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Tankrabatt und TabaksteuerDie höhere Tabaksteuer geht zu Lasten der Ärmeren

Gastkommentar von

Dirk Engelmann

Um den Tankrabatt zu finanzieren, wird die Tabaksteuer erhöht. Das ist ungerecht, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Dirk Engelmann.

Rauchen soll teurer werden Foto: Sven Hoppe/dpa

D ie Bundesregierung hat eine erstaunliche Leistung vollbracht, nämlich weitgehende Einmütigkeit unter Öko­no­m:in­nen zu erzeugen. Allerdings liegt diese in der Bestürzung über die Pläne zum Tankrabatt.

Bisher wenig beachtet in der Diskussion ist allerdings die Verteilungswirkung der steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie und ihrer Gegenfinanzierung durch die Erhöhung der Tabaksteuer. Ein verteilungspolitisches Problem vieler Verbrauchsteuern ist, dass diese regressiv wirken, also Ärmere relativ stärker belasten als Reichere und damit zu einer Erhöhung der Ungleichheit führen – im Gegensatz zu progressiven Steuern wie der Einkommensteuer.

Die meisten regressiven Steuern sind solche, bei denen Reichere zwar absolut mehr zahlen als Ärmere, Letztere aber einen höheren Anteil ihres Einkommens aufwenden, beispielsweise bei der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. Schon solche Steuern erhöhen die relative Ungleichheit. Umfragen legen aber nahe, dass der Tabakkonsum in Deutschland – wie in vielen anderen Ländern – unter Ärmeren höher ist als unter Reicheren.

Damit ist die Tabaksteuer ein Extremfall, da die Ärmeren nicht nur relativ zum Einkommen, sondern sogar absolut mehr zahlen als die Reicheren. Die Tabaksteuer ist vermutlich die am stärksten regressiv wirkende Steuer überhaupt, zumindest unter allen nicht trivialen.

Wer dagegen von der Entlastungsprämie profitieren wird, ist unklar. Bezahlen werden sie jedoch die Rau­che­r:in­nen und damit überproportional die Ärmeren. Zwar gibt es gute gesundheitspolitische Gründe für eine Tabaksteuer. Wenn sie aber zur Finanzierung von Umverteilungsmaßnahmen herangezogen wird, sollte man die Verteilungswirkung auch konsequent bedenken.

Die Bundesregierung verteilt also um – von den Ärmeren zu irgendjemandem – und sie weiß selbst nicht, wohin. Rauchen hat keine Lobby, Autofahren schon. Ein Argument scheint zu sein, auf Rauchen könne man auch verzichten. Rauchen ist aber eine anerkannte Sucht, und damit ist Aufhören schwer, auch bei höherer Tabaksteuer. Wäre es anders, könnte die Bundesregierung durch die Tabaksteuererhöhung auch nicht die Einnahmen erhöhen.

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50 Kommentare

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  • Danke für diesen merkwürdigen Kommentar. Ja, es wäre gut gewesen, im gleichen Atemzug nich nur die Tabaksteuer, sondern auch die Ausstiegsangebote speziell für Ärmere Menschen zu erhöhen: Wirksame Hilfe, dass sie los kommen von der Tabaksucht. So, wie die Ärmeren das jetzt handhaben - sie haben ja auch Familien, Kinder, Angehörige, die finanziell vpn ihnen abhängen -, schaden sie sich UND ihren Angehörigen massiv und brauchen also jede Hilfe und Unterstützung, gut, niedrigschwellig, kostenlos, um das Rauchen zu lassen. Nicht jede/r kuriert sich selbst mit der Lektüre von Allan Carr, Endlich Nichtraucher. Übrigens werdebn die Krankenkassen: Im Mai werde ich rauchfrei. Das wär doch mal was!

  • Vielen Dank für diesen Kommentar. Ja, es trifft als Lenkungsmechanismus die Ärmeren und Ja, es ist gut so.

    Rauchen als Coping-Mechanismus zur Regulierung von Stress, Belastungen und Emotionen steht im Zusammenhang mit den sozioökonomische Verhältnissen. Oder einfach formuliert: Wer arm ist, geht in die Raucherecke, wer Geld hat ins Yoga-Studio.

    Trotzdem dürfen die Rauchenden nicht mit ihrer Sucht allein gelassen werden sondern müssen im Sinne der Lenkungstheorie an andere Coping-Mechanismen rangeführt werden. Finanzieller Druck allein reicht da nicht.

  • Wir sollten endlich damit aufhören der Politik und deren Logik auf den Leim zu gehen und disruptiv hier in der TAZ oder auch gesamtgesellschaftlich trennen zu lassen.



    Es wird gesagt, wenn wir hier die Steuer erhöhen (z.B. beim Vermögen) dann haben wir genug Geld für Bildung. Wir sagen hier im Artikel, wenn Tabak teurer wird könne wir an der Tankstelle entlasten usw. Das sagt aber nur die Politik, und wir greifen das auf.



    Richtig wäre eine Grundsatzreihenfolge der Bedarfe festzulegen: Bildung first, Infrastruktur second...und dann ist immer genug Geld da.



    Die letzte Priorität fällt dann eben raus.... z.B. eben Flugbenzinsteuerbefreiung oder Militärbudget wird schmäler oder Elterngeld mal gestrichen oder CSU's Oma-Rente .... aber eben nicht diese unsägliche Ausspielerei "wenn hier mehr - erst dann da was möglich" ist eine Frechheit. Und spaltet uns als Gemeinschaft.

  • Ich rauche selber und vermisse ebenfalls die Zeiten, wo ein Päckchen 5 Euro gekostet hat. Trotzdem würde ich SOFORT jeden Gesetzentwurf unterschreiben, der den Preis pro Päckchen auf „irische Verhältnisse“ anhebt, was dann in etwa 20€ entsprechen würde. Meine Sucht und deren Folgen muss nicht von der Allgemeinheit finanziert werden, wenn ich mir das Ganze nicht mehr leisten kann oder will, muss ich halt aufhören. Die Steuer für Alkohol, Zucker und E-Zigaretten kann übrigens im gleichen Atemzug ebenfalls gerne deutlich angehoben werden, hierfür gilt das Gleiche: Es sind schädliche Stoffe, die häufig zu Langzeiterkrankungen führen und eine Belastung für das Gesundheitssystem darstellen. Adipositas, Krebs, Lebererkrankungen, Herzprobleme usw., die durch falsche Ernährung, den Konsum von Alkohol, Nikotin o.ä. verursacht werden darf sich gerne jeder leisten, wir sind ein freies Land. Aber eben nicht auf Kosten der restlichen Bevölkerung.

    • @MarsiFuckinMoto:

      Das ist eine wirklich gute Einstellung. Mir geht es ähnlich. Zwar ist es bedauerlich, dass ärmere Menschen (wieder mal) härter betroffen sind als Wohlhabenede - doch in diesem Zusammenhang ...

  • Wenn man die Kommentare unter diesen Beitrag liest, möchte man sich die Frage stellen, ob manchen Lesern einer Genossenschaftszeitung das Wort Genossenschaft geläufig ist?!



    Dieses Gesetz ist eine Farce und ein Geschenk an Freunde großer Karossen.

    • @Laughin Man:

      Arme halten Genossenschaftsanteile?

  • Wenn Rauchen- Nikotin, Alkohol, Cannabis usw. eine Sucht ist,



    dann kann ich doch die Qittung bei der Krankenkasse als anerkanntes Suchtmittel, als Rezept auf Rückerstattung einreichen?



    Allen ein schöner 1. Mai

  • Wir reden hier von einer Volksdroge die keinerlei Vorteile hat. Es ist eine Sucht und sie sollte so hoch besteuert werden das Leute AKTIV aufhören oder nicht anfangen.

  • Gibt's dieses Jahr mal einen Vorschlag der nicht lautet "lebenskosten erhöhen"?

  • Für den Tankrabatt die Tabaksteuer zu erhöhen ist nicht Okay, besonders weil der Tankrabatt nach zwei Monaten wieder wegfällt, die höhere Tabaksteuer aber bleibt. Richtig wäre die Einnahmen der Tabaksteuer - wie die Zuckersteuer - in das Gesundheitswesen fließen zu lassen, denn hier werden die Schäden durch Tabakkonsum abgemildert. Das gleiche gilt für die Alkoholsteuer, die ja auch kommen soll. Was wir noch brauchen ist eine Cannabis Steuer. Denn die Psychosen die von Cannabis verursacht werden und andere Schäden landen auch im Gesundheitswesen. Und da nach der Legalisierung nun Kiffen zum guten Ton gehört sollte der Staat da fürs Gesundheitswesen auch abschöpfen.

  • Wenn die Armen nicht rauchen, sind sie weniger arm.

    Im Ernst, die Problematik mit der regressiven Wirkung von Verbrauchssteuern ist schon richtig, nur mag ich diesen Gedankenschritt bei Suchtmitteln wie Tabak und Alkohol nicht mitgehen.

    Also bleibt, wer weniger raucht oder damit aufhört, hilft sich in jeglicher Hinsicht selbst. Dazu gehört natürlich auch ein flächendeckendes Werbeverbot für sämtliche Drogen.

  • Auch machem WiWi fehlt machmal das Wissen.



    Rauchen: Schlecht. Macht krank, kostet.



    Hohe Preise wirken als Ausschlussprinzip.



    Hilft damit denen, die sich überlegen müssen, ob sie sich ein bad (schlechtes Gut) leisten.



    Wird die individuellen Indifferenzkurven neu formen. Da Milch und Wasser relativ günstiger werden, es sind gute Lebensmittel, werden diese stärker nachgefragt.



    Außerdem: Wir brauchen gerade die schlecht bezahlten, aber am meisten Leistenden. Die halten die Wirtschaft am laufen.



    Nicht ein dahergelaufener WiWi.

  • Rauchen = BÖSE. Macht daher nichts, dass Rauchende wieder mal zur Kasse gebeten werden für eine Sache, die mir dem Rauchen nichts zu tun hat.



    Beim Autoverkehr wäre es eigentlich angebracht, die Alkohol-Steuer zu erhöhen, damit Fahrende vom Konsum abgehalten werden. Das hätte wenigstens einen Sinnzusammenhang. Aber Alkohol = GUT!



    Als rauchende Person finde ich unverschämt, wie die Gesellschaft mir auf­ok­t­ro­y­ie­ren will, wie ich mich zu verhalten habe. Ich sterbe ja schon ca. 8 Jahre früher und spare daher schon beim Gesundheits- und Rentensystem für die Allgemeinheit. Das sollte mal gewürdigt werden.



    Der heutigen kommodifizierten Gesellschaft ist jeder Sinn nach Genuss, auch wenn dieser in Teilen schädlich ist, verloren gegangen. Eine Prise kalkulierte Unvernunft gehört zum Freiheitsverständnis dazu. Oder wieso zahlt die Solidargemeinschaft die Unfallfolgen von Skifahrenden, Mountainbikenden, usw usw?, wenn schon kein Verständnis hier in der taz-Kommentarspalte dafür aufgebracht werden kann, das Ärmere überdurchschnittlich belastet werden. Ihr könnt euch wohl die feineren Drogen leisten, gelle?

  • Ein Kommentar so bizarr wie man in sonst nur in sehr speziellen Publikationen findet.



    Die Tabaksteuer hat nach Überzeugung der Wissenschaft eine sehr klar belegte Lenkungswirkung, d.h. die Menschen gewinnen Lebensjahre. Ist das ungerecht?



    Dass "das Rauchen", also die Tabakindustrie, keine Lobbymacht hätte ist eine so absurde Theorie, dass sich eigentlich jeder Kommentar erübrigt. In Wirklichkeit ist das immer noch eine der schlagkräftigsten Interessenvertretungen in Deutschland und weltweit, sonst könnten sie nicht jedes Jahr ungestraft 8 Mio. Menschen töten (WHO-Zahlen).



    www.rlp.de/service...acco-international



    Natürlich gehört die Tabasteuer in eine zweckgebundene Abgabe zur Suchtprävention umgewandelt...

    Rauchen verursacht volkswirtschaftlich mehr Schäden, als es über Steuern usw. einspielt (www.dkfz.de/aktuel...s-auf-einen-blick). Und dass höhere Steuern zu einer massiven Ausweitung des illegalen Handels führen würden, klingt zwar plausibel, lässt sich aber empirisch nicht belegen (und wird von Big Tobacco trotzdem gerne behauptet).

  • Ob der Tankrabatt sinnvoll ist? Eher nicht. Aber jetzt die „Armen Raucher“ als sozial Ausgegrenzte anzuführen ist schon eine extrem einseitige Sicht der Dinge. Muss man wohl Raucher für sein, um das zu verstehen.

  • Ich hab wirklich selten einen größeren Unsinn gelesen. Nach dieser Argumentation sollte man die Tabaksteuer wohl am besten senken, um den Armen etwas Gutes zu tun? Was noch? Glücksspiel billiger machen? Alkohol? Die Möglichkeiten für soziale Wohltaten sind unbegrenzt!

  • "Die höhere Tabaksteuer geht zu Lasten der Ärmeren"



    Es ist genau umgekehrt! Die höhere Tabaksteuer animiert die Ärmeren weniger oder gar nicht zu rauchen und sparen damit Geld. D.h. es führt dazu, dass die Ärmeren sogar weniger arm wären. Nichtrauchen bietet das beste Sparpotential! Mal abgesehen davon, stelle ich mir schon die Frage, warum ich mit meinen Steuern das Rauchen subventionieren und mich über meine Krankenkassenbeiträge an den gesundheitlichen Folgen des Rauchens beteiligen soll. Da darf der "Ärmere" gerne mal mehr Verantwortung übernehmen - vor allem, wenn es noch nicht mal was kostet.

  • Mag sein, dass unter den ärmeren mehr Menschen rauchen.



    Statistisch gesehen sterben Ärmere auch früher.



    Wenn es nun einen weiteren Anreiz gibt, mit dem Rauchen aufzuhören, könnte das der Gesundheit und auch einem frühen Tod entgegen wirken.



    Ich wüsste nicht, was daran falsch sein soll.



    Die Behauptung, dass Raucher*Innen keine Lobby haben ist interessant. Ich weiß nicht, wo der Autor des Artikels die letzten Jahrzehnte verbracht hat, ich kann mich allerdings gut erinnern, dass das Rauchverbot in Gaststätten und öffentlichen Räumen, in Flugzeugen, Zügen und den Arbeitsstätten hart erkämpft werden musste.



    Eine Steuer, die die Gesellschaft indirekt zu weniger Gesundheitsrisiko verhilft, ist eine gute Initiative.

  • Schon mal Tabakpreise in anderen Ländern gesehen?



    War das auch Umverteilung von Unten nach Oben? Bzw wie möchte man das dort der Autolobby unterjubeln?

    Rauchen ist eine Sucht ja, aber soll das heißen, nur weil "arme" mehr dazu neigen ihr zu verfallen, sollte man das nicht bekämpfen?

  • Das „Rauchen“ keine Lobby hat, kann nur begrüßt werden, Jahrzehnte lang haben uns die Zigarettenkonzerne mit getäuschte



    Gutachten belogen, dass Rauchen nicht schädlich ist, dabei ist es für viele Krankheiten Risikofaktor Nr. 1 und verursacht extrem hohe



    Gesundheits- u. Folgekosten. Ich kenne im übrigen viele Bürgergeld-



    Empfänger, die sich trotz hoher Zigarettenpreise mindestens 1 Schachtel am Tag leisten können, wie sie das machen, ist mir ein Rätsel, denn die Grundsicherung soll doch angeblich noch nichtmal



    für das tägliche Essen reichen.

  • Wie gut, dass die Schaumweinsteuer nur die Reichen belastet.

  • Sich gegen eine Erhöhung der Tabaksteuer auszusprechen und zu behaupten rauchen hätte keine Lobby war glaub ich noch nicht auf dem Sommerfest von Philip Morris in Berlin.

    Das Rauchen enorme Gesundheitsfolgen und Kosten hat wurde hier auch nicht erwähnt.

    Von mir aus kann die Schachtel 100 Euro kosten.

    Nur wenn man den Preis erhöht wird es weniger neue Raucher geben und nur so werden wir die Plage der Kippenstängel los.

    Das man mit Rauchern Mitleid hat statt dich über die gesamt gesellschaftlichen positiven Folgen zu freuen kann nur ein Tabak Lobiist schreiben...

  • "Rauchen hat keine Lobby" Wie absurd ist diese Aussage, in diesem Lobbyisten-Paradies Deutschland.

    Mit Suchtkranken als Kapital Milliardengewinne zu erwirtschaften, sollte eine linke Zeitung eigentlich als Verbrechen betiteln. Dazu sind die Kranken auch noch arm. Dann laufen diese "Raucher" mit den Qualmstängeln durch die Stadt und machen so kostenlose Werbung für ihre Ausbeuterkonzerne. Wer aussteigen will hat es schwer, die Rauchwolke ist überall und haucht einem in die Nase: steck dir eine an! Wer gar nicht erst einsteigen will, hat keine Chance, die Rauchwolke ist überall, man hat sich an den Qualm zu gewöhnen, das senkt die Einstiegshürde.

  • Klingt wie Satire, ist es aber leider nicht.

  • Hallo Herr Engelmann.

    Hohe Kosten heben erwiesenermaßen die Hürde bei Jugendlichen für den Einstieg bei Tabak! Deutschland wurde oft kritisiert, auch von der WHO, soweit ich mich erinnere, für die im internationalen Vergleich zu niedrige Tabaksteuer. Und langjährige, süchtige Konsument*innen hören auch auf nach Erhöhungen. Jeder hat seine Prioritäten!

    Ihre Argumentation ist extrem einseitig und lässt viele Aspekte aussen vor. Auch in einem Kommentar darf man eine Bandbreite an Fakten nennen!

    Bitte die ganzen E-Zigaretten entsprechend auch hoch besteuern. Gesund sind die übehaupt nicht.

    • @menschbin:

      Die letzten zwei Sätze machen keinen Sinn. E-Zigaretten fallen schon unter die Tabaksteuer und sind schon unverhältnismäßig hoch besteuert, was zum einen einen riesigen Schwarzmarkt befeuert und zum anderen diesen Einwegschrott richtig populär gemacht hat, da bei diesen geringen Füllmenge (2 ml) die Steuer bei der Preisbildung wesentlich weniger ins Gewicht fällt.



      Davon, daß Dampfen gesund sei, hat auch niemand gesprochen, es ist aber wesentlich weniger schädlich als Rauchen und bietet eine der leichtesten Möglichkeiten, von der Tabakverbrennung wegzukommen.

      • @Wurstfinger Joe:

        An vielen Läden für E-Zigaretten wird mit angeblicher "95% weniger Schädlichkeit" geworben. Angeblich belegen dass Studien. Diese Werbung muss verboten werden. Gezielte Täuschung. Wie viel schädlicher das Zeug ist, ist noch nicht richtig erforscht.

        Einweg kann auch verboten werden. Das ist echt widerlich, überall liegt der Elektroschrott rum.

        Wenn bestimmte Verkaufsformen die Lenkungswirkung durch Steuern untergraben, muss man andere Wege wählen um die Preise zu heben. Bei Tabak sind ja auch Zigarillos günstiger. Auch das lässt sich ändern.

        Der Wille zählt! Der ist oft nicht erkennbar.

        Und wenn einige Süchtige illegale Produkte kaufen, ist es deren Entscheidung. Wem seine Gesundheit so wenig bedeutet, dem ist nicht zu helfen. Denn bei illegalen Importen bzw Produkten weiss niemand, was drin ist. Und das ist bekannt, dass da oft mehr Schadstoffe und unbekannte Substanzen enthalten sind.

        Das gilt auch für illegale Tabakzigaretten.

  • Niemand muss rauchen

  • Auch Steuersenkungen treffen Arme und sind ungerecht. Wer als Geringverdiener keine Einkommensteuer bezahlt, profitiert nicht von Steuersenkungen. Daher: alle Steuern abschaffen; das ist wenigstens für die Armen gerecht.

  • Die höhere Tabaksteuer geht zu unserer aller Lasten.

    Folge => es wird weniger geraucht, wir leben gesünder und länger.

    Wer gesünder und länger lebt verursacht Kosten. Rente, Gesundheitsvorsorge, etc.

    Die Annahme, dass man durch die Erhöhung der Tabaksteuer irgendwelche Kosten senken kann verbessern kann, ist irrig.

    Wenn wir das Rentensystem retten wollen müssen wir mehr trinken, mehr rauchen und vor allem viel Zucker essen.

  • Wenn der Tabakkonsum dadurch reduziert wird, kann man auch von Umverteilung giftiger Luft von der Zigarette zum Auspuff sprechen. Wenn man zynisch sein will, von Erwachsenen zu Kleinkindern, da sie als Fußgänger dem Auspuff am nächsten sind.



    Dank Kohlefilter sind die Autofahrer selbst glücklicherweise nicht betroffen.

  • Jetzt könnte man natürlich frech die Frage stellen, warum Ärmere überhaupt rauchen. Es kostet Geld, birgt jede Menge Gesundheitsrisiken und der Tabakanbau fristet in Deutschland eher ein Nischendasein. Aber Polen und Tschechien freuen sich über die hohe Nachfrage in Deutschland.

    • @Aurego:

      An der Frage ist nichts frech, sofern sie nüchtern untersucht wird und nicht nur rhetorisch und abwertend gemeint ist à la, „selbst schuld, wenn sie ihre paar sauer verdienten Kröten auch noch für Zigaretten ausgeben.“ Oder alternativ, „Für sowas hamse Geld, Stütze wohl noch immer zu hoch.“

      Meine Hypothese wäre, aber das ist empirisch zu klären, dass Rauschmittel durchaus eine unerträgliche Situation lindern können, also z.B. der Vollrausch hilft, eine Nacht im Freien zu überstehen. Vielleicht ist bei Tabakkonsum was ähnliches im Spiel.

  • Wenn eine höhere Tabaksteuer, ich wäre dafür sie jedes Jahr zu verdoppeln, dazu führt dass es sich jemand nicht mehr leisten kann die eigene Gesundheit zu ruinieren und mit dem Rauchen endlich aufhört, dann ist das ein Gewinn für nicht nur für den Ex-Raucher sondern auch für die Gesellschaft. Es ist eine Sucht aber dennoch sollte das Ziel sein dass in ein, zwei Generation ganz einfach niemand raucht.

  • Ärmere wären weniger arm, wenn sie das Rauchen aufgäben.

  • "... da die Ärmeren nicht nur relativ zum Einkommen, sondern sogar absolut mehr zahlen als die Reicheren. ..." Kann man mir den Teil mal erläutern, denn ich bin mir eigentlich sicher, dass wenn ein armer und ein reicher Raucher bei gleichem Konsum jeweils den gleichen Betrag zahlen?!

  • Das ist ja grundsätzlich richtig, aber bei diesem Thema leicht daneben - auch Menschen mit niedrigem Einkommen zwingt niemand zu rauchen und jeder kann es zu jeder Zeit aufhören. Und das spart dann so richtig Geld.

  • Ja, Rauchen ist eine Suchterkrankung.



    Doch wenn man bei Experten für Suchtprävention fragt, wird dort nahezu einmütig eine höhere Tabaksteuer als positives Instrument zur Sucht-Prävention genannt.



    Nur, weil es vor allem Ärmere trifft, ist es noch lange nicht gegen die Ärmeren.



    Wenn die höheren Preise dazu führen, dass weniger geraucht wird, ist schließlich auch vor allem den Ärmeren geholfen.



    Der Zeitpunkt mag nicht klug gewählt sein. Dennoch ist eine Erhöhung der Tabaksteuer für alle Betroffenen langfristig eine gute Sache.

    • @Herma Huhn:

      Die Erhöhung der Tabaksteuer ist langfristig eine gute Sache für den Schwarzmarkt und unsere osteuropäischen Nachbarn. Wird es hier zu teuer ohne das Angebot von schadensreduzierten Alternativen (siehe z.B. Schweden, Großbritannien und Neuseeland), dann gibt es halt entsprechende Ausweichbewegungen.

    • @Herma Huhn:

      Wenn man wirklich den Ärmeren vor allem helfen wolle würde, würde man zumindest mal diskutieren die Einnahmen von steuerlichen Erziehungsmaßnahmen wie Zucker,- Alkohol-, und Tabaksteuer zum Beispiel in eine Reduktion der Mehrwertsteuer von Grundnahrungsmitteln zu investieren. Einen Tankrabatt gegen zu finanzieren ist zumindest mal so gar nicht in deren Interesse. Ein Auto und viel fahren muss man sich eben auch erstmal leisten können. Aber da es nicht wirklich darum geht armen Menschen zu helfen, sondern Menschen im Zweifel für ihren Lebensstil zu bestrafen, wird das wohl Zukunftsmusik bleiben. Die CO2-Steuer wurde ja auch nicht in ein Klimageld übersetzt.

    • @Herma Huhn:

      Aus Sicht der Betroffenen ist das aber leider gar keine gute Sache. Wie kommen Sie den darauf? Für wen ist denn eine höhere finanzielle Belastung eine gute Sache? Dass eine Mehrheit nun steuerbedingt das Rauchen aufgibt, ist doch sehr unwahrscheinlich. Würde man dies erwarten, könnte man mit der Steuer nichts gegenfinanzieren.

      Im Übrigen kosten Raucher dem Staat insgesamt im Schnitt weniger Kosten als Nichtraucher. Bereits jetzt liegen die Tabaksteuereinnahmen deutlich über den direkten Gesundheitskosten, die durch das Rauchen entstehen.

      • @Kurzweil:

        Ich schrieb "langfristig"



        Und langfristig wird jedem Raucher zumindest soweit geholfen, dass die Menge der täglich gerauchten Zigarretten zumindest nicht noch weiter ansteigt. Dieser Effekt ist über die gesamte Population gemessen nachweisbar. Höhere Preise senken die Menge an konsumiertem Tabak. Und jede Zigarrette weniger ist ein Vorteil für den Raucher. Selbst wenn das vollständige Aufhören nicht jedem gelingen wird.

      • @Kurzweil:

        Nicht vergessen werden sollte, dass Steuern auch eine steuernde Wirkung haben.

      • @Kurzweil:

        Doch. Ist eine gute Sache. Als ehemalige Raucherin kann ich Ihnen bestätigen, dass nicht rauchen ein Stück Freiheit ist. Die Glimmstängel haben einen ziemlich im Griff. Immer schauen, dass genug dabei sind. Wo kann ich hier rauchen? Die Dinger greifen stark ins Leben ein und bestimmen Abläufe. Wenn also jetzt einige wegen des höheren Preises (spielte bei mir damals u.a. auch eine Rolle) aufhören, haben sie nicht nur mehr Geld in der Tasche, sondern auch ein gutes Stück ihres Lebens zurückgewonnen.

        Mir ist klar, dass das jemand der "drauf" ist, nur schwer verstehen kann. Ging mir lange auch so. Aber es ist wahr.

      • @Kurzweil:

        „Bereits jetzt liegen die Tabaksteuereinnahmen deutlich über den direkten Gesundheitskosten, die durch das Rauchen entstehen."

        Wer hat ihnen denn das eingeflüstert.



        Die Einnahmen durch die Tabaksteuer belaufen sich auf ca. 15 Milliarden, die direkten Gesundheitskosten belaufen sich auf ca. 30 Milliarden. Wenn der Volkswirtschaftliche Schaden dazugerechnet wird, kommt Deutschland auf ca. 100 Milliarden €.



        Im übrigen ist die Tabaksteuer eine Verbrauchssteuer und kein Krankenkassen Beitrag.

  • Bei Verkehrsverstößen würde mir das gefallen, so locker mal 10% vom Monatseinkommen für eine Geschwindigkeitsübertretung. Da würden die Kassen der Kommunen ordentlich klingeln. Und einen pädagogischen Effekt hätte das auch.

    • @Kunoberti:

      Die Autolobby, vom Topmanager bis zum Dorfheini, ist weitaus stärker, als die Tabaklobby. Sogar die Grünen scheuen sich vor Tempolimits oder einkommensabhängige Strafen. Könnte sonst zum Volksaufstand führen.

      Nicht so bei den Rauchern. Oder gab es Tumulte und brennende Barrikaden, als der ÖPNV rauchfrei wurde? Oder Gaststätten vor rund 15 Jahren?

  • Zucker, Tabak und andere gesundheitsschädliche Substanzen, die von Profitorientierten im Umlauf gebracht werden, mit Steuern zu verteuern, ist sinnvoll, denn das hebt die Einstiegs- und Verbrauchshürde.



    Wo ist dabei nur die entsprechende Steuererhöhung auf Öl?

  • Von der reduzieren Kraftstoffsteuer profitieren in erster Linie die Mineralölförderländer.