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„Faschismus“-Vorwurf des Linken-ChefsTheaterdonner gegen Pantisano

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Die Empörung der Union über den neuen Linken-Chef ist völlig überzogen. Sie soll davon ablenken, dass sie selbst in der Tat immer weiter nach rechts rutscht.

D ie Aussage des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano, es gebe keinen Unterschied mehr zwischen der Union und der AfD, war unglücklich und falsch. Nein, die Politik der CDU ist nicht „faschistisch“ – auch wenn ihr Migrationskurs an die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit geht, CDU-Fraktionschef Jens Spahn an Geheimtreffen des rechtsextremen Tech-Milliardärs Peter Thiel teilnimmt und manche im Osten mit der AfD liebäugeln. Pantisano hat sich inzwischen für seinen verbalen Fehltritt entschuldigt, und damit könnte man es gut sein lassen.

Nicht aber die Union. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lehnt die Entschuldigung des neuen Linken-Chefs ab; mehrere Unionsgranden fordern gar Pantisanos Rücktritt. Dieser Theaterdonner soll davon ablenken, dass die Union in der Tat immer weiter nach rechts rutscht. Das Entsetzen darüber, dass sie sich mit ihrer rabiaten Migrationspolitik zum „Steigbügelhalter“ der Rechtsextremen macht, wie es Heidi Reichinnek in ihrer berühmten „Brandmauer“-Rede vor der Wahl ausdrückte, hat der Linken enormen Zulauf beschert.

Zugleich ist sie aber bis an die Schmerzgrenze pragmatisch, nur um zu verhindern, dass die AfD an die Macht kommt: Die Linke toleriert in Sachsen und Thüringen bereits CDU-geführte Minderheitsregierungen, und sie wird das zur Not auch in Sachsen-Anhalt tun – das hat Pantisano bestätigt.

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Die Union ist selbst nicht zimperlich

Erstaunlich ist deshalb, wie viele sich den rassistischen und unsozialen Kurs der Union nun schönreden und ihr eine Art Persilschein ausstellen – selbst in der Linken. Als würde man die zarten Seelen in die Arme der AfD treiben, wenn man sie mit zu harschen Worten kritisiert. Dabei ist die Union selbst nicht gerade zimperlich damit, die Linken pauschal als „Antidemokraten“, „Stalinisten“ und „Antisemiten“ zu beschimpfen. Tolerieren lässt man sich im Osten aber trotzdem gerne von ihr.

Die Kritik der Union an Pantisano ist überzogen und verlogen. Möglicherweise ist er als Mensch mit Migrationsgeschichte gegenüber den Auswirkungen ihrer Politik einfach etwas sensibler als andere. Und im Ton vergriffen haben sich vor ihm schon viele andere.

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Daniel Bax

Daniel Bax Redakteur

Daniel Bax ist Journalist und Autor und schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Er arbeitet als Themenchef im Regieressort der taz und hat mehrere Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den grassierenden Rechtspopulismus. Sein aktuelles Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist Ende 2025 im Goldmann Verlag erschienen. Impressum: Daniel Bax c/o taz, die tageszeitung. taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin
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62 Kommentare

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  • Kritik kommt ja nicht nur von der CDU oder Springerpresse. Auch von Süddeutsche, Zeit, manchem TAZ Autor und Die Linke Politikern selber!



    Im übrigen, Faschismus bedeutet Demokratie und Wahlen abschaffen, politische Gegner verprügeln, einschüchtern ggf. inhaftieren oder gar ermorden! Und vielleicht das ein oder andere Land erobern - so war es in Italien damals. Der Nationalsozialismus hierzulande hat es dann noch mit dem Holocaust und Rassenwahn und Vernichtung der russischen Bevölkerung noch extremer ausgeübt.

    Ich sehe KEINEN einzigen Punkt davon bei der CDU (ja nicht mal jeder AFD Politiker würde das heimlich befürworten, aber einige durchaus). Von daher ist die CDU nicht im geringsten faschistisch!



    Dass sie im Vergleich zu Merkeljahren nun rechtere Politik macht, das ist ein meilenweit entferntes anders Thema.



    Faschismus zu rufen verharmlost den echten Faschismus, verhöhnt die Opfer und zeigt dass der Rufer bloß ein weltfremder Ideologe oder extrem Linker ist der in allem und jedem Faschismus sieht und damit am Rand steht.



    shorturl.at/1pNQ5



    shorturl.at/bZQPB

  • Übermäßige Zimperlichkeit muss sich die Union nun wirklich nicht vorwerfen lassen, jedenfalls was das Austeilen angeht.



    Die Gleichsetzung mit der AfD war falsch und hat der Linken einen Bärendienst erwiesen. Trotzdem ist Pantisano jetzt gewählt und sollte an die Arbeit gehen. Viele derartige Schnitzer kann er sich allerdings nicht mehr leisten.



    Offenbar bellt hier mit der Union ein Hund, der tatsächlich getroffen ist und den das schlechte Gewissen plagt.

    • @FtznFrtz:

      Nö, die nutzt nur die Gelegenheit, einen politischen Gegner einen auf den Deckel zu geben. Würden die anderen auch nicht anders machen.

  • Wer heute noch hyperventiliert, das Merz mal zu den Grünen "Hauptgegner" gesagt hat, sollte hier vielleicht nicht gleich zum Gegenangriff blasen. Die Technik, mal Einen rauszuhauen, der in der eigenen Anhängerschaft - wie hier jetzt auch wieder - als "ja eigentlich nur die Wahrheit" halb-heimlich gefeiert wird, und dann formal zurückzurudern, ist im Übrigen nicht ganz neu. An anderer Stelle nennt man das "gaslighting". Dagegen hilft nur, die Folgen der Fehläußerung zu maximieren.



    Ach ja: Wer noch nie auf einen verbalen Entgleiser der Gegenseite mit sofortigen, ernsten Rücktrittsforderungen reagiert hat, werfe den ersten Stein!

  • Herr Pantisano hat nicht gesagt alle CDUler seien Faschisten, sondern das die CDU-Regierung faschistische AfD-Politik umsetze. Das ist ein großer Unterschied. Ob diese Politik wirklich faschistisch oder einfach nur rassistisch und menschenfeindlich ist, darüber lässt sich Streiten und es wäre präziser gewesen von der rassistischen und menschenfeindlichen Politik der faschistoiden AfD zu sprechen, aber das geht als Zuspitzung durch und muss gerade von einer mächtigen Partei auch mal ausgehalten werden, deren Markenzeichen das kernige und undifferenzierte Auskeilen gegen die angeblichen kleinen Paschas, Migraten die das Stadtbild und die Töchter stören, während sie uns die Zahnarzttermine wegnehmen und natürlich gegen Erwerbslose.



    Dabei wird die Aussage vor lauter Eifer, sich zu echauffieren geflissentlich übersehen, eine Partei mit dem Anspruch eine Partei der Mitte zu sein macht die Politik, die die rechtsextreme AfD fordert, damit nicht an die Macht kommt und sie selber macht. Das ist der eigentliche Skandal und das darf auch gerne überspitzt werden. Vielleicht fährt man ja mit klaren und überspitzen Ansagen sogar besser als kit Heuchelei oder billiger Hetzte gegen unten.

  • ... wenn man/Frau abseits der AfD so richtig unsympathische Charaktere sucht, wird man bei der Union problemlos fündig.



    Wer meint öffentlich den Begriff Faschismus zu benutzen, sollte sich aber trotzdem vorher schlau machen: de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie

    • @Fritz Müller:

      Sie haben ganz Recht: "Er betont einen Mythos von nationaler oder rassischer Wiedergeburt nach einer Periode des Niedergangs und Zerfalls. Zu diesem Zweck ruft Faschismus nach einer ‚spirituellen Revolution‘ gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von 'andersartigen' Kräften und Gruppen, die sie bedrohen, zu reinigen."



      Aber wie war das mit der Hetze gegen die Grünen, mit dem Migrationsbeschluss gemeinsam mit der AfD, mit "Links ist vorbei!", mit Stadtbild und illegalen Grenzschließungen, um dem rassistisch plärrenden Pöbel das Mütchen zu kühlen? Es gibt da schon ein Problem in der CDU, das in Richtung dieser Definition geht und eher zu "Deutschnationale Union" als zu "Christlich-demokratische Union" zu passen scheint.

  • Es kommen ja ziemlich viele AFD-Politiker



    und Wähler von der CDU.



    Die Merz-CDU und Ihre sogenannte Werteunion hat mehr Gemeinsamkeiten mit



    der AFD als mit der SPD .



    Auch historisch war die CDU ein Auffangbecken für Altnazis , siehe z.B.



    Globke etc.

    • @Worgt Michael:

      "Die Merz-CDU und Ihre sogenannte Werteunion hat mehr Gemeinsamkeiten mit der AFD als mit der SPD ."

      Dafür sind aber verdammt viele Wähler von der SPD zur AfD gewandert. 🤔

    • @Worgt Michael:

      Historisch ist die Linke die SED und das ist "nur" 37 Jahre her und nicht 81 Jahre.

  • Bei all dem hin und her, eine Kleinigkeit droht unterzugehen, und die hat mir an der ganzen blöden Sache gefallen: Pantisano hat nicht sich entschuldigt, nicht eine Floskel wie "wenn meine Aussage die Gefühle von blablabla" abgesondert, sondern er hat ganz ausdrücklich um Entschuldigung gebeten - wie es sich eigentlich gehört. Dass dies Linnemann und Konsorten natürlich zum Anlass nehmen, die Bitte auszuschlagen, spricht (wie vieles andere) mehr gegen sie.

  • Provokationen sind doch das Tagesgeschäft der politischen Parteien. Speziell für die Parteien linksaußen und rechtsaußen sind Provokationen überlebenswichtig. Der politische Gegner muss quasi der Teufel persönlich sein ("Viel Feind, viel Ehr"), der nur durch die eigenen Partei wirksam bekämpft werden kann. Und je größer der Teufel ist, desto wichtiger ist die eigene Partei als Gegenmittel.

    Im konkreten Fall hat Pantisano den Teufel ("faschistische" AfD) noch größer gemacht (jetzt mit der "faschistischen" CDU) und damit die Linke noch wichtiger gemacht. Diese Strategie haben die anderen Parteien ebenfalls, auch z.B. die AfD bedient sich der gleichen Methode.

    Drei Grenzen dieser Strategie sollte man aber berücksichtigen.



    1) Muss/Möchte man mit den bekämpften Parteien zusammenarbeiten (wie in diesem Fall mit der CDU), sollte man sensibel und taktisch geschickt vorgehen,



    2) Evtl. muss man mit Gegenreaktionen rechnen (CDU),



    3) Provokationen nutzen sich ab, die Dosierung muss man ständig erhöhen, damit eine meßbare Wirkung erzielt werden kann. Eine Beschimpfung als "Faschist" oder "Nazi" lockt doch keinen mehr hinter dem Ofen hervor, was man gut an den Wahlumfragen erkennen kann.

  • Pantisanos Anwürfe gegen die CDU werden ihrerseits zum Ablenkungsmanöver, indem sie jüdische Kritik an seiner Partei in den Hintergrund treten lassen:



    .



    》Die Linke nutzt ihren Bundesparteitag für Lippenbekenntnisse zum Schutz jüdischen Lebens, die zwischen Boykottunterstützung und ‚Genozid‘-Vorwürfen gegen Israel jede Glaubwürdigkeit verlieren“, sagte Schuster[der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland] nach der Lektüre der Parteitagsformulierungen. [...] „Für Jüdinnen und Juden macht sie sich damit unwählbar.“《 taz.de/Linkspartei...mitismus/!6189592/



    .



    Ähnlich, wie sich der Zentralrat vor der letzten Bundestagswahl gegen die AfD positioniert hat: 》JUDEN GEGEN DIE AFD



    .



    [...]



    .



    Bei der Bundestagswahl entscheidet sich, ob die AfD erneut im Deutschen Bundestag, dem Herzen unserer Demokratie, ihr Unwesen treiben kann. Eine Partei, in der Antisemiten und Rechtsextreme eine Heimat gefunden haben. 《 www.zentralratderj...den-gegen-die-afd/



    .



    Das hat mit Faschismus sehr viel konkreter zu tun und sollte nachdenklich machen.

  • Wer Die Linke als Nachfolgerin der Mauerschützenpartei SED bezeichnet, muss auch damit leben, dass die Union als Nachfolgerin derjenigen bürgerlichen Parteien bezeichnet wird, die 1933 Hitler zur Macht verhalfen.



    Ich finde, es geht hier um den Umgang der Demokraten untereinander. In Zeiten wie diesen sollten Politiker die Fähigkeit aufweisen, sich selbst zu disziplinieren, wozu gehört, auch mal verbal abzurüsten gegenüber dem politischen Gegner. Denn: wie man in den Wald hineinruft …



    Wer aber wie die AfD die demokratischen Spielregeln nicht akzeptiert bzw. seine eigenen Regeln durchsetzen will, gehört von den Demokraten - und dazu zählt selbstverständlich auch die CDU - ausgegrenzt.



    Die Demokratie kann es sich nicht leisten, an ihrer eigenen Demontage mitzuwirken.

  • 53%-Pantisano ist ein Möchtegern-Partisano und das ist keine gute Voraussetzung für effektive und überzeugende, linke Politik. Er ist schlichtweg die ideale Fehlbesetzung. Dass die CDU sich über seine Faschismusbemerkung aufregt ... muss sie halt. Aber dass Spahn Thiel hofiert ist schon ein Ding!

  • Die Union ver-zeichnet ihrerseits die Linken schon jahrzehntelang. Ist ja auch unerhört, weitgehend die Positionen der SPD von 1998 zu haben. Oder nach 1990 das Personal weitgehend ausgetauscht zu haben, anders als etwa die Ost-CDU.

    Pantisanos Spruch wird nicht komplett harmlos. Die AfD ist noch mal ein anderes Kaliber. Doch darf die Union aktuell wirklich mal ihr Türenvorfeld sauberfegen.

  • Treibt die Union hinter die brandmauer und es ist nicht die AFD die daran verbrennt sondern die sog. Demokratische mittep

    • @Todesfister:

      Damit beschreiben Sie kurz und knapp die mittelfristige Strategie der Linken. Danke!

  • Herr Bax, aus Ihrer Sicht hat Pantisano im Prinzip nur überspitzt ausgedrückt, was er und viele linksorientierte Menschen denken; und die jüngsten Entwicklungen in den christlichen Parteien geben sogar einen gewissen Anlass dafür. Er hätte sich allerdings überlegen sollen, ob man immer alles sagen sollte, was man denkt und als nächstes, zu welchem Zeitpunkt. Darüber, Herr Bax, sollten Sie sich als bekennender LINKEN-Fan mehr Sorgen machen, als über die zu erwartende Empörung der CDU; niemand lässt sich widerspruchslos als Faschist beschimpfen.

    Sorgen, weil sich hier zeigt, dass die LINKEN sich einen politisch komplett Unbegabten an die Spitze gewählt haben, der ganz offensichtlich nicht versteht, wie das Spiel läuft.







    Der kleinste Fehler (und dieser war ein großer) wird vom politischen Gegner und den Medien immer wieder hochgeholt werden, ganz egal wie gut seine Ideen in Zukunft sein werden. Bei Baerbock hat ein "Kobold" statt "Kobalt" jahrelang als Inkompetenzbeweis ausgereicht und Teile der Bevölkerung denken immer noch, dass Habeck nicht weiß, was eine Insolvenz ist.







    Noch zwei oder drei Fehltritte und die Erfolgswelle der LINKEN ist ganz schnell vorbei.

  • Es ist genau dieses inflationäre abstempeln als Faschist, Nazi für jeglichen Politisch anders denkenden außerhalb einer marginalen linken Blase das die AfD groß gemacht hat. Um sich nicht mit Problemen auseinander zu setzen zu müssen hat jeder der nicht ganz linke Meinungen vertreten hat eins mit der Nazikeule bekommen, bis diese ihre Wirkung verloren hat. Die wahren Steigbügelhalter für den Aufstieg der AfD sind hier die Linken und nicht Parteien aus der Politischen Mitte.

    • @Günter Witte:

      Das sehe ich anders, wenn man wie die CDU AfD-Politik umsetzt, bestätigt man damit inhaltlich die Positionen der AfD. Die CDU bietet seit ihrer Wahl keine Lösungen, sondern nur Abgrenzung von Problemen an, was der gleiche Ansatz von der AfD ist. Wer applaudiert im EU-Parlament, während Rechte zu Sprechchören ansetzt, hat sich klar positioniert.

      • @Moritz Pierwoss:

        Glauben Sie wirklich das man die AfD wieder klein bekommt wenn man bei allen Themen die diese Partei für sich beansprucht einfach kneift und die Politische Arbeit verweigert ? Was würden Sie dann tun wenn die AfD jetzt plötzlich den Naturschutz für ihre Agenda nutzen würde ? Naturschutz, Naturschutz sein lassen weil man ihnen sonst recht gibt ?



        Grüne, Linke haben auch schon in der EU (Mercosur) mit den Rechten gestimmt, weil es ihnen da gepasst hat. Also haben sich diese Parteien auch schon positioniert ??

    • @Günter Witte:

      Nicht die Nazikeule hat die AFD groß gemacht, sondern die Inkompetenz der letzten Regierungen....ich bitte sie.

      • @PartyChampignons:

        Der (traurige) Aufstieg der extrem Rechten geht Hand in Hand mit der unkontrollierten Grenzöffnung von 2015.



        Damals war die AfD eine Partei die um die 5% Hürde kämpfte und oft verlor. Jeder der damals vor Problemen warnte oder nach Massenhaften Straftaten wie in der Kölner Silvesternacht diese anprangerte wurde sofort in die äußerste Rechte Ecke geschoben. Viele haben dann halt nichts mehr gesagt und dafür die AfD gewählt bis sie sich zu dem heutigen Ungetüm entwickelt hat. Hätten wir damals einen offenen Umgang auch mit den Negativen Folgen von Migration geführt wäre die AfD immer noch die kleine 5% Partei oder hätte sich, im besten falle, schon aufgelöst.

    • @Günter Witte:

      Ganz genau. Die gute alte Dolchstoßlegende

    • @Günter Witte:

      Solche Pauschalisierungen sind leider weit verbreitet. Nicht wenige Konservative bezeichnen alles links der SPD als linksradikal.



      Unsere politische Kultur wird allgemein immer gruseliger.

  • Wer alle rechts von sich selbst als Faschisten bezeichnet muss sich nicht wundern, wenn man dann alleine dasteht, und der Begriff komplett entwertet wird. Die Aussage war dumm und geschichtsvergessen.

    • @Sybille Bergi:

      Weil die Zentrumspartei damals Adolf Hitler an die Macht half? Die CDU setzt die ganze Zeit die Politik der AfD um, falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist. Es heißt ja Kampf gegen Rechts, weil man politische Inhalte und Ideen verhindern möchte, und nicht ob diese das Label CDU oder AfD tragen.

    • @Sybille Bergi:

      Nein und das wars Sie behaupten war auch gar nicht die Aussage.

    • @Sybille Bergi:

      Was ist an dem Vorwurf, die Union mache Zentrumspolitik dumm und geschichtsvergessen?

  • Also schon!



    Verbalradikales Schimpfen kommt vor. "Faschismus, Faschisten!" als Schimpfwort ist inflationär. Die Frage, wie das rechte Gebilde heute bezeichnet werden kann, ist dafür anstrengender zu beantworten.

    Christian Jakob interviewte im April Andreas Püttmann zu diesem Thema: Titel: „Die Milieugrenzen sind fließend“



    Schon 2015 warnte der Publizist Andreas Püttmann vor einer Rechts­radikalisierung der Union. „Die Nashörner kommen“, nannte er seinen Text. Was sagt er heute?



    taz.de/Amnesty-Ber...nrechten/!6172599/



    Welchen Anlass gibt es wohl für diese Einschätzungen?



    M.E. findet mit der aktuellen Rechtsfront inkl. FDP ein Paradigmenwechsel statt: weg von den Menschenrechten, Bürgerrechten, sozialer Sicherheit und der Reduzierung der Erderhitzung.



    hin zur Beschuldigung der Verlierer, unnütz oder Totalverweigerer zu sein.



    Nationalismus und Rassismus sind aktuell breit auf hohem Niveau, auch durch Medien wie Achse des Guten, Tichys Einblick.



    Die Einwohner arbeitermigrantischer Quartiere werden verachtet.



    In den USA herrscht jetzt nicht der Faschismus, aber ICE produziert faschistische Situationen. Die USA sind hier das Vorbild, z.B. für Spahn.

  • Das Problem ist



    leider Partisano.



    Beim kürzlichen Interview der taz wirkte er nicht unsympathisch.



    Allerdings sind Äußerungen in der Öffentlichkeit etwas Anderes als die heimische Blase.



    Wer ein öffentliches Amt anstrebt, muss mit besonderer Beobachtung rechnen .



    Verplappen sich auch Andere ?



    Klar!



    Unser Möchtegernkanzler ist das (beste) schlechteste Beispiel dafür!



    Merz ist allerdings auch der unbeliebteste Kanzler der Bundesrepublik.



    Natürlich ist die Aktion ein gefundenes Fressen für die Union.



    Wer selbst nur Pfeifen zu bieten hat, haut natürlich erst recht auf die Pauke, wenn der Gegner sich im Ton vergreift.



    Ob das fair ist? Natürlich nicht!



    Aber gibt es neuerdings Schiedsrichter auf dem Feld der Politik?



    Es ist unfair, aber Partisano wird diesen Makel nicht mehr los und startet als Belastung für seine Partei.



    Vielleicht hätte er sich in die zeitgemäße Ausrede flüchten sollen:“ hey, tut mir voll leid, aber ich habe echt nur gesagt, was mir die KI geschrieben hat“…

  • Hat sich nicht sogar die AfD neulich darüber echauffiert, dass die CDU/CSU ihre Ideen kopiere?



    War es dieses Verhalten, das Herr Pantisano anprangern wollte?

    • @Aurego:

      Wahrscheinlich.

      Allerdings sehe ich Politiker, die erst reden und dann denken, kritisch. Politiker sollten nichts sagen, für das sie sich dann entschuldigen müssen...

  • Natürlich ist es Theaterdonner, aber die Vorlage hat Herr Pantisano nun Mal geliefert. Warum sollte die CDU sich das entgehen lassen? Frau Reichinnek hatte letztes Jahr auch die Vorlage (oder sollte man Elfmeter sagen) genutzt, die ihr Merz mit seiner Migrationsabstimmung lieferte.

  • Die CDU ist weder willens noch in der Lage, aus der (ihrer) Geschichte zu lernen und glaubt, sich mit einem Etikettenschwindel (Zentrum # CDU) vom Verdacht zu befreien, mit den Steigbügelhaltern der Faschisten etwas zu tun zu haben. Dabei waren es ihre Vorgänger, die den Faschisten 1933 das Tor zur Macht weit aufgestoßen haben.

    Würden sie sich heute dieser Tatsache stellen und kritisch damit umgehen, wäre schon viel gewonnen.



    Aber wer auch heute noch mit Faschisten kuschelt und sich in ihren elitären Kreisen sonnt, muss extrem kritisch von der demokratischen Öffentlichkeit ins Visier genommen werden. Ihre teilweise menschenfeindlichen und oft hasserfüllten Worten folgen in Migrations- und Sozialpolitik leider allzu oft auch solche Taten.



    Die CDU hat sich unter Merz, Spahn und Linnemann von einer konservativen zu einer reaktionären Partei (zurück)entwickelt, die den Sozislstast schleifen will, um die Taschen der Milliardäre zu füllen.

    • @Tiene Wiecherts:

      So ist das zu sehen. Besonders peinlich ist auch das Nichteinhalten der Aufnahmezusagen gegenüber den Mitarbeitern der Streitkräfte in Afghanistan.

    • @Tiene Wiecherts:

      ->Die CDU ist weder willens noch in der Lage, aus der (ihrer) Geschichte zu lernen

  • Was ist falsch, Teile der Lunke als stalinistisch zu bezeichnen? Die Parteijugend hat das ja grad bestätigt - neben Aussagen wie "Israel verrecke"



    Man stelle sich vor, die Junge Union hätte Mussolini gehuldigt, was dann hier los wäre....

    • @Emmo:

      "Man stelle sich vor, die Junge Union hätte Mussolini gehuldigt, was dann hier los wäre...." - Bei den wenigen, die in Geschichte aufgepasst haben nicht viel, war Mussolini in seinen jüngeren Jahren doch überzeugter Sozialist und Marxist....

      • @Samvim:

        Aha, dann darf mal als Linker Mussolini als Vorbild sehen? Ui, ui, ui

    • @Emmo:

      Interessant wie sie verallgemeinern, wenn es ideologisch ihnen passt. Es gab auch Nazis in der Union, sind die jetzt alle Nazis oder wie halten sie es in diesem Kontext ?

  • Wenn das Bindeglied zu den Freunden des Faschismus, Jens Spahn sich empört ist das derart unglaubwürdig. Vielleicht gibt es ja noch ein paar aufrichtige echte Christdemokraten, die können sich beschweren, aber nicht dieser Politversager.

    • @Axel Schäfer:

      Wie heißt es so schön: „Getroffene Hunde bellen.“

  • Da ich keine Parteivorsitzende bin, darf ich mir (ohne Entschuldigung) erlauben zu sagen: Es gibt in Denken und Handeln kaum mehr Unterschiede zwischen AFD und CDU.

    • @snowgoose:

      In deiner welt haben also Nazis 60% der Stimmen in Deutschland?



      Wenn wir AFD Union und die kleinen Rechten Gruppen zusammen rechnen

    • @snowgoose:

      Sagen dürfen Sie das. Auch Pantisano darf das sagen, wir haben ja Meinungsfreiheit. Aber ob es klug ist das zu sagen und ob es stimmt, ist eine ganz andere Sache.

      • @Biker-Ffm:

        Ich sehe die Aussagen klar als beleidigend und nicht durch Redefreiheit gedeckt

        Ich wäre persönlich dafür dass die Redefreiheit weiter geht als sie es heute tut, aber die aktuelle Rechtslage sieht so Aussagen als strafbar

  • pantisanos aussagen, so unzutreffend sie als gleichsetzungen in analytischer und theoretischer hinsicht sind, werden sich eventuell in nicht allzu ferner zukunft als politisch zutreffend erweisen, wenn teile der zunehmend enthemmten cdu/csu noch weiter nach rechtsaussen rüberklappen. sei es, weil sie ein rein instrumentelles verhältnis zum kurzfristigen machterhalt haben und zur überzeugung gelangen, dass das strategische zusammengehen mit dem menschenfeindlichen original schon gutgehen wird. sei es, weil sie sich zumindest auf die ein oder andere weise selbst in der düsteren gefühlswelt der faschos aufgehoben glauben.

  • Wer sich in dieser Form darüber aufregt ist ertappt und bestätigt doch nur die Feststellung von Pantisano, die im übrigen meiner Meinung nach überhaupt nicht überzogen war, sondern vielmehr des Puddels Kern getroffen hat; siehe Reaktion der CSU/CDU.



    Herzlichen Dank an Herrn Pantisano für seine mutige und wahre Aussage.

    • @Sonnenhaus:

      Viel einfacher kann man es sich auch nicht machen. Wer Kritik an der Aussage übt, ist „ertappt und bestätigt“ die kritisierte Aussage.

    • @Sonnenhaus:

      Sie sind ernsthaft der Meinung, dass die CDU unter-Merz eine faschistische Politik betreibt?

  • Ja, und wieso wurde Herr Pantisano nur von 53 % der Delegierten gewählt. Im Grunde genomen spaltet er doch in dieser Frage die Linkspartei. Wenn er ein bischen Ehre besitzen würde hätte er da Amt gar nicht angenommmen

    Wenn man die Union als faschistisch bezeichnet relativiert man die Taten der Faschisten im Dritten Reich. 8 Milionen Tote in KZ und 60 Milionen Kriegstote. Ausserdem "nutzt" sich der Begriff, leider, immer mehr ab.

    Für die Union wird es immer schwieriger in Sachsen Anhalt eine Minderheitsregierung mit Duldung der Linke zu führen. Eine Koalition ist wohl gar nicht denkbar.

    • @Martin Sauer:

      Dass die Union es immer noch nicht schafft, ein realistisches Bild der Linken hinzubekommen, halte ich für zu 99 % im Verantwortungsraum der Union.



      Das wirklich Trennende in der Außenpolitik wäre unterhalb der Landesebene beschweigbar. Die Kapital-Orientiertheit der Union mal wieder runterzufahren.

      Wobei ich die Linke schon auch als etwas sehe, was ja angeblich fehlt: Eine Alternative zur strategischen CDU-Dominanz. Die liegt gar nicht bei rechtsprimitiv, sondern wäre links der Union zu finden wie nötig.

      Es gab wohl keinen Plan B, daher musste Pantisano annehmen. Ändern kann er sich oder nach einem Jahr weiterreichen. Jedenfalls spielt er die zweite Geige, erst mal.

      • @Janix:

        Die Linke sendet dieses Bild selbst aus. Wenn ein Vorsitzender nur mit 53 % gewählt wird, ist das kein Zeichen lebendiger Pluralität, sondern Ausdruck tiefer Spaltung. Das kann man nicht der Union anlasten.

        Und nein: Der Faschismusbegriff „beginnt“ nicht beliebig. Wer die CDU pauschal als faschistisch diffamiert, relativiert sehr wohl historische Verbrechen – nicht aus Absicht, aber aus begrifflicher Verantwortungslosigkeit. Genau deshalb nutzt sich der Begriff ab.

        Wenn Sie von Trennlinien sprechen, dann bitte vollständig: Teile der Die Linke – insbesondere ihre Jugendorganisation – huldigen offen Stalin, delegitimieren Israel, pflegen ein realitätsfernes Verhältnis zur NATO und relativieren russische Aggressionen. Das ist kein Nebenschauplatz, sondern Kernproblem politischer Anschlussfähigkeit.

        Dass eine Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt daran scheitert, ist kein taktisches Missverständnis, sondern die Folge politischer Selbstblockade. Wer zweite Geige spielt, sollte zumindest wissen, in welchem Orchester.

  • "... in der Tat immer weiter nach rechts rutscht. "



    Da muss sie aber noch lange nach rechts "rutschen", bis sie wieder soweit rechts ist, wie sie unter Zeiten deines Franz Josef Strauß war. Die CDU ist meines Erachtens heute ungefähr so weit "rechts", wie die SPD unter Schröder war.



    Der Vergleich der CDU mit der AfD empfinde ich trotzdem als eine Frechheit, auch wenn ich noch nie CDU/CSU Wähler war.

    • @Hans Dampf:

      In der CDU/CSU sehe ich keinen Geißler, keine Süßmuth, keinen Blüm mehr! Das Soziale oder Christliche, wo wäre es? Ja, zugleich auch keinen Dregger oder Strauß.

      Die Union ist viel schmaler geworden, weitgehend mit erwiesen untauglichen neoliberalen Reflexen und Machtpolitikern bestückt.



      Doch keine radikalreaktionären Geiferer. Der Graben rechts der Union ist der größere.

    • @Hans Dampf:

      Die Herren Merz, Spahn und Linnemann sind aber bekannt? Und ihre Aussagen?

  • Danke, dem ist nichts hinzuzufügen.



    Empörung scheint die neue Masche der Union zu sein, man denke an das Video im Wahlkampf in BaWü. Ob man glaubt, damit "Wutbürger" einfangen zu können oder ob es nur die eigene Psychohygiene ist?

  • Man mag ja den Theaterdonner der CDU kritisieren.

    Warum haben aber nur etwas mehr als 50 % der Parteigenossen Pantisano gewählt.



    Warum nimmt Pantisano bei einem solchen Wahlergebnis das Mandat überhaupt an.



    Die Kritik an Pantisano als verlogen und überzogen zu bezeichnen grenzt an Irrlichterei.

    • @Laura Renner:

      Die Kritik an Pantisano ist legitim.



      Die Kritik an jener wohlfeiler Ablenkerei ist auch legitim.

    • @Laura Renner:

      Parteigenossen gab es bei einer anderen Partei...