Moskau

Programm der Reise

vom 6. bis 12. Oktober 2018

Der Kreml – der historische Mittelpunkt der Hauptstadt Bild: Nadja Moussa

1. Tag (Samstag)

Von Frankfurt/M. fliegt die Lufthansa gegen 12.30 Uhr nach Moskau-Domodedowo. Dort wird Sie Reiseleiter Bernhard Clasen abholen. Nach dem Check-in im Hotel Abendessen und Programmvorstellung Anschließend Vortrag zum Thema "Sozialabbau in Russland" und kleiner Stadtrundgang.

2. Tag (Sonntag)

Per Bus unternehmen Sie, begleitet von einem einheimischen Reiseführer, eine ganztägige Architekturrundfahrt. Besichtigt werden Bauten des russischen Konstruktivismus und des Jugendstils. Darunter einige Gebäude, die in keinem Reiseführer stehen, wegen ihrer ausgefallenen Bauweise aber Prunkstücke Moskauer Baukunst darstellen, u.a. den Radioturm in der Schabolowka, das Jausa-Hospital der Mäzenaten-Familie Baschatow und andere. Darüber hinaus können Sie auch noch einen Blick auf neuere Bauten der postsowjetischen Periode werfen.

Anschließend treffen Sie die Pressesprecherin von „Greenpeace Russland“, mit der Sie über die Bedingungen sprechen können, unter denen Russlands Umweltschützer mit ihren bescheidenen Möglichkeiten arbeiten.

Der Radioturm von Schabolowka Bild: Archiv

Nach dem Abendessen Besuch im alternativen Kunstzentrum Winsawod (Weinfabrik), das zeitgenössische russische Künstler ausstellt. Führung durch das Gelände, Restaurant, Bar, und den ausgezeichneten Buchladen.

3. Tag (Montag)

Am Vormittag steht ein Besuch bei der NGO Memorial auf dem Programm. Sie erfahren mehr über Russlands Umgang mit seinem historischen Erbe sowie über die aktuelle politische Lage im Land, die Bedeutung der Opposition und die Situation der Zivilgesellschaft.

Nach einer Mittagspause wird an die Stalin-Ära erinnert: bei einer Führung durch einen Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ zum Thema „Topographie des Terrors. Das Moskau von NKWD und KGB – die Lubjanka und ihre Umgebung“.

Zum Abschluss des Tages steht noch ein Besuch der Flüchtlingsorganisation „Komitee Bürgerbeteiligung“ auf dem Programm. Gesprächspartnerin ist die russische Menschenrechtlerin und Trägerin des alternativen Nobelpreises 2016, Swetlana Gannuschkina. Danach Abendessen in einem Restaurant mit taz-Korrespondent Klaus-Helge Donath.

4. Tag (Dienstag)

Der heutige Tag beginnt mit einem Rundgang durch das Stadtzentrum: Sie sehen den Roten Platz, die Twerskaja-Straße, den Puschkin- und den Majakowski-Platz; danach noch ein Streifzug durch die Stoleschnikow-Gasse und die Konsumtempel des neuen Russlands sowie ein Abstecher in das traditionelle Gourmet-Kaufhaus Jelissejew, dessen Jugendstileinrichtung noch erhalten ist.

Die Erzengel-Kathedrale im Kreml. Bild: Nadja Moussa

Am Nachmittag Treffen mit einem Umweltschützer der NGO Bellona Foundation, mit dem Sie u.a. über alternative Energien und Atomkraft in Russland sprechen können.

Abends gibt es noch ein Treffen mit einer Vertreterin von Amnesty International mit Informationen zur Menschenrechtslage in Russland. Anschließend gemeinsames Abendessen.

5. Tag (Mittwoch)

Heute geht es aufs Land. Per Vorortzug (Elektritschka) fahren Sie nach Peredelkino, etwa 20 km vom Moskauer Stadtzentrum entfernt. Schon seit den 1930er Jahren ist die Datschensiedlung vor allem als Dichtersiedlung bekannt, denn viele berühmte russische Literaten wie Boris Pasternak, Ilja Ehrenburg und Jewgenij Jewtuschenko hatten hier ihre Wochenend- und Sommerhäuser. In vielen dieser Häuser sind heute Literaturmuseen eingerichtet.

Kinderbibliothek in der Dichtersiedlung Peredelkino Bild: Archiv

Zurück in Moskau steht am frühen Abend dann noch ein Besuch in der Redaktion der oppositionellen Tageszeitung Nowaja Gaseta auf dem Programm. Die Zeitung hat vielfach Repressionen erlebt, fünf ihrer JournalistInnen wurden bei Attentaten getötet; das in Deutschland bekannteste Opfer war 2006 Anna Politkowskaja. Vertreter der Zeitung können viel von den Schwierigkeiten des unabhängigen Journalismus in Russland erzählen und sind mit den aktuellen innenpolitischen Themen bestens vertraut.

Abendessen in einem Restaurant, eventuell wieder in Gesellschaft von taz-Korrespondent Klaus-Helge Donath.

6. Tag (Donnerstag)

Nach dem Frühstück fährt die Gruppe zum Moskauer Büro der „Heinrich-Böll-Stiftung“. Ein Mitarbeiter der Stiftung wird über die Arbeit ausländischer Stiftungen und Organisationen in dem Land, die aktuelle politische Lage, die Situation der Zivilgesellschaft sprechen.

Anschließend treffen Sie noch die junge Gerichts- und Comic-Zeichnerin Viktoria Lomasko. Sie wurde weltberühmt, weil sie Reportagen dort gezeichnet hat, wo das Fotografieren verboten war: in Gerichtsprozessen, z.B. gegen Pussy Riot. Seit Jahren erteilt sie Jugendlichen in einer Strafkolonie Zeichenunterricht und zeichnet gleichzeitig ihre Erfahrungen dort (sie zeichnet überhaupt, wo sie geht und steht). In den vergangenen Jahren hat sie zunehmend Comics über den Alltag russischer Frauen, also auch ihren eigenen, gezeichnet und ist darüber zur Feministin geworden.

Der Nachmittag steht Ihnen zur freien Verfügung.

PussyRiot-Comic von Viktoria Lomasko (Ausschnitt) Bild: Archiv

Abschluss-Abendessen in einem Restaurant.

7. Tag (Freitag)

Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen Domodedowo. Rückflug ist gegen 14 Uhr, gegen 16 Uhr sind Sie wieder in Frankfurt.

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 7. Dezember 2017

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