Türkische Polizei unter Druck

Selbstmorde unter Einsatzkräften

Die Gewerkschaft der türkischen Polizei klagt über Dauereinsätze wegen den anhaltenden Protesten gegen die Regierung Erdogan.

Bis zu 120 Stunden am Stück seien Polizisten im Einsatz. Bild: reuters

ISTANBUL dpa | Die türkische Polizeigewerkschaft hat die Einsatzbedingungen bei andauernden Protesten gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kritisiert. Sie beklagt eine Überlastung der Beamten.

Sechs Polizisten hätten bereits Selbstmord begangen, zitierten türkische Medien am Sonntag Faruk Sezer, den Vorsitzenden der Gewerkschaft Emniyet-Sen. Die Beamte seien zu 120 Stunden langen Dauereinsätzen auf den Straßen gezwungen worden.

Die Gewalt gegen Demonstranten resultiere auch aus der Gewalt, die die Polizisten selbst erfahren, sagte Sezer. Seine Gewerkschaft sammle Material, um Gerichtsverfahren gegen den Dienstherrn anzustoßen. Wegen der unverhältnismäßig brutalen Einsätze gegen Demonstranten ist die türkische Regierung international kritisiert worden.

Emniyet-Sen war im vergangenen Jahr gegen den Widerstand der Polizeiführung gegründet worden und hat nach eigenen Angaben vom April dieses Jahres mehr als 7000 Mitglieder.

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Im Sommer 2013 begann es als lokaler Protest gegen eine Städtebau-Projekt im Gezi-Park in Istanbul. Bis heute kommt es zu regelmäßigen Demonstrationen und Polizeigewalt dagegen.

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