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Rechtspopulismus und Demokratie Potenzial nicht ausgeschöpft

Gastkommentar von

Daniel Dettling

Für eine sozial gerechte Zukunft braucht es eine radikale Mitte. Ein politisches Lager, das Möglichkeiten darlegt, statt Vergangenem nachzutrauern.

D ie Zukunft der Parteien hat sich mit den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin komplett verändert. Das Geschäftsmodell der einst großen Volksparteien funktioniert nicht mehr, die Konkurrenz von links und rechts bietet aus Sicht der Wählerinnen und Wähler preiswertere und einfachere Lösungen. Von CDU/CSU und SPD wenden sich immer mehr ab, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Interessen und ihre Lebenslage nicht ernst genommen werden.

Das gilt vor allem für die arbeitende Mitte. Für sie ist längst nicht mehr Migration, sondern die wirtschaftliche Lage mit steigenden Preisen das zentrale Thema. Berlin vertagt die Zukunft. Längst nötige Reformen bei Arbeit, Pflege und Gesundheit werden verschoben oder als kurzfristige Kostensenkungsprogramme angegangen. Union und SPD sind nicht willens oder in der Lage, sich radikal mit der Zukunft auseinanderzusetzen. Beide übertreffen sich an Ideen- und Gedankenarmut.

Daniel Dettling

ist Zukunftsforscher und Gründer des Instituts für Zukunftspolitik (www.institut-zukunftspolitik.de).

So hat die Sehnsucht nach der vermeintlich besseren Vergangenheit leichtes Spiel. Profiteur ist vor allem die Alternative für Deutschland (AfD), die es besonders gut versteht, das Potenzial der Protest- und Nichtwähler zu mobilisieren. Der emotionale Wandel hat längst den ökologischen abgelöst. Waren in den 1980er-Jahren die Grünen Profiteure der Angst vor dem vermeintlichen Untergang, sind heute die Rechtspopulisten die Gewinner der Untergangsstimmung.

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taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Der eigentliche Grund, warum die Menschen AfD wählen, ist ihr Wunsch, dass Deutschland wieder stark wird, so der Soziologe Detlef Pollack. Mit Verspätung, dafür umso nachhaltiger, macht sich auch in Deutschland der Trend einer wachsenden radikalen Mitte breit. Das Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit der Politik ist hier ebenso gering wie die Nachfrage nach grundlegenden Reformen groß. „Radikal“ ist positiv gemeint: konsequent und kompromisslos für Demokratie und Rechtsstaat, gegen Populismus und Extremismus von rechts und links.

Verpufftes Potenzial

Das Potenzial der überzeugten Demokraten ist zuletzt auf 79 Prozent gewachsen. Ein Potenzial, das vor allem CDU und SPD nicht abrufen. Ihnen gelingt es immer weniger, ihre Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren. Immer weniger Bürger und Bürgerinnen trauen den beiden Parteien eine Lösung der Probleme in Deutschland zu. Die AfD schneidet wenig besser ab. Ein Anbiedern oder gar eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnt die große Mehrheit auch der Unionswähler ab. Die Union verliert mehr Wähler nach links und in die Wahlenthaltung als Richtung AfD.

Union und SPD setzen sich nicht mit der Zukunft auseinander. Beide übertreffen sich an Ideenarmut

Wie müsste ein politisches Konzept für die radikale Mitte aussehen? Es geht um marktwirtschaftliche Lösungen für gesellschaftliche Probleme und einen starken Staat bei Fragen der Migration und Sicherheit. Ökonomisch geht es um die neuen Möglichkeiten von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz, gesellschaftlich ist die radikale Mitte weder liberal noch konservativ, sondern unabhängig und will möglichst viele Wahlmöglichkeiten in ihrem Leben haben und immer eine faire Chance bekommen.

Erst das schafft Zuversicht in allen Schichten: Dass es den Kindern und Enkelkindern besser geht als einem selbst. Und dass nicht Lust auf Zerstörung, sondern Lust auf Zukunft entsteht: auf Europa, Fortschritt, Zugehörigkeit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit. Mehr Gerechtigkeit entsteht dabei nur durch Freiheit und die Chance auf Verwirklichung. Verteilungs-, Leistungs-, Chancen- und Generationengerechtigkeit sind keine Gegensätze, sondern gehören in ein Gleichgewicht gebracht.

Das Prinzip der einnahmeorientierten Ausgabenpolitik sollte dabei leitend sein. Neben Haushaltsdisziplin geht es um eine Reform des öffentlichen Schulwesens. Dazu gehören etwa gleiche Ausgaben für alle Schulbezirke, freie Schulwahl, die Einstellung besserer Lehrkräfte und mehr Befugnisse für die vorhandenen Schulleitungen, Pädagogen und Pädagoginnen. Ein Bekenntnis zu marktbasierten Lösungen in Gesundheitswesen, Energie und Umwelt ist gefragt, sofern der Staat diese Lösungen sorgfältig reguliert, damit sie dem Gemeinwohl dienen.

Zupacken statt jammern

„Mut zur Zukunft“ ist der Slogan einer radikalen Mitte-Partei in einer Zeit, in der andere auf „Retropia“ setzen, über die Zygmunt Bauman schrieb – eine Vergangenheit, die sich angeblich wiederherstellen lässt. Als das billige Gas aus Russland noch floss, der Verbrennungsmotor immer weiterlief, die D-Mark hart war und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte „Gastarbeiter“ hießen. Nein, nicht „wieder starkmachen“, sondern „Deutschland stärker denn je machen“ müsste die Devise sein.

Wie Mut zur Zukunft geht, lässt sich von Kanada lernen. Der dortige Premierminister Mark Carney verfolgt mit seiner Idee des „Nation Building“ das Ziel, sein Land unabhängiger von den USA und mit großen Infrastruktur- und Rohstoffprojekten ökonomisch stärker zu machen: „Build, baby, build“, so sein Appell. Statt von Zumutungen spricht er von „Opportunities“, von Möglichkeiten und Chancen.

Aufgabe politischer Führung ist es, aus dem Gefühl zunehmender Unsicherheit eine Politik der neuen Sicherheit zu machen, Orientierung zu geben und für eine bessere Zukunft zu sorgen. Im Kern ist die Antwort auf die radikale Mitte eine Partei „Mitte pur“, die Orientierung schafft, selbstkritisch nach Lösungen sucht, zukunftsfähig ist, anständig bleibt, die Gesetze einhält und ihre Sprache pflegt.

Wer macht daraus neue politische Mehrheiten? Falls weder Union noch SPD zu „Mitte pur“ fähig sind, kommt es wahrscheinlich zur Neugründung einer Partei der radikalen Mitte, die sich um die Ängste, Interessen und Leidenschaften der Bürger kümmert und die wirklich wichtigen Fragen stellt: Was sind die sozialen Übel unserer Zeit, wie bekommen wir sie gelöst und wer übernimmt dafür Verantwortung?

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17 Kommentare

  • Lesenundschreiben

    Klingt nett, hat aber einen gewaltigen Haken.



    Eine echte Mitte kann es nur im menschlichen Maß geben. Aber wie sieht es denn mit der absolut elementaren Sache aus, die unser menschliches Miteinander und damit auch unser menschliches Maß bestimmt? Damit meine ich das Geld und das Einkommen.



    Dort, wo Einkommensunterschiede um das zigfache, hundertfache, tausendfache,... akzeptiert oder toleriert werden, ist schon die ganz grundlegende menschliche Mitte schwer beschädigt.



    Alles, was sich aktuell "Mitte" nennt, hat aber kein relevantes Problem mit solchen gewaltigen Einkommensunterschieden, oder hat höchstens Lippenbekenntnisse parat.

  • Black Night

    Ich hätte gerne einen neuen Willi Brandt oder Helmut Schmidt. Die haben sich noch um unser Volk und unser Land gekümmert. Die hatten den Bezug zur Bevölkerung noch nicht verloren. Links will den Kommunismus wieder einführen, hatten wir schon mit der DDR, hat nicht funktioniert und was die AfD will halte ich teilweise nicht unbedingt falsch. Ich für meinen Teil stehe im Moment politisch auf verlorenem Posten. Ich möchte dass man die Grenzen besser schützt und ich möchte nicht dass man mit irgendeiner unausgegorenen Transformation das Land und die Wirtschaft ruiniert.



    Aber was weiß ich schon. Ich bin alt.



    So kann es jedenfalls nicht weiter gehen.



    Für die Zukunft viel Glück.

  • eine Stimme

    Herzlichen Dank für diesen Gastkommentar. Die angeblichen Volksparteien repräsentieren schon lange nicht mehr die Bevölkerung. Jahrzehnte neoliberaler Lobbyarbeit der Reichen und Mächtigen des Landes, in Parteiorganisationen in denen nahezu ausschließlich abhängige Berufspolitiker in Führungspositionen aufsteigen, haben sie komplett von ihrem Souverän entfremdet. Bei den Grünen gibt es ähnliche Tendenzen. Hier kommen erschwerend die lautsprechenden, teils dogmatischen, Minderheitenvertreter*innen als zusätzliche Lobbyisten hinzu. Statt sich als Partei in der Opposition auf wenige, für die Wähler und die Zukunft unserer Gesellschaft wirklich relevante Themen zu fokussieren, verzettelt man sich im Kleinklein der Tagespolitik. Wir brauchen eine schonungslos ehrliche und fundierte Analyse des Status Quo (fragt mal bei Ulrike Herrmann oder Martin Oetting nach), und eine Vision für die Zukunft der liberalen Demokratien, in der es um die Menschen und nicht um die Interessen der Superreichen geht. Dazu bedarf es gesellschaftlich anerkannter, integrerer Persönlichkeiten die dies Vision verkörpern und die radikale Mitte hinter sich vereinen, wie es einst Macron gelungen ist.

  • Abdurchdiemitte

    Ich weiß nicht, ob ich Dettling in allen Punkten zustimmen kann. Dazu müsste ich mich noch intensiver mit dem Gastkommentar auseinandersetzen. Es bleiben aber Vorbehalte.



    Eine Frage nur in diesem Zusammenhang: wenn Dettling eine Partei ‚Mitte pur‘ postuliert, könnte es sein, dass er darin eine Chance für die Grünen sieht, sich programmatisch entsprechend auszurichten? Jedenfalls ist diese Partei schon da, sie müsste nicht erst erfunden werden.



    Der Haken an der Sache: dieses ‚Rücken In die Mitte‘ wird insbesondere aus linker Perspektive bzw. einem Teil des Millieus, dem die Grünen entstammten, als Opportunismus oder Anpassung an den rechten Zeitgeist gedeutet, als Aufgabe ökologischer und sozialer Positionen - wobei aber zu KEINEM Zeitpunkt ihres Bestehens die Grünen eine dogmatische, rein linke Partei waren.



    Und wer gehört heutzutage denn noch zum Spektrum der radikaldemokratischen Parteien? CDU/CSU (und die FDP) mit Sicherheit nicht.

  • Joachim Petrick

    Wenn der Wahn halluzinierter Mitte zur Norm gerät – „Wo ich bin, ist die Mitte“ –, mutiert radikale Mitte zur Propaganda in emotionalisierter Vorkriegszeit. Heute für Ukraine gegen Russland, morgen gegen den Rest der Welt, um autark Ressourcen zu erzwingen. Es ist die Abkehr von „Wandel durch Annäherung“, Verträgen gegenseitiger Sicherheit, freiem Handel und Personenaustausch. Kriegsertüchtigung gilt als Allheilmittel nationaler Sicherheit. Während die Welt fossil verbrennt, sucht man das Heil im Siegfrieden – eine selbsterfüllende Prophezeiung, die im Desaster endet. Es folgt das Vegetieren unter gigantischer Überschuldung von Staaten und Privaten. Diese Krise wird zum alternativlosen Kipppunkt verklärt. In Gleichgültigkeit gegenüber der Realität von Klimatransformation und Weltwirtschaft flüchten die Massen auf Social Media und Marktplätzen in Retro-Likes wie „Nation steh auf, Sturm brich los“. Ein Befreiungsschlag vom Alltag, damit sich der Rüstungsaufwand amortisiert. Wie maritime Schlafwandler vor der Urkatastrophe des Ersten Weltkriegs 1914–1918 steuern wir in eine globale Aufrüstung, die koloniale Allüren reaktiviert und Truppen weltweit in nationale Schutzgebiete entsendet.

  • Pflasterstrand

    für eine sozial gerechtere welt sollte der begriff "mitte" auf seine tauglichkeit zur beschreibung politischer positionen jenseits des üblichen standort-nationalismus geprüft werden. denn "mitte" sagt man heute oft, wo man früher "deutsche" gesagt hat und das heute noch so meint. "mitte" ist ein begriff, der immer weniger die maßlosigkeit einer gesellschaft übertünchen kann, die verantwortung für alles von sich weist, was ihr nicht in den kram passt und schlafwandlerisch ihren frieden mit krieg macht, weil sie ernsthaft glaubt, davon verschont zu bleiben. für "mitte" hält sich der blackrock-millionär friedrich merz, der seinen reichtum auf kosten lohnabhängiger mieter*innen vermehrt hat. als "mitte" begreift sich die afd, die den neoliberalen mainstream von extraktion und überausbeutung zuspitzen und mit ethnischen reinheitsgeboten kombinieren will. "mitte" wollen die grünen sein, die glauben, den kapitalismus ökologisch erneuern zu können und seine widersprüche "mit bauchschmerzen" im mittelmeer oder in den europäischen aussenlagern verschwinden lassen. "mitte" hieß, heißt und wird heißen: "das boot ist voll". besser wäre es, über klasse zu sprechen.

  • Auweiowei

    Das Rezept der Nation Building mag für Kanada, vermutlich auch für Australien, verheißungsvoll sein - große Länder mit Bodenschätzen.



    Die demokratiefreundliche 'Mitte' hier bei uns scheint unbesorgt und mit Blindheit geschlagen dem Untergang entgegenzutrudeln. Wenn die CSU noch dazuzurechnen ist, dann verstehe wer will Söders neueste Ausfälle gegen



    Sachsen-Anhalt und Berlin (Gelder kürzen für extremistisch regierte Bundesländer...). Wasser auf die Mühlen der AfD.

  • Astrid Sehnefeld

    Ein Mut-mach-Artikel, der aber keine Lösungsvorschläge präsentiert.



    Nur 'sollte - müsste - könnte'



    Die Idee einer 'neuen Mitte' ist verlockend, aber: "Wie müsste ein politisches Konzept für die radikale Mitte aussehen? Es geht um marktwirtschaftliche Lösungen für gesellschaftliche Probleme und einen starken Staat bei Fragen der Migration und Sicherheit."



    Und genau da driftet die Welt auseinander. Urbane wollen progressive Lösungen, ländliche Menschen konservative. Das ist in Europa nicht anders als in den USA und weltweit.



    Die Welt driftet nicht an rechts und links auseinander, sondern an Stadt und Land.



    Der Fortschritt in Städten ist so rasant, dass neue Lösungen dort erreichbar erscheinen, während auf dem Land eine Innovation nach der nächsten nicht geliefert wird.



    Logisch, dass man sich dann vom Fortschritt abwendet.



    Es braucht eine Angleichung von Stadt und Land.



    ÖPNV, 5G, Integration - in Städten klappt das anscheinend, auf dem Land gibt es das nicht.



    Wer Mobilitätswende will, muss Busse auf das Land bringen.



    Wer Offenheit gegenüber Migranten will, muss diese nicht nur in verlassene Gebäude auf dem Land pferchen, sondern die Gemeinden finanziell und personell unterstützen.

  • Aurego

    Eine Partei der "radikalen Mitte" haben wir im Prinzip schon. Das sind die Grünen: im Prinzip wertkonservativ (Erhaltung und Schutz der Lebensgrundlagen), innovativ (Erneuerbare Energien) und ausreichend "radikal" in den Lösungsansätzen (autofreie Städte).



    Das Problem ist, dass viele Bundesbürger leider nicht mit so viel vorausschauender Intelligenz gesegnet sind, um die Probleme, die wir zu lösen haben, vollumfänglich zu erfassen und daraus eine Zukunftsperspektive abzuleiten.

    • Abdurchdiemitte

      @Aurego:

      Ich habe meinen Kommentar geschrieben, bevor ich Ihren gelesen habe. Was die Grünen betrifft, hatte ich nämlich denselben Gedanken wie Sie..



      Allerdings sehe ich die Entwicklung und die politische Rolle der Grünen im Parteiensystem etwas kritischer. Zumindest betrachte ich sie als ambivalent, denn die Grünen vertreten heute Positionen im Gegensatz zu denen, die sie einst überzeugend und stark gemacht haben.



      Ich räume aber gerne ein, dass das ein großer Teil ihrer Mitglieder und Wähler anders sieht. Was aus linker Perspektive als Anbiederung und Machtgeilheit angeprangert wird, erscheint Grünen-Anhängern möglicherweise als konsequente programmatische Fortentwicklung angesichts der jeweiligen Zeitläufe.



      Natürlich sollte eine solche Haltung bzw. eine gewisse politische Flexibilität und Koalitionsfähigkeit gegenüber anderen demokratischen Parteien eine Mitte-Links-Partei auszeichnen, aber sie findet ihre Grenzen, wenn dabei dabei der eigene politische Kompass verloren geht.

    • DiMa

      @Aurego:

      Sie beschreiben nur ein Lager der Grünen. Für BW mag das stimmen. Die berliner Grünen sind da ein ganz anderes Kaliber. Insoweit bräuchte es eine Aufspaltung der Grünen. Dann könnte es passen.

  • Hugo

    Evtl. sollten wir ma den Mythos von der schweigenden, evtl. murrenden "Mitte", welche irgendwie "Mehrheit" ist, mal ignorieren und die Profile der politischen Vertretungen schärfen. Bündnis90/Grüne wären dann sowas wie liberalokölogisch, DIE LINKE sozialdemokratisch mit nem sozialistischem Flaum, die CSU für die toleranten Reaktiönären. Zu CDU und SPD fällt mir in dem Zusammenhang grade nix ein...

  • Tom Farmer

    So sehe ich das auch!



    Mit dem Slogan 'die AfD ist antidemokratisch und gefährlich' lässt sich keine Zukunft gestalten sondern durch mutige und für die Mitte relevante Zukunftsentscheidungen die die AfD obsolet machen.

  • Janix

    DD denkt ja immer noch FDP-ig (zum Glück benennt er das nicht auch noch so). Welche "Rohstoffe" sieht DD in Deutschland?

    Gleichwohl gibt es auch viele Punkte zum Anknüpfen: Fairness, sagen wir lieber: Gerechtigkeit, etwa. Da hat er sich doch entwickelt.

    Zur Zukunft läse ich aber eher einen Gunter Dueck als einen DD.

  • Jalella

    Wieso braucht es eine "radikale Mitte"? Wo ist denn die Mitte zwischen "sozial ungerecht" und "sozial gerecht", die bei "sozial gerecht" landet? Das ist doch Humbug. Es braucht ein radikal gerechtes Verständnis. Und da sollte die Mitte sein. Was sich aber selbstherrlich dauernd als "Mitte" bezeichnet, ist weit rechts. Nur weil sich jemand als christlich, demokratisch und sozial bezeichnet, ist er es noch lange nicht.



    Da, wo das Grundgesetz ist, ist die Mitte. Und das bedeutet im Wording von cdU/csU von heute, dass das GG linksradikal ist. Weil sie selbst absolut rechts außen sind. Der Sozialstaat, den sie zerstören, ist im Grundgesetz eingeschrieben. Die Leute sollten sich mal die ersten 22 Artikel durchlesen und verinnerlichen. DA ist die Mitte. Und wer von der cdU/csU schreibt, darf von der sPD nicht schweigen. Da hatten wir z.B. eine Bärbel Bas, die "bis an die Grenze des GG" gehen wollte (und es tat), um GrundsicherungsbezieherInnen bis aufs Blut zu drangsalieren. Das bedeutet, dass sie weil sie krank sind und vielleicht nicht schaffen, mal einen Termin zu halten, ihre kümmerlichen Bezüge gekürzt bekommen. Und die trauern auch mal um ein gestorbenes Kind. Da ist kein Mitleid.

  • Hierjetzt

    Hier schreibt ein Untertan, der offenbar eine neue grüne Partei möchte und noch an die sogenannte Mitte glaubt. Solange kapitalistisch gewirtschaftet wird durch neue grüne nichts besser.

  • Deutschfranzose

    Niedlich sind diese Überlegungen, aber was haben sie mit unserer Epoche zu tun?!

    Unsere Epoche:



    Die Besitzenden klammern sich an ihren Besitz, die anderen wissen, dass es für sie keine Hoffnung auf sozialen Aufstieg gibt. Das gesellschaftliche Modell des 20. Jahrhunderts ist von der (Aus-)Bildung bis zur Rente mit Generationenvertrag nicht mehr überlebensfähig.

    Dieses System ist auch nicht mehr reformierbar, lediglich ein radikaler Umbau, eine Revolution, kann aus der Sackgasse führen.