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Konflikt zwischen USA und Iran Ein Krieg, der leider logisch ist

Lisa Schneider

Kommentar von

Lisa Schneider

Ja, der Angriff auf Iran hat die Blockade an der Straße von Hormus erst ausgelöst. Aber realpolitisch gesehen darf auch Europa nicht einfach zusehen.

E s herrscht wieder Krieg zwischen den USA und Iran. Das Memorandum of Understanding – oder wohl eher Misunderstanding – hat nicht gehalten. Das ist nicht überraschend, hatte es doch Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus, die für den globalen Handel äußerst wichtige Meerenge, überlassen. Zur Erinnerung: Im Abkommen stand, dass „die Islamische Republik Iran nach besten Kräften Vorkehrungen“ treffen soll, „um Handelsschiffen 60 Tage lang eine gebührenfreie Durchfahrt zu gewährleisten“. Diese Frist von 60 Tagen wäre Mitte August ausgelaufen.

Bereits Anfang Juli traf ein iranisches Geschoss einen Tanker etwa acht Seemeilen östlich von Limah in Oman. Das bedeutete: innerhalb omanischer Hoheitsgewässer. Die erstrecken sich laut dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen über zwölf Seemeilen vor der Küste des jeweiligen Staats.

Iran hat also klar gegen das Abkommen verstoßen, um seinen angeblichen Anspruch auf die Straße von Hormus geltend zu machen. Dass die Islamische Republik sie als Kriegsbeute sieht, macht auch die Rhetorik der Führungsebene klar. Nun kann man – und das mit guten Gründen – argumentieren, dass dieses Problem vor dem US-amerikanisch-israelischen Angriff auf Iran Ende Februar 2026 nicht bestand und nicht Iran die Eskalation ausgelöst hat. Auch dass der Angriff völkerrechtswidrig war und bislang innenpolitisch in den USA sehr unpopulär ist, ist bekannt. Doch Irans Griff nach der Straße von Hormus hat die geopolitische Lage völlig verändert.

Irans Vorgehen hat die geopolitische Lage völlig verändert und macht Schule

Dass der Krieg nun fortgeführt wird, ist – leider – logisch. Weil es ein katastrophales Exempel bedeutet, wenn ein Anrainerstaat eine natürlich entstandene, nicht vom Menschen erbaute Wasserstraße einfach kapert – und bestimmen möchte, wer sie passieren darf, und dafür auch noch abkassieren will. Es gibt weltweit einige solcher Wasserstraßen – und damit dasselbe Konfliktpotenzial. Da wäre einmal die zwischen Indonesien und Malaysia verlaufende Straße von Malakka. Analysten befürchten, dass sie in einem Konflikt zwischen China und den USA zum Faustpfand werden könnte.

Oder die Meerenge Bab al-Mandab zwischen Indischem Ozean und Rotem Meer. Diese hat gerade erst die von Iran unterstützte Huthi-Miliz unter ihre Kontrolle gebracht und verweigert Schiffen mit Kurs auf Saudi-Arabien oder von dort kommend die Durchfahrt. Das ist auch deswegen ein Problem, weil Riad derzeit genau über diese Meerenge sein am Weltmarkt begehrtes Öl verschifft. Das Vorgehen in der Straße von Hormus macht also Schule.

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Dass weder die USA noch die benachbarten Golfstaaten dabei zusehen wollen, ist geopolitisch gesehen klar. Und in Anbetracht der Konsequenzen für die Weltmärkte sollte es auch in Europas Interesse liegen, dass Meerengen auch künftig frei passierbar bleiben und die Straße von Hormus Irans Griff wieder entrissen wird. Und das bedeutet eben auch ein – wie auch immer geartetes – militärisches Engagement.

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Lisa Schneider

Lisa Schneider Redakteurin für Nahost

Redakteurin für Westasien & Nordafrika. Studium in Beirut, Mainz und Paris. Alumna des Ernst Cramer & Teddy Kollek Programms (IJP) bei Times of Israel.
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1 Kommentar

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  • nein, das beinhaltet kein militärisches Engagement. Selbst wenn es in unserem Interesse liegen sollte, wirtschaftlich tut es das ganz bestimmt, aber weltpolitisch ist das eine tickende Zeitbombe.



    Es kann der tipping point sein für die wirtschaftliche Katastrophe, aber ganz sicher ist es ein militärisches Pulverfass und kein bloßer tipping point. Dieser Konflikt hat Potential für die ganze Welt zum auslöser zu werden für neue militärische Eskalationen.



    Auf die wirtschaftlichen Folgen, gäbe es theoretisch die Möglichkeiten autonom zu reagieren, auf die militärischen Folgen ganz sicher nicht, das ist ein Strudel ohne Ausweg. Gar nicht erst reingehen!