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Erderwärmung und Kipppunkte Mit weniger Geld mehr Klimaschutz

Essay von

Bernward Gesang

Das Problem Erderwärmung kann nur global gelöst werden. Allein auf die nationale Transformation zu setzen, wird am Ziel vorbeiführen.

W as tun, wenn Klimaschutz nicht mehr die Priorität hat, die ihm zusteht? Wie soll man auf das internationale Fiasko der Klimapolitik reagieren, dass US-Präsident Donald Trump eingeleitet hat? Jammern, klagen und die Klimapolitik unter Finanzierungsvorbehalt setzen? Nein, wir müssen das Kunststück vollbringen, mit weniger Geld mehr Klimaschutz zu erzielen. Die Politik hat sich zum Ziel gesetzt, den Klimaschutz vor allem durch Maßnahmen in Deutschland zu verbessern.

Allerdings wankt das nationale Klimaziel. Weder Gesellschaft noch Regierungskoalition scheinen bereit zu sein, den noch unabsehbaren Preis für diese Entwicklung zu zahlen. Völlig unbeachtet bleibt dabei, dass Klimaschutz im Ausland billiger ist und zugleich wesentlich mehr als 2 Prozent der weltweiten Emissionen beeinflussen könnte. Das entspricht der Summe, die Deutschland einspart, wenn es eines Tages klimaneutral wird. Nicht nur die richtige Bilanz im eigenen Land ist wichtig, sondern auch der absolute Beitrag zur Minderung der Emissionen weltweit.

Maßnahmen wie pauschale E-Auto-Kaufprämien, Förderung von Plug-in-Hybriden, E-Fuels für normale Pkws und die Absicht, grünen Wasserstoff primär in Deutschland zu produzieren, sind teuer. Für das gleiche Geld ließe sich möglicherweise international deutlich mehr CO2 sparen, indem wir vorrangig im Globalen Süden Kapital investierten, um zum Beispiel den Regenwald oder die Moore zu schützen.

Bernward Gesang

ist Professor für Philosophie und Wirtschafts­ethik und Autor. 2020 erschien „Mit kühlem Kopf. Über den Nutzen der Philo­sophie für die Klima­debatte“.

Natürlich hat der Staat andere Pflichten als das Individuum, denn er steht auf der internationalen Bühne und muss dort Allianzen schmieden. Das zwingt ihn, auch selbst klimaneutral zu werden. Nur so findet er internationale Unterstützung für einen „Klimaklub“ und letztlich einen globalen Klimavertrag, der allein die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen kann. Zugleich muss er glaubhaft machen, dass Klimaschutz und Wohlstand Hand in Hand gehen können, um die ärmeren Staaten dieser Welt nicht zu entmutigen.

Maßnahmen auf Effizienz prüfen

Er muss im Rahmen der Energiewende Techniken „gegen den Markt“ etablieren. So wie mit den erneuerbaren Energien, als der Staat ein Angebot ohne Nachfrage und schließlich die Nachfrage durch garantierte Abnahme von Strom künstlich schuf. Wir konnten – in diesem Fall sogar mithilfe der zur Entwicklung nötigen nationalen Klimawende – die Emissionen der großen globalen Emittenten wirksam senken. Diese müssen sich dann nicht mehr durch den Verbrauch von schmutziger Kohle entwickeln.

Kurzum: Maßnahmen im Inland sind nötig, sollten aber immer auf ihre Effizienz und ihre internationalen CO2-Vermeidungspotenziale geprüft werden. Es geht um die richtige Mischung aus Klimaaußenpolitik und Energiewende im Inneren. Die nationale Transformation verschlingt letztlich zu viele Ressourcen, während internationales Engagement zu kurz kommt. Also gilt es auf individueller als auch auf staatlicher Ebene Effizienz in den Mittelpunkt zu stellen.

Wenn derzeit der Weg zum nationalen Ziel, das wir letztlich alle erreichen müssen, besonders steinig erscheint, hilft es da weiter, ihn ohne Umwege zu verfolgen? Beginnen wir mit einem Blick auf die Fakten: Die Regenwälder und Moore sterben jetzt. Eine neuere Nature-Modellstudie von 2026 kommt zu dem besorgniserregenden Ergebnis, dass die Kombination aus 1,5 bis 1,9 Grad Celsius Erwärmung plus 22 bis 28 Prozent Entwaldung ausreichen könnte, um großflächige Übergangsrisiken zu erreichen.

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Aktuell stehen wir bereits bei rund 20 Prozent Entwaldung. Wir riskieren in den nächsten Jahrzehnten das Überschreiten von kritischen Schwellenwerten, die einen kaum umkehrbaren Verfall großer Teile des Amazonaswalds und andere Kippelemente auslösen könnten. Mit anderen Worten: Wir müssen uns jetzt um die Unterstützung der Regenwaldnationen kümmern, weil diesen Staaten momentan nicht die ausreichenden Eigenmittel zur Verfügung stehen, um diese unverzichtbaren Maßnahmen allein zu leisten.

Prioritäten setzen

Natürlich macht es durchaus Sinn, das nationale Ziel voranzutreiben. Es hat der Welt die Solarenergie gebracht. Das zeigt, dass nationale Bemühungen viel wert sind. Aber ist es sinnvoll, das nationale Ziel, das wir letztlich alle erreichen müssen, jederzeit verabsolutiert anzustreben? Niemand weiß, wie genau das geht und was das kostet. Die Energiewende erfolgt experimentell durch Versuch und Irrtum bei einer Fahrt auf Sicht, die keinen detaillierten Plan verfolgt.

Wir entdeckten zum Beispiel zufällig auf dem Weg das Power-to-Gas-Verfahren, was nie geplant war. Derzeit mangelt es an politischem Willen, das Experimentieren vollständig zu bezahlen. Vielleicht wird es billiger und einfacher, wenn man Umwege geht. Zum Beispiel: Wir retten jetzt die bedrohten und lebensnotwendigen Regenwälder, Moore und mehr. Zudem bringen wir durch geschickt gesetzte Mehrfacheffekte die Länder, die im Globalen Süden betroffen sind, wirtschaftlich auf einen grünen Zweig.

So können wir ärmeren Menschen in Regenwaldgebieten dabei helfen, genügend Einkommen zu erwirtschaften, damit sie einer Nutzung des Waldes durch Palmölkonzerne die Zustimmung verweigern. Das zöge günstige Mehrfacheffekte nach sich: Die Verringerung von Armut ginge Hand in Hand mit Klima-, Tier-, Arten- und Grundwasserschutz. Diese Maßnahmen wären allerdings nicht in Form von Krediten zu finanzieren, die wiederum in Schuldenfallen führen.

Vielleicht helfen uns dafür diese Staaten, die reich an erneuerbaren Energien und Wasserstoff sind, in 15 Jahren die letzten Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität billiger zu erreichen. Der Endspurt ist bekanntlich die teuerste Phase der Transformation, mit Ausnahme der Maßnahmen, die später gerade diese Schritte verbilligen. Da können wir natürlich nicht sparen. Trotzdem eröffnen sich später Möglichkeiten, die wir jetzt noch nicht aktivieren können, wie technische Lösungen, die in Deutschland entwickelt werden könnten.

Zeitlich gestaffelte Strategien

Oder wir haben eine höhere Bereitschaft zu einem neuen Lebensstil erreicht, weil sich die Katastrophen häufen. Jedenfalls ist aktuell das politische und gesellschaftliche Klima so, dass eine vollständige Finanzierung des nationalen Ziels nicht stattfindet. Trotzdem könnte die Zeit genutzt werden. Wie unschwer absehbar ist, wird das Klima über kurz oder lang erneut die politische Agenda bestimmen, was sich aus den momentan von der Politik erfolgreich verdrängten Fakten ergibt.

Wenn es so weit ist, kann man wieder direkter und auch kostenintensiver Kurs auf das nationale Ziel nehmen. Konkret geht es darum, neu zu priorisieren, da ein Sowohl-als-auch bei nationalen und internationalen Klimaschutzmaßnahmen derzeit nicht voll finanziert wird. Besonders teure nationale Maßnahmen dürfen nicht automatisch Vorrang vor internationalem Wald- und Moorschutz erhalten.

Berichte, die solche Maßnahmen als Greenwashing entlarven, sind leider manchmal zutreffend, aber man kann das verhindern, indem man gewisse Standards an die Projekte anlegt. Das bedeutet keine Absage an das nationale Klimaziel, wohl aber eine zeitlich gestaffelte Strategie: nationale Schlüsseltechnologien und Infrastrukturen weiterentwickeln, aber kurzfristig globale Maßnahmen priorisieren, deren Unterlassung später nicht mehr korrigierbar wäre.

Zudem ist basaler Klimaschutz, etwa Energieeinsparung, Abfallvermeidung oder lokaler Ressourcenschutz im Süden, oft viel billiger als Klimaschutz, der auf Prozesse bezogen wird, bei denen die günstigen Sparmaßnahmen schon realisiert wurden, wie bei uns. Es geht darum, zuerst irreversible globale Schäden zu verhindern und zugleich nationale Schlüsselpfade, mit denen wir in Zukunft die Energiewende gestalten könnten, offenzuhalten.

Billigerer Klimaschutz im Globalen Süden

Wie wäre es, grob gesagt, das Klimaschutzbudget so groß wie politisch möglich zu machen, wobei die nationalen Ziele mit einer CDU-Dominanz nicht direkt erreicht werden können. Dann gilt es, einen gewissen Prozentsatz im Land wie auch in der Welt zu investieren. Wir priorisieren innerhalb eines knappen Klimabudgets die Maßnahmen, die jetzt den höchsten globalen Klimanutzen und die das größte Potenzial bieten, irreversible Schädigungen zu vermeiden.

Dabei dürfen nationale Schlüsselmaßnahmen, die durch heutiges Engagement auf lange Sicht Kosten einsparen, nicht abgebrochen werden; aber sehr teure, kurzfristig wenig wirksame oder symbolische nationale Zusatzmaßnahmen können zugunsten internationaler Wald- und Moorfinanzierung zurückgestellt werden. So bekommt man auch in Zeiten abnehmender Finanzierung ein erhöhtes Sinken der Klimagase hin, aus dem einfachen Grund, weil Klimaschutz im Globalen Süden billiger ist.

Dieser Ansatz geht durchaus mit Argumenten von Bundeskanzler Friedrich Merz einher, wenn er fordert, Klimaschutz global anzupacken. Ist das nicht Neokolonialismus? Die politische und kulturelle Autonomie der Staaten des Globalen Südens soll gewährleistet sein. Alle geplanten Schritte sind nur im wechselseitigen Einverständnis vorstellbar. Auch die Partnerländer müssen Interesse zeigen, doch korrupte Regime sind keine Partner.

Allerdings drängt die Zeit. Die ärmeren Nationen verfügen nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, um etwa den Regenwald zu retten. Wenn der kippt, ist dies irreversibel.

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12 Kommentare

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  • Schade, dass die Waldbrände nicht bis zum Bundestag vordringen. Damit könnte man den sogenannten Staatsdienern wenigstens Feuer unter dem Hintern machen. Armes Deutschland!

  • Ich frag mich wann wir endlich verstehen, dass wir mit voller Kraft auf allen (!) Ebenen das Verbrennen fossiler Rohstoffe beenden müssen. Ich gehe davon aus, dass uns das Wohlstand kosten wird, dafür können wir unsere (damit sind alle (!) Menschen gemeint jetzt und in Zukunft) Lebensgrundlagen erhalten. Und es muss auch klar sein, dass dies ein Ende des Konsumkapitalismus und der krassen Vermögensungleichheit bedeutet.

  • Deutschland ist im Ranking der Wirtschaftsnationen die Nummer 3. Das kommt nicht von ungefähr sonder ist das Ergebnis einer Entwicklung, die mit der industriellen Revolution begonnen hat. Das bedeutet auch dass Deutschland seit 160 Jahre massiv CO2 in die Atmosphäre und ein nicht unerheblicher Teil des CO2 Überschusses auf die deutsche Kappe geht. Jetzt immer auf diese aktuellen 2% Gesamtanteil hinzuweisen ist historisch gesehen, ich nenne es mal falsch! Einmal emittiertes CO2 bleibt über 100 Jahre in der Atmosphäre!

  • Es muss grundsätzlich #debt4climate betrieben werden, also die Ökonomie auf die terrestrischen Füsse stellen und Schulden durch Klimaumstellungen streichen, so dass der Süden machen kann, was nötig ist und zeitgleich muss das begeletiet werden mit einer Schaffung eines nachhaltigen BIP Rechners, es kann nicht sein, dass Profite mit Zerstörung weiterhin unsere Ökonomie treiben! Und bei uns geht auch was: Meck -Pomm : öko Mobilität durch ÖPNV-W Projekt : das neue Rechenmodell anwenden auf : Natrium Ionen Speicher durch Meerwasser Entsalzung + Moorevernässung verbinden mit Schaffung einer Speicher Netze Infrastruktur, die nachhaltige Elektrifizierung mit Mobilitätsdienst für alle + Barrierefreiheit in die Fläche brächte und dabei die VW Kapazitäten nutzte, die ja auch teils staatliches Eigentum sind und von daher auch lenkbar auf das Allgemeinwohl in einen Projekt, für das die 3 Sozialdemokratischen Parteien ein Wahlbündnis eingehen könnten, das auch noch dabei Öko -Care für Agrar-Ökologie und Meeresschutz + Fischerei vor Übersäuerung mit macht und dazu einen sozial-ökologischen Ersatzdienst for Future den Jungen anbietet! Jetzt ist die Zeit dafür, den Nazis die Zukunft zu nehmen !

  • Eine konzertierte Aktion der globalen Klimaschutzbewegung mit dieser Ausrichtung, das dürfte auch für den hier im Kontext des Nord-Süd-Dialoges international erfahrenen Pontifex Papst Leo XIV eine Herzensangelegenheit sein, wie ich seine Schrift Magnifica humanitas verstehe.



    Da wird der POTUS wohl wieder poltern und drohen.

  • Das Meta-Problem ist ja, dass wir einander als Gegner und Konkurrenten betrachten, sowohl individuell, aber erst recht gruppenbezogen als Nationen oder "Völker".



    Das erschwert natürlich massiv die - absolut notwendige - Zusammenarbeit, ohne die wir unsere Lebensgrundlagen zerstören.

    Aber es gibt Leute da draußen, die es versuchen:



    global-redistribut...obal-climate-plan/



    www.equalright.org/global-basic-income

  • Würde die Regierung die Energiewende und den Klimawandel als wirtschaftliche Chace begreifen, würden alle bisherigen Gesetzesänderungen anders aussehen. Wir müssen nicht den globalen Klimawandel lösen oder finanzieren wie der Artikel betont. Wir sollten die Energiewende und den Klimawandel in unserem Land massiv voran bringen. Das bringt unsere Wirtschaft voran, sichert Arbeitsplätze und liefert unseren nationalen Beitrag, bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Vorbild, wie dies bei den regenerativen Energien weltweit bereits geschehen ist.



    Um den Regenwald zu schützen müssen wir nur aufhören die Abholzung durch z.B. unsere Soja-Nachfragen für Tierfutter zu beenden. Die Menschen vor Ort wissen gut genug wie sie Ihr Land bewahren können und gleichzeitig ein besseres Leben führen können, wenn wir den Konzernen keinen Grund mehr geben den Kolonialismus zu beleben. Das ist Klimawende global, ohne großem Geldeinsatz. Wenn sich jedes Land auf seine eigene verantwortlichen Aufgaben besinnt, erreichen wir schneller die Bewahrung unserer Lebensgrundlage. Wir sollten wieder ein Vorbild werden, mit wirtschaftlich nachhaltiger Strategie. Der Rest wird von allein geschehen.

  • Wer mehr Statistiken liest und mehr technisches Verständnis mitbringt erkennt das sich mit der "Verschiebung" von Klimaschutz in die Dritte Welt wenig erreichen läst.

    Denn die Emissionen pro Kopf sind dort überwiegend recht gering.

    BSPs:



    (Tonnen CO2 pro Kopf -- Quelle Wikipedia)

    USA: 13,7 T CO2



    Deutschland: 7,7 T CO2

    Kolumbien: 1,8 T CO2



    Indien: 1,7 T CO2



    SriLanka: 1,1 T CO2



    Nigeria: 0,6 T CO2

    Allein die Kosten-Diskussion und die Machbarkeits-Diskussion müssen endlich "rational" geführt werden.

    Beispiele dafür war bei uns irrational läuft:

    Wir reden ganz viel über "Wärmepumpen" für Wohungen.



    -- Das sind Kosten ca. 500 Milliarden Euro (20Millionen Wohnungen a 25tausend Euro pro Wärmepumpe)



    -- für "mäßige" 5% bis 7% Einsparung an Emissionen



    denn Wohngebaut sind nur 10% aller Deutschen Emissionen.

    Ein Kohleausstieg mit Erdgas kostet ca. 30 Millarden für neue Kraftwerkte und spart für sich 15% aller deutschen Emissionen.

    Zwei "Leitsätze" noch zur Orientierung:

    1.) Klimaschutz kann man heute mit der Technik betreiben die man hat -- nicht aber mit der Technik die vielleicht 25 Jahren bekommt.

    2.) Klimabilanz ist objetivierbar es ist Energiebedarf mal spez. Emissione pro Nutzen

  • Die deutsche Politik weigert sich jedoch in nahezu allen Bereichen, genau dies zu tun. Ein Ziel aktiv zu verfolgen und klar zu definieren, was geschehen soll, ist in Deutschland kaum noch umsetzbar. Denn die politisch Verantwortlichen, die Opposition und die Medien vertrauen auf die „unsichtbare Hand des Marktes“. Allenfalls darf indirekt etwas angestoßen werden; ansonsten schauen wir zu, wie sich durch jene höhere Macht namens Markt alles von selbst ordnet. Früher hieß diese höhere Macht, glaube ich, Gott.

    Die Klimakrise ist jedoch akut und erfordert aktives Handeln: Wir müssen Prioritäten setzen und darüber diskutieren, welcher konkrete Weg der beste ist – so, wie es in diesem Artikel geschieht. Sie erfordert nicht die Suche nach dem theoretisch besten indirekten Anreiz für den Markt, damit dieser ein nicht näher definiertes Ziel umsetzt, weil – so der Zirkelschluss – der Markt ja angeblich die beste Lösung findet.

    Die politischen Handlungsoptionen sind damit bereits auf einer ganz grundlegenden, strukturellen Ebene eingeschränkt – nicht erst auf der praktischen Ebene ihrer Umsetzbarkeit. Die Frage der praktischen Umsetzung wäre nämlich erst der nächste Schritt. Doch es hapert

    • @nutzer:

      Der Markt sucht nach der besten Lösung, um noch mehr Geld zu verdienen. Und da ist er auf dem besten Weg. Er hat KIs entwickelt, die Menschen in nicht zu ferner Zukunft intellektuell ersetzen können. Und er ist dabei, Roboter zu entwickeln, die Menschen auch real ersetzen können. Und investiert dafür Billionen von Dollar pro Jahr. Und in nicht allzu ferner Zukunft wird er das auch schaffen. Und dann werden Menschen einfach überflüssig sein, wahrscheinlich sogar störend, weil sie Robotern und KI Ressourcen wegnehmen, die diese viel besser nutzen können. Daher wird es dann nicht schaden, wenn es ein paar Milliarden Menschen weniger gibt - im Gegenteil.

      Wenn Klimakatastrophen dagegen dieser Entwicklung im Wege ständen, würden schon längst Billionen von Dollar investiert, um den Klimawandel zu bekämpfen.

      Das haben Politiker einfach noch nicht kapiert.

    • @nutzer:

      Doch es hapert bereits ganz grundsätzlich an unserem Verständnis von Politik.

  • Es ist richtig, dass der derzeitige Weg, dass jedes Land sich darauf konzentriert, seine Aufgaben zu erfüllen, offensichtlich nicht zum Ziel führt.

    Man hätte von Anfang an global Abkommen aushandeln müssen, um bestimmte Aspekte gemeinsam anzugehen. Beispielsweise zum Flugverkehr. Man hätte weltweit vereinbaren können, dass auf alle Business-Tickets 20% Klimasteuer oben drauf kommen. Das hätte alleine 50 Mrd. € gebracht. Die meisten Business-Ticket-Käufer könnten die problemlos zahlen, und wer nicht, muss dann eben Economy fliegen. Wird niemanden umbringen. Aber solange es kein globales Abkommen gibt, steht jede Fluggesellschaft in ihrem Staat auf der Matte und sagt, es sei Wettbewerbsverzerrung, wenn nur sie die 20% zahlen muss. Und so ist es fast mit jedem Feld. Das müsste jeweils international kontrolliert werden. So hätte man jeweils die optimale und halbwegs gerechte Lösung für alle finden können. Die derzeitigen Zertifikate dagegen laden zum Betrug gerade zu ein. Und die Wirtschaft wird immer behaupten, dass es Wettbewerbsverzerrung ist und deshalb werden alle Kosten bei den kleinen Personen landen, während die großen Konzerne nachwie vor Riesengewinne einfahren.