederlage in der Grönlandfrage abzulenken.

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Und das ewige Gequatsche über die nie gesehene Schönheit des geplanten Ballsaals im Weißen Haus, um wiederum auf irgendetwas nicht zu antworten, etwa auf den Vorwurf der Respekt- und Stillosigkeit bei der feierlichen Überführung sechs im Iran-Krieg getöteter US-Soldaten. In dieser Atemlosigkeit sticht der Iran-Krieg schon jetzt heraus: Zwei Wochen an einem Thema zu bleiben, erscheint lang für diese Regierung. Die Kosten sind gewaltig, Benzinpreise und Inflation steigen, und die sich ständig widersprechenden Aussagen unterschiedlicher Regierungsmitglieder stellen auch die Geduld von Trumps Anhängerschaft auf die Probe.

Überhaupt keine Rolle bei den Überlegungen spielen allerdings die Menschen in Iran selbst, die Trump noch zu Beginn des Krieges ermutigte, bald sei die Stunde gekommen, in der sie selbst ihr Land würden regieren können. Nur um Tage später über mögliche Deals mit der Führung in Teheran nach dem Modell Venezuelas nachzudenken, dann wieder „bedingungslose Kapitulation“ zu fordern, eine neue Oberste Führung bestimmen zu wollen, ein unmittelbar bevorstehendes Kriegsende anzudeuten oder das genaue Gegenteil. Auf diesen Präsidenten kann sich niemand verlassen. Schon gar nicht die Iraner*innen, die womöglich in wenigen Wochen mit einem Regime alleingelassen werden, das seine volle Repressionskraft nach innen richten wird, wenn sich Trump einfach davongestohlen hat.

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Bernd Pickert
Auslandsredakteur
Jahrgang 1965, seit 1994 in der taz-Auslandsredaktion. Spezialgebiete USA, Lateinamerika, Menschenrechte. 2000 bis 2012 Mitglied im Vorstand der taz-Genossenschaft, seit Juli 2023 im Moderationsteam des taz-Podcasts Bundestalk. Bluesky: @berndpickert.bsky.social In seiner Freizeit aktiv bei www.geschichte-hat-zukunft.org
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43 Kommentare

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  • Ich glaube nicht, dass das planlos ist. Es geht primär um das Iranische Öl. Wie schon in Venezuela soll ein Marionettenregime installiert werden, dass das iranische Erdöl im Sinne der USA verwaltet und verkauft.

    Deshalb wird Ölinfrastruktur verschont und Israel gemaßregelt, wenn es Ölinfrastruktur angreift.

  • Ich würde dem Kommentar doch widersprochen wollen, der Plan ist, den Iran militärisch klein und kaputt zu bomben.



    Eine darüberhinaus gehende Perspektive gab es nie. Das ist der Plan.



    Und für mich überraschend erzeugen die Pasdaran und Basij-Einheiten sogar eine Rechtfertigung für diesen völkerrechtswidrigen Krieg, weil sie andere nicht direkt beteiligte Staaten wahllos angreifen. Selbst Zypern wird zum Ziel.



    Was merkwürdig ist, dass Trump durchaus als Kontinuität anderer US-Regierungen zu sehen ist, schon Ronald Raegen agiert vor allem militärisch und sonst sehr begrenzt, es hat die Region nicht stabilisiert.



    Deswegen kann es gut sein, dass dieser schlichte Zerstörungsplan aufgeht: das Regime bleibt, hat aber gar keine Anziehungskraft mehr, ist wirtschaftlich und militärisch kaputt, aber es kann keine militarisierte Außenpolitik mehr betreiben. Und wertet dann Israel, Ägypten und Saudi Arabien stark auf.



    Deren inneren Verhältnisse sind zwar nicht besonders positiv, aber deren autoritäre Systeme stehen dann ... Bis zum nächsten Aufstand. Die Instabilität der Region wird durch diesen Krieg sicherlich nicht beseitigt, ist auch nicht das Ziel.

  • Gibt es überhaupt noch eine Mehrheit demokratischer Gesellschaften, die gegen die Kriegsverbrecher Putin, Netanyahu oder Trump ankommen ? Selbst wenn sich jetzt am Beispiel USA herausstellt, dass sie gar nicht über das Waffenarsenal verfügen, mit dem sie gegen den Iran und später auch die chinesischen Annektionspläne ankommen, bleibt die Frage aktuell, ob sich der Wohlstand in den 'westlich' geprägten Demokratien erhalten kann, spielen für eine Aufrechterhaltung der Werte von Währungen und Aktien die Zugänge zu Rohstoffen und Märkten eine so große Rolle, dass es kaum (noch!) Gesellschaften gibt, die in der Lage wären, unabhängig zu wirtschaften und damit ihre eigene Bevölkerung versorgen zu können. Selbst die Aufrechterhaltung eines EU-Heimathandels wäre nur in Verbindung mit einem radikalen Konsumverzicht unter Inkaufnahme einem riesigen Abbau -dann überflüssiger- Arbeitsplätze möglich. Auch wenn dies der einzige Weg zu einer gemeinwohlorientierten Wirtschaftsform in Verbindung mit Verfassungsänderungen zur Beschneidung von Eigentum zugunsten der Gemeinschaft und einer gesetzlichen Garantie von Arbeit und Auskommen inklusive Wohnen. Das wäre dann eine vollendete DEMOKRATIE !

  • Leider scheint gerade alles immer zerstörerisch-totalitärer zu werden......Doch der Widerstand ist auch da: bei uns gegen Weimer, in den USA mit dem nächsten NO Kings day am 28.03.26. Nur mit den Iranerinnen, wie ihnen die so nötige und lebenswichtige Solidarität zukommen lassen ? Ich habe seit Jahren gefordert, dass die Revolutioinsgarden auf die EU Terroismusliste gesetzt werden sollten, aber da fängt eine Demokratie förderliche B oykot - Di vestion + S anktion Kampagne eigentlich erst an, denn solche Kampagnen sollten die transnationalen Netzwerke der Menschen für Demokratie und Umfairteilung globale Demokratie und Sozialisierung sowie care 4 the planet konkreter machen: welche Personen verdienen an Tod und Unterdrückung dort & hier, welche sind dagegen zu unterstützen. Wir haben versäumt das nach dem Zwischensieg der Zivilgesellschaften Irans + Israels mit dem - Make Love not war ! Prinzip und Obamas Verträgen, hätte diese Kampagne eben auch transnational weiter geführt werden müssen, sodass hier kenntlich und beschämbar werden hätte können, wer Unterdrücker bei Geschäften hilft, wer aber den anderen Zivile Geschäften, die zu stützen sind weil sie die einfachen Leute nähren!

  • Zu den für meine Person zumindest unerträglichen Kommentaren von "Wechselwähler" hier im Forum, sei an seine Adresse kurz angemerkt.

    Die Grundprinzipen demokratischer Rechtsstaaten sind eine Voraussetzung für persönliche Freiheiten zu der auch freie Wahlen gehören. Zur Einhaltung der Prinzipien gehört es auch keine Angriffskriege zu führen oder zu befürworten.

    Demokratien "verstecken" sich auch nicht hinter dem Völkerrecht, sondern nehmen es als verbindliche Grundlage um ein regelbasiertes und friedvolles Miteinander zwischen Staaten zu gewährleisten.

    Eines der obersten Prinzipien ist dabei das Gewaltverbot gemäß UN Charta. Es gilt universell und soll verhindern, das bei Konflikten zwischen Staaten nach dem Prinzip des "Recht des Stärkeren" verfahren wird.

    Wenn sie die daher die ablehnende Haltung der westlichen Demokraten als "Heuchelei" bezeichnen, zeugt das davon das sie das Wesentliche leider nicht verstanden haben.

    Heuchelei betreiben die Kriegstreiber, die suggerieren der iranischen Bevölkerung beizustehen und verantwortungslose Aufstachelung zum Widerstand betreiben, deren Konsequenzen sie nicht zu tragen haben, sondern die Bevölkerung.

  • Ob es von Trump richtig war, ohne völkerrechtliche Grundlage diesen Krieg gegen den Iran zu beginnen, darüber kann und muss man streiten. Aber jetzt wo Trump diesen Krieg schon mal angefangen hat, muss dieser Krieg auch konsequent auch zu Ende gebracht werden, und zwar so schnell wie möglich, nach dem Vorbild des Krieges gegen die damalige Diktatur von Saddam Hussein in Irak 2003. Und das heißt natürlich mit Bodentruppen - anders geht es nun einmal nicht. Und zwar muss dieser Krieg so schnell wie möglich zu Ende gebracht werden!

    Denn das jetzige Mullah-Regime, das gewissermaßen durch die Bombardements der USA und Israels nur "waidwund geschossen" wurde, aber eben immer noch an der Macht ist und "wütend um sich beißt", stellt eine gewaltige Gefahr für die ganze Welt dar.

    Z.B. deshalb:

    "Dünger wird bereits knapp – Wie der Irankrieg die weltweite Lebensmittel-Produktion bedroht"

    www.spiegel.de/wis...-aef3-9ff3f990fafa

    • @Rojas:

      Mit Bodentruppen in den Iran? Kann nur dann Sinn machen, wenn diese der letzte Schubser über den Abgrund des Regimes sind, die Bevölkerung auch weitgehend auf der Seite der USA stehen.



      Alles andere bedeutet langjährigen (Bürger-)Krieg, Chaos, Verluste und irrwitzige Kosten. Siehe Irak, Afghansistan, Vietnam uvm.

    • @Rojas:

      Dieser Krieg ist nicht von Trump ausgegangen. Sondern von Nethanjahu, der es geschafft hat Trumps Rückendeckung zu bekommen, und sogar eine Beteiligung der USA.

  • Wenn es Trump nicht um die iranische Bevölkerung geht, dann ist er eben ein "nützlicher Idiot".

    Da der Iran von von einem erzkonservativen, theokratischen Terror-Regime regiert wird, das Frauen, LGBTQs und die meisten Freiheitsrechte brutal unterdrückt, statt befreundeten Ländern humanitäre Hilfe zu leisten lieber Terrororganisationen finanziert, anderen Ländern mit der totalen Vernichtung droht, und das eigene Volk zur Machterhaltung zu Zehntausenden abschlachtet,



    sollte jeder Demokrat und jeder Linke und überhaupt jeder freiheitlich denkende Mensch JUBELN, dass endlich etwas gegen dieses Regime unternommen wird, ganz gleich aus welchem Grund, und ganz gleich, wer etwas dagegen unternimmt.

    Und dieses Verschanzen hinter dem Völkerrecht ist reine Heuchelei angesichts der nicht nicht demokratisch gewählten Unterdrücker-Mörder-Regierung des Irans.

    • @Wechselwähler:

      ‚ Wenn es Trump nicht um die iranische Bevölkerung geht, dann ist er eben ein "nützlicher Idiot".‘

      Ja, genau, für Netanjahu und seine Rechte Regierung. Und genau in dem Tenor - wenn auch nicht offen ausgedrückt- argumentieren Sie weiter. Völkerrecht? Wen juckt‘s. Hat man ja in Gaza und über Jahre in der Westbank auch ignoriert, warum sollte das also jetzt eine Rolle spielen.

  • Donald Trumps Iran War Agenda folgt zweierlei infamen Strategien:

    1. Trump will Supreme Court auf Deubel komm heraus den Kriegszustand nachliefern, nach dem Motto "Ich habe verstanden", dessen Abwesenheit dieser Supreme Court monierte, um ungehindert am US Kongress vorbei neben seiner Zollpolitk die US-Staatsverschuldung per Präsidenten Dekret zu neuen Höhen und Ufern zu treiben.

    2. Trump führt dabei den Irankrieg so, dass er nicht nur über Börsen-Insider Wissen verfügt, sondern entlang Auf und Ab hochnervöser Börsen-Indice Tagesverläufe selber Insiderwissen produziert, um sich gesetzt den Fall, dieses Insiderwissen als Finanzprodukt Wetten an Brod Insider hochpreisig zu Markte zu tragen, sich schamlos neben anderen MAGA Insidern privat zu bereichern entgegen alle bisher bestehend geltenden Regeln seit 1776 als US Präsident im Amt. Wobei in Kriegen verwundete, gefallene US GIs für ihn, der sich vor dem Einsatz im Vietnamkrieg 1964-1975 mithlfe seines Vaters Walter UK gestelllt drücken konnte, Looser sind und bleiben, wie er zum Entsetzen s 2017 versicherte bei einem Besuch von Soldatengfriedhof bei Verdun Ersten Weltkrieges 1914-1918, auf dem auch US Soldaten gebettet sind

  • Trump kann sich so oft er will als Sieger erklären. Solange die Straße von Hormus nicht gesichert ist und das angereicherte Uran gefunden und sicher gestellt sind, kann von einem Sieg nicht die Rede sein. Letzteres wird ohne Bodentruppen sowieso nicht möglich werden.

  • Wenn Deutschland das Völkerrecht ernst nehmen will, müssen Brüche klar benannt werden. Wer heute wegschaut, kann morgen kaum glaubwürdig einen Angriff auf Taiwan verurteilen. Die spanische Regierung zeigt, dass es anders geht: Spanien verweigerte US-Militärangriffen auf eigenem Territorium die Zustimmung und machte seine Position öffentlich deutlich.



    Dass Friedrich Merz den Spaniern im Weißen Haus die europäische Solidarität verweigerte, offenbart die Rückgratlosigkeit, den Opportunismus und die Geschichtsvergessenheit dieser Bundesregierung. Wer das Recht selektiv verteidigt, schützt am Ende nur noch kurzfristige Interessen – nicht die Ordnung, auf der unsere Freiheit beruht.

    • @Yoriko N.:

      Wer zuschaut, wie ein nicht legitimiertes, weil nicht in freien Wahlen gewähltes Unterdrücker-Terror-Regime sein eigenes Volk abschlachtet, weil er sich hinter dem Völkerrecht verschanzt, ist ein Heuchler.

      Die Situation hat keinerlei Ähnlichkeit mit Taiwan oder der Ukraine - wie Sie ganz genau wissen (sollten).

      • @Wechselwähler:

        ‚ ein nicht legitimiertes, weil nicht in freien Wahlen gewähltes Unterdrücker-Terror-Regime‘

        Wie das Regime an die Macht gekommen ist, wissen Sie schon, gell?

      • @Wechselwähler:

        Eine Gemeinsamkeit hat es.



        .



        Es geht darum mehr Macht und Einfluss in einer Region zu erlangen.



        .



        Um die Bevölkerung geht es nur vordergründig.



        .



        Russland hat ja auch behauptet die Bevölkerung von einer rechtsradikalen russophoben Regierung zu "befreien".

  • Die Geschichte ist ein blutiges Lehrbuch, das wir gerade wieder ignorieren. Ob Hitler, Stalin oder heute Putin – die Logik des Nationalismus endet immer an der Front. Wer wie Trump den Nahen Osten zum Spielball seines Egos macht, folgt derselben mörderischen Blaupause: Der Hass auf das „Andere“ wird zum Treibstoff für den nächsten Flächenbrand. Doch die Gefahr lauert nicht nur in Washington oder Moskau, sie sitzt mitten in unseren Parlamenten.



    ​Die AfD ist der deutsche Arm dieser Allianz der Brandstifter. Mit ihrer völkischen Rhetorik und ihrer schamlosen Anbiederung an Despoten wie Putin bereitet sie den Boden für jene Instabilität, die unweigerlich in Gewalt umschlägt. Nationalismus ist kein Schutzschild, er ist die Lunte am Pulverfass. Wer die AfD gewähren lässt, ebnet den Weg zurück in eine Welt, in der das Recht des Stärkeren die Zivilisation zertritt. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Ewiggestrigen unsere Zukunft verfeuern. Nationalismus ist kein Patriotismus – er ist der Vorbote des Krieges.

    • @amigo:

      Dem iranischen Volk eine Chance zu verschaffen, indem man das nicht legitimierte, weil nicht in freien Wahlen gewählte Unterdrücker-Terror-Regime, das seine eigene Bevölkerung bei Bedarf abschlachtet, zu bekämpfen,



      sehen Sie in einer Linie mit Hitler und Stalin?

      Abgesehen davon hat Ihr Kommentar erstaunlich wenig mit dem Artikel zu tun.

      Selbst wenn Sie Trump schlechte Absichten unterstellen, so ist er hier auf jeden Fall ein "nützlicher Idiot".

      • @Wechselwähler:

        Es ist ein gefährlicher Trugschluss, die Freiheit eines Volkes ausgerechnet von Kräften zu erwarten, die im eigenen Land die Axt an die Demokratie legen. Das ist die Kernparallele zu Hitler und Stalin: Der Export von Gewalt unter dem Deckmantel von „Ordnung“ oder „Befreiung“ diente stets nur der eigenen Machtexpansion. Wer Trump als „nützlichen Idioten“ feiert, übersieht, dass Nationalisten keine Demokratie bringen, sondern lediglich ein Unterdrückungssystem durch ein ihnen genehmeres ersetzen.



        ​Diesen autoritären Geist sieht man heute eins zu eins bei der AfD: Man wettert gegen ausländische Despoten, wenn es dem eigenen Narrativ dient, betreibt aber gleichzeitig die moralische und institutionelle Aushöhlung des Rechtsstaats im Inneren. Wer die Indoktrination der Jugend und die Verächtlichmachung gewählter Institutionen predigt, kann niemals der Geburtshelfer der Freiheit sein – weder hier noch im Iran. Nationalismus führt nicht zur Befreiung der Völker, sondern zur Zementierung der Willkür. Wer das nicht erkennt, hat aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts wahrlich nichts gelernt.

    • @amigo:

      ... und Patriotismus ist der Vorläufer des Nationalismus.

      • @Perkele:

        ???



        "Patriotismus (Vaterlandsliebe) ist die emotionale Verbundenheit mit dem eigenen Land, geprägt durch Identifikation mit Kultur, Werten oder Geschichte, oft symbolisiert durch Fahnen oder Hymnen.

        Im Gegensatz zum ausgrenzenden Nationalismus wertet Patriotismus andere Nationen nicht ab und steht häufig für bürgerschaftliches Engagement sowie Demokratie.



        (...)



        Patriotismus kann den sozialen Zusammenhalt fördern, indem er Engagement für das Gemeinwohl stärkt."

        • @Wechselwähler:

          ?? Sagt die AfD auch immer. Tja, Wahrheit scherzt manchmal.

          Übrigens geht es nicht drum, Patriotismus und Nationalismus gleichzusetzen, sondern dass aus (übertriebenem) Patriotismus gern mal Nationalismus werden kann.

        • @Wechselwähler:

          "Kann" den sozialen Zusammenhang fördern....



          Ich halte nichts davon. Selbst "Lokalpatriotismus" betrachte ich bestenfalls als Grundlage für humorvolle Kommentare oder ähnlich harmlose Dinge. Doch wenn der Patriotismus instrumentalisiert wird -und das wird er von meist Rechten bis Rechtsextremen sehr gerne- dann ist der Schritt sehr klein bis zum Nationalismus und mit Humor hat das nicht mehr zu tun. Wozu braucht man denn schon Patriotismus? Ich kann mich auch ohne Patriotismus mit unserer Kultur, Geschichte und vor allem der Demokratie identifizieren. Dazu brauche ich keine Fahnen oder Hymnen.

  • Trump hat keinen Plan, sehe ich auch so. Wie er in geostrategischen und geopolitische Dingen insgesamt keinen Plan oder auch nur Verstndnis hat.



    Netanjahu hingegen verfolgt sehr wohl einen Plan, den er schon lange hat, und den er jetzt umsetzen kann. Er weiss genau, dass er das nur machen kann, solange Trump noch Präsident ist. Klar dürfte auch sein, dass Netanjahus rücksichtsloses uns aggresives Vorgehen für die gesamte Region ein großes Risiko für Destabiisierung und zivile Opfer auf allen Seiten birgt.

    • @T-Rom:

      Seit über 47 Jahren verfolgt der Iran ein Ziel: Israel auslöschen - und kann dabei auf die Unterstützung der Reaktivierer und Antisemiten im Ausland bauen, die über alles hinwegsehen: Aufbau von Terrorgruppen, Abschlachten der eigenen Bevölkerung, Auslöschung der Homosexuellen, Kindersoldaten, Atomprogramm, usw.

  • Es geht Trump sehr wohl um die Iranische Bevölkerung, denn wenn diese nicht mitzieht, sieht es für den Iran schlecht aus.

    • @Alex Roe:

      Trump geht es um Trump. Sonst nichts. Alles Andere ist Show, die Trump dient.

    • @Alex Roe:

      Verstehe ich nicht. Tough love oder so?

  • "der als ultimative Bedrohung Israels wahrgenommenen Islamischen Republik."



    Der Iran bekräftigt immer wieder, dass er Israel auslöschen will, und finanziert Proxys, die dies auch aktiv versuchen umzusetzen.



    "tödliche Irrtümer wie den Angriff auf die Mädchenschule in Minab eingeschlossen."



    Ja, eine Tragödie. Aber es ist Krieg. Der Iran tötet jährlich durchschnittlich 800–1000 Menschen „legal“.



    "Benzinpreise und Inflation steigen"



    Also lieber weiter Geschäfte mit Diktaturen machen? „Wandel durch Handel“ hat sich nachweislich als wenig wirksam erwiesen.



    "das seine volle Repressionskraft nach innen richten wird"



    Das wird es ohnehin tun. Warum gehen die Menschen im Iran immer wieder auf die Straße und werden von der eigenen Führung gefoltert, vergewaltigt und getötet?



    Bei aller legitimen Kritik an Trump – und ich zweifle keine Sekunde daran, dass er auch eigennützige Interessen verfolgt – was ist die Alternative? Business as usual?



    Mit seinen Proxys und dem Verkauf von Waffen an Russland destabilisiert der Iran die Welt. Soll das einfach hingenommen werden? Ich höre den Exil-Iranern zu und den Appellen der Menschen im Iran selbst – und viele von ihnen begrüßen die Unterstützung.

    • @Pawel_ko:

      Eben.



      Die iranische Regierung hat keine Legitimation und unterdrückt das eigene Volk.



      Handlung war überfällig.



      Auch jetzt droht sie Protestierenden ja wieder ganz direkt mit dem Tod.

    • @Pawel_ko:

      ‚Also lieber weiter Geschäfte mit Diktaturen machen? „Wandel durch Handel“ hat sich nachweislich als wenig wirksam erwiesen.‘

      Und wie erklären Sie sich dann, dass die Sanktionen gegen Russlands Ölverkäufe baw erstmal ausgesetzt sind?

      ‚Ja, eine Tragödie. Aber es ist Krieg. Der Iran tötet jährlich durchschnittlich 800–1000 Menschen „legal“.‘

      Es ist nicht einfach nur Krieg. Trump und Netanjahu haben den abgefangen, ohne irgendein Mandat, völkerrechtswidrig (ja, ich weiß, hat die beiden noch nie interessiert und beide tun alles, um die UN vorzuführen) und er dient hauptsächlich Nethanjahu. warum werden denn nicht auch andere Schurkenstaaten angegriffen, die ebenfalls ihre eigene Bewohner töten?

      • @EffeJoSiebenZwo:

        "warum werden denn nicht auch andere Schurkenstaaten angegriffen, die ebenfalls ihre eigene Bewohner töten?"

        Weil Trump meint einen Nutzen aus diesem Konflikt zu ziehen die er z.B. bei Nordkorea nicht hätte.



        Macht es ja dadurch aber nicht schlecht. Tausende Exil-Iraner weltweit haben für den Change demonstriert und gefeiert.

        Ich bin jetzt kein Völkerrechtsexperte. Aber was sagt das völkerrechtlich zum abschlachten tausender Menschen im eigenen Land?

        Der Konflikt bietet zumindest die Chance auf einen Regimewechsel.

    • @Pawel_ko:

      Haben Sie einen neuen Nickname? War der andere voll?

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Oh, freut mich, dass ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnte und Sie offenbar zum Nachdenken gebracht habe.

        Wie wir an Ihrer Historie sehen bietet die taz sehr viel Platz für jeden.

        Ich weiß, manchen würde es gefallen, sich ohne Gegenmeinung in ihrem Meinungsbild zu suhlen.



        Aber genau dafür gibt es ja die Kommentarfunktion bei der taz: andere Meinungen zu lesen, darüber nachzudenken und den eigenen Standpunkt zu reflektieren. Mache ich auch.



        Danke, taz, dafür!

  • "Auf diesen Präsidenten kann sich niemand verlassen. Schon gar nicht die Iraner*innen..."



    Wie hätte man auch auf die Idee kommen können, dass ein Herrscher, der in seinem Land die Demokratie abschaffen will ("...Republiker sollten die Wahl übernehmen...") und eigene protestierende Bürger auf offener Straße erschießen lässt, sich wirklich für Freiheit und Gerechtigkeit der Menschen im Iran oder anderswo interessiert.

    • @Nansen:

      Aber auf die Ankündigung Israels ist Verlass!



      "US-Präsident Trump hält den Iran-Krieg für so gut wie beendet, Israels Premier Netanjahu betont dagegen, sein Land sei mit den Angriffen nicht fertig. Und EU-Ratspräsident Costa sieht bisher nur einen Gewinner.



      Nach zehn Tagen Krieg gegen Iran zeichnen sich unterschiedliche Herangehensweisen zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu ab. Während Trump ein Ende des Iran-Krieges in greifbarer Nähe sieht - und auch eine Bereitschaft zu Verhandlungen andeutet, betont Netanjahu, Israel sei mit seinen Angriffen auf die iranische Führung "noch nicht fertig".



      Vor wenigen Tagen bei tagesschau.de

    • @Nansen:

      Nach 47 Jahren brutaler Unterdrückung ist das der Strohhalm an den man sich klammert.

      • @Axel Schäfer:

        2026 minus 47 Jahre: 1979 hieß im Iran der letzte Demokrat "Schah"?



        Interessant, wie auch hierzulande die 1953 von den US-Amerikanern installierte Diktatur zu den lupenreinen Demokratien gerechnet wird und den Iranern die Rückkehr dieses brutalen Unterdrückungsregims als goldene Zukunft in Aussicht gestellt wird.

  • "Ein planloser Krieg eines verantwortungslosen US-Präsidenten"



    Ist es nicht eigentlich Netanjahus Krieg?



    Bei diepresse.com:



    "Benjamin Netanjahu ist die treibende Kraft im Iran-Krieg: Wie es zur US-israelischen Militäraktion kam



    Der israelische Premier überzeugte US-Präsident Trump von einem großen Schlag gegen das Regime in Teheran. Ein Präventivschlag hätte die USA zum Handeln gezwungen, erklärte US-Außenminister Marco Rubio."



    Weiter dort 2026:



    "Zum Jahreswechsel flog Benjamin Netanjahu mit Ehefrau Sara nach Florida – nicht zum Urlaub oder zu Donald Trumps Silvesterparty im Privatklub Mar-a-Lago in Palm Beach. Israels Premier holte beim US-Präsidenten die Zustimmung für einen Militärschlag gegen den Iran ein. Die israelischen Geheimdienste hatten herausgefunden, dass das Regime in Teheran die Befestigung und den Schutz seiner Atomanlagen vorantreibe. Die Zeit für einen entscheidenden Schlag gegen das Atomprogramm laufe aus, so lautete die Botschaft Netanjahus."



    Die Fäden für die aktuelle Inszenierung eines Armageddon ziehen demnach wohl eher die Kräfte, die ihre Vorarbeit des Vorjahres vollenden wollen als der POTUS, der wahrscheinlich sowieso die Zügel nicht unter Kontrolle hat.

    • @Martin Rees:

      "Ist es nicht eigentlich Netanjahus Krieg?"

      Natürlich ist es das. Ohne Netanyahu wäre Trump dieses Risiko nicht eingegangen. Damit torpediert er seine eigene Basis. Ich neige eigentlich nicht zu irgendwelchen Theorien. Aber mittlerweile ich würd mich nicht mehr wundern, wenn es tatsächlich irgendwelches kompromitierendes Material geben würde, mit dem Leute wie Putin oder Netanyahu an Trumps Strippen ziehen.

  • Schön auf den Punkt gebracht!

  • ok, TRump hat wie üblich keinen besonderen Plan. Er probiert etwas aus und schaut was passiert. Aber, bevor wir uns hier mehr über Trump echauffieren - wo ist denn z.B. der Plan der EU oder Deutschlands bei der Ukraine? Da habe ich auch noch keinerlei realistische Krigsziele erkennen können, es wird nur Geld (und auch Bargeld, siehe Ungarn. ) in dieses Faß ohne Boden geworfen ohne dass irgendein Ziel definiert wird. Russland zu besiegen wie es Kiesewetter und S-Z fordern nehme ich mal aus, das ist natürlich pures Wunschdenken. Also, erstmal an die eigene Nase fassen.

    • @Gerald Müller:

      Äh, hab´ ich was verpasst? Die EU/Deutschland hat einen Krieg gegen Russland begonnen ohne sich Gedanken über dessen Ziele zu machen?