Ökologische Tierhaltung

Bio-Ei für die Massen

Bei keinem anderen Lebensmittel ist uns das Biosiegel so wichtig wie beim Ei. Dabei ermöglichen deutsche Politiker, dass Ökoregeln gebrochen werden.

Bio-Legehenne in ihrem Auslauf

Eine Bio-Legehenne in ihrem Auslauf im brandenburgischen Petznick Foto: Jost Maurin

Für Bettina Matthaei ist das Hühnerei „ein Allround­talent“. „Es hält Kuchen zusammen, es lässt Desserts luftiger schmecken, und es ist als Spiegelei das schnellste Fastfood der Welt“, sagt Matthaei. Eier stecken in Spaghetti, Tortilla und Mousse au Chocolat. Fast jeder, der nicht vegan lebt, isst sie. „Und mal ehrlich: Was wäre der sonntägliche Brunch ohne sämiges Rührei?“

Matthaei ist 67 Jahre alt und lebt in Hamburg. Sie ist eigentlich Grafikerin. Aber sie kocht auch gern und schreibt darüber – zum Beispiel das Buch „1 Ei – 50 Rezepte“.

Matthaei hat im Fernsehen gesehen, wie die meisten Legehennen in Deutschland leben: auf engstem Raum und ohne Auslauf. „Wie die sich tottreten. Das sind Bilder, die kriegt man nicht aus dem Kopf.“ Deshalb kaufe sie immer Bioeier. „Die geben mir das gute Gefühl, dass es den Hühnern vorher nicht allzu schlecht gegangen ist.“

Viele Menschen sehen das so. Das Ei ist das Produkt, bei dem die Deutschen am stärksten auf die Tierhaltung achten. Die Debatte über die Legebatterien, die in den 1980ern begann, war die erste große Schlacht, die die Agrar­industrie verlor: Eier von Legehennen in engen Käfigen verkauften sich immer schlechter. Im vergangenen Jahr waren von den 8,4 Milliarden Eiern, die Haushalte kauften, 11,5 Prozent bio, wie das Marktforschungsunternehmen AMI ausgerechnet hat. Bei keinem anderen Lebensmittel war der Ökoanteil höher.

In den Stall kommt man nur im Ganzkörperanzug

„Selbst ein allerbestes Bioei kann sich jeder leisten“, sagt Matthaei. Ein mittelgroßes Ökoexemplar kostet um die 30 Cent. Das ist zwar fast das Dreifache des Preises für Ware aus konventioneller Bodenhaltung, aber es geht eben nur um Centbeträge. Anders als bei Fleisch, wo ein Biohähnchenbrustfilet locker 10 Euro kosten kann, während es die herkömmliche Variante schon für 3 Euro gibt.

Bio-Hühnerhöfe werden immer größer. Oft leben bis zu 30.000 Tiere auf einer Farm. In anderen Produktionszweigen der Biobranche ist der Trend ähnlich. Das macht misstrauisch: Ist das Massentierhaltung und Verrat an Bioprinzipien, am Tierschutz, an der Umwelt?

Friedrich Behrens – 62 Jahre, kühler Blick, lacht selten – ist Geschäftsführer des Erzeugerzusammenschlusses Fürstenhof. Das Firmengeflecht ist mit 14 Farmen in Mecklen­burg-­Vorpommern und mehr als 300.000 Legehennen Deutschlands der größte Bioeierproduzent. Er beliefert die Eigenmarken von Rewe, Edeka, Alnatura, denn’s und anderen Supermarktketten. Fürstenhof erzeugt rund 10 Prozent der deutschen Bioeier: 80 Millionen pro Jahr, 220.000 am Tag.

Wer in die Ställe von Fürstenhof will, muss sich auch an diesem heißen Tag im Juni einen Ganzkörperanzug über die Kleidung streifen und die Schuhe in Plastiküberzieher stecken. „Als hygienische Sicherheit für die Hennen“, erklärt Behrens. „Damit Sie keine Keime von einem Standort zum nächsten schleppen.“

Eine Holztür schwingt auf. Tausende Hühner gackern und krähen. Es riecht nach Kot. Auf den Wänden liegt eine weiße Staubschicht, die sich aus getrockneten Exkrementen und Stroh gebildet hat. Unterm Dach brummt ein großer Lüfter.

Die Nester sind schief

23.000 Hühner lässt Behrens in diesem Stallgebäude in Walkendorf, südöstlich von Rostock, halten. Er selbst sei seit Monaten nicht mehr hier gewesen, sagt er. Behrens ist ja auch kein ausgebildeter Landwirt, sondern hat einen Abschluss als Einzelhandelskaufmann. Zwei Mitarbeiter kümmerten sich hier um die Tiere, erzählt der Unternehmer. Rein rechnerisch betreut also ein Mensch 11.500 Hennen.

Dünne Holzplatten unterteilen das 120 Meter lange Gebäude in acht Räume, in jedem leben etwa 2.900 Tiere. Die braun gefiederten Hühner stehen auf zwei Metallgestellen, die sich durch den ganzen Raum ziehen. Die oberste Stange hängt knapp unter der ­Wellblechdecke. Unten legen einige Hennen Eier in Nester auf Kunststoffmatten. Die ­Matten stehen schräg, das Ei kullert auf ein Förderband, das es in die Packstelle vor dem Stall bringt.

Vor den Nestern verläuft ein Rohr mit roten Nippeln, aus denen die Hühner trinken können. Weiter oben zieht ein Förderband Trockenfutter durch einen langen, schmalen Trog aus Metall. Der Kot der Hühner landet auf einem weiteren Band, das ihn zweimal pro Woche nach draußen transportiert.

Die Angst kann sie jederzeit einholen. In der U-Bahn, am Schreibtisch, im Café. Wie unsere Autorin lernte, ihre Angst zu lieben, lesen Sie in der taz.am wochenende vom 13./14. August 2016. Außerdem: Um Bio-Eier möglichst günstig zu produzieren, nutzen einige HalterInnen alle Grauzonen der EU-Richtlinien. Wie viel bio steckt im Öko-Ei? Und: Die Türkei zwischen "Säuberung" und Märtyrerverehrung. Pınar Öğünç über eine Gesellschaft, in der sich eine Hexenjagd-Atmosphäre einzurichten scheint. Am Kiosk, eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo.

Vor und hinter dem Gebäude liegt das Freigelände. Jede Gruppe von 2.900 Hühnern hat einen Streifen, der mit Zäunen abgegrenzt ist. Die Hühner haben das Gras auf über der Hälfte der Fläche weggepickt und regelrechte Krater in den trockenen, sandigen Boden gekratzt. Erst am Ende des Freigeländes, wo sich aus Angst vor Raubtieren kaum ein Huhn hinwagt, ist der Boden mit Grün bedeckt. Luftbilder zeigen, dass die Ausläufe mindestens in den vergangenen drei Jahren ähnlich kahl waren.

Dabei steht in der Ökoverordnung: „Freigelände für Geflügel muss überwiegend aus einer Vegetationsdecke bestehen.“ Diese Vorschrift soll es erschweren, dass der Boden durch Wind und Wasser erodiert, dass Nährstoffe aus den Ausscheidungen der Hühner ins Grundwasser gelangen und dass die Hühner Schadstoffe über Bodenpartikel aufnehmen. Außerdem bietet ein grüner Auslauf den Hühnern deutlich mehr Beschäftigungsmöglichkeiten und lockt sie hinaus.

Behrens bestätigt der taz, dass bei einem der acht Ausläufe die Bodenbedeckung zu gering war. Für ihn sei das aber kein Verstoß gegen die Ökoverordnung, denn die Baumkronen auf dem Gelände würden ebenfalls als ­Vegetationsdecke gelten. Dennoch sperre er nun Teile der Ausläufe ab, damit sich das Gras dort erholen kann – aber nur 0,2 Quadratmeter pro Huhn, was Experten zufolge nicht für eine dauerhafte Begrünung ausreicht.

Erfolgreich heißt: groß, effizient, unideologisch

Das zuständige Landesamt für Landwirtschaft in Rostock dementiert, dass Baumkronen zur Vegetationsdecke zählen. Außerdem erklärt die Behörde, dass mehrere Ausläufe betroffen seien. Warum sorgt das Amt nicht dafür, dass diese Missstände endlich behoben werden? Die Antwort aus Rostock: Die Ökokontrolle habe die Anlage regelmäßig überprüft. Gerade habe man dem Betrieb mit Sanktionen gedroht und Abhilfe gefordert. „Es wurden Auflagen erteilt.“

Nicht nur in Fürstenhof-Betrieben ist die Vegetationsdecke weitgehend weggepickt. Auch auf zwei Biohöfen mit jeweils mehr als 30.000 Hühnern in Brandenburg waren die Ausläufe bei einem Besuch der taz Mitte Mai fast völlig kahl. Für Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, wo die meisten Biolegehennen gehalten werden, haben die Lebensmittelsicherheitsbehörden bestätigt, dass es Probleme mit dem Grün in den Ausläufen gibt.

Je mehr Hühner in einem Stallgebäude leben und den gleichen Auslauf nutzen, desto schneller picken sie die Grasnarbe kaputt. Müssen Sie also weniger Tiere in einem Gebäude halten, Herr Behrens? Dann, antwortet der Unternehmer, würde alles teurer. Wenn die Hühner auf mehr Standorte verteilt würden, bräuchte er mehr Mitarbeiter, mehr Fütterungsanlagen, mehr Förderbänder für Eier und Kot, mehr Maschinen zum Sortieren der Eier, mehr Geld für den Spediteur, der die Eier dann an noch mehr Standorten abholen müsste.

Je mehr Hühner in einem Stallgebäude leben und den gleichen Auslauf nutzen, desto schneller picken sie die Grasnarbe kaputt

„Je größer, desto effektiver kann der Betrieb werden“, sagt Behrens. „Wir sind nicht die ex­trem Grünen, die alles nur durch die ökologische Brille sehen.“ Er spricht lieber von einem „ordentlichen Mittelweg“ zwischen Ökologie und Ökonomie.

Mit riesigen Betrieben kennt Behrens sich aus. Er war Miteigentümer von Heidegold, einem der größten Eiervermarktungsbetriebe Deutschlands, den sein Großvater mitgegründet hat. Konventionelle Käfig­eier haben das niedersächsische Unternehmen groß gemacht. Also solche, vor denen es Kochbuchautorin Mat­thaei so graut.

2001 verkaufte Behrens seinen Anteil und investierte im Osten in Bio. Er sah das wirtschaftliche Potenzial.

Behrens’ Riesenställe kollidieren nicht nur wegen kahler Ausläufe mit den EU-Vorschriften. Die EU schreibt auch vor: „Jeder Geflügelstall beherbergt maximal 3.000 Legehennen“.

Was ist eigentlich ein Stall?

Dennoch darf Behrens Eier mit dem wertvollen Bio-Siegel verkaufen. Das verdankt er vor allem einem mächtigen Helfer: Till Backhaus. Der SPD-Politiker ist seit 1998 Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern und damit auch für die Aufsicht über Behrens’ Biounternehmen verantwortlich.

Backhaus machte in der DDR sein Diplom als Agraringe­nieur und war dann unter anderem Abteilungsleiter in Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften. LPGs waren in­dus­tri­ell organisiert: sehr groß, hoch spezialisiert, maschinenlastig. Das ist die Welt, die Backhaus’ Vorstellungen von Landwirtschaft geprägt hat. Der Politiker und der Agrar­industrielle Behrens passen also gut zusammen.

„Der Begriff ‚Stall‘ “, teilt Backhaus mit, „ist in den EU-Rechtsvorschriften für die ökologische Produktion nicht definiert.“ Deshalb hält er es für zulässig, einfach mehrere 3.000er „Ställe“ in einem Gebäude unterzubringen – so wie Behrens das macht. Dabei haben sich die Aufsichtsbehörden sämtlicher Bundesländer bei einer Konferenz im Jahr 2001 auf diese Auslegung geeinigt: Jeder Stall ist ein eigenes Gebäude.

Backhaus scherte sich nicht darum, was seine Beamten mit denen der anderen Länder abgesprochen hatten. Das war leicht, weil auch andere den Konsens brachen.

Zum Beispiel der CDU-Politiker Hans-Heinrich Ehlen. Als Agrarminister von Niedersachsen sorgte Ehlen im Oktober 2003 für einen bisher unbekannten Erlass, wonach Ställe für Legehennen untereinander nur durch Wände zu trennen sind. Es reichte, dass sie „einen Einblick in den benachbarten Stall unterbinden“. Förderbänder für Futter, Eier oder Kot, die Wasserversorgung und die Lüftung könnten „über mehrere Ställe gemeinsam genutzt werden“, heißt es in dem Dokument, das der taz vorliegt. Diese Formulierungen setzte Niedersachsen 2007 dann bei einer weiteren Konferenz für ganz Deutschland durch.

Behrens sagt, er könne sich nicht erinnern, ob er mit den Behörden gesprochen habe, um all das zu erreichen. Aber fest steht, dass Branchenvertreter lobbyiert haben, um die 3.000er Grenze zu kippen.

Der Mecklenburger Minister Backhaus streitet solche Kontakte zu Behrens oder einem seiner langjährigen Konkurrenten ab, aber der Niedersachse Ehlen gibt zu: „Da kommen Menschen, die sagen: Ich will investieren. Ich komme mit 3.000er Einheiten nicht aus.“

Zufällig wohnt Behrens in ­Ehlens Wahlkreis. Zufällig spielte früher ein enger Mitarbeiter von Behrens mit Ehlen Fußball. Bis heute setzt sich Ehlen politisch für die Anliegen von Behrens ein. Hat also Behrens auch über die Ställe mit ihm verhandelt? „Das kann ich Ihnen nun ganz schlecht sagen, und das wäre auch nicht gut, zu sagen: Der und der hat mich angesprochen.“

Man kann auch von einem kleinen Hof leben

Ehlen ist heute 66 Jahre alt und einfacher Landtagsabgeordneter. Er hält die Regelungen von damals immer noch für richtig. „Es ging darum, eventuelle Synergien zu nutzen“, sagt er. Die Investoren sollten Geld sparen können, indem sie mehrere „Ställe“ unter einem Dach errichten durften.

Dass diese Massenställe den Prinzipien des Ökolandbaus widersprechen könnten, versteht Ehlen nicht. Er ist konventioneller Landwirt durch und durch. „Das eine sind Ideologen. Und Heiner Ehlen ist ein Praktiker“ – das ist sein Credo. „Am Ende müssen da Familien ein Einkommen von kriegen können. Von 3.000 Hühnern kannst du nicht leben.“ Und die kahlen Ausläufe? Dieses Problem könne man auch nicht durch Ställe mit weniger Tieren lösen.

Hans Dieter Greve aus Schülp bei Rendsburg schafft all das. Der 54-Jährige, grüner Arbeitsanzug, Kragenhemd, Strohhut, hat auf seinem Hof zwei Stallgebäude – mit nur 1.750 Hühnern in einem und 2.000 im andern. Der Auslauf ist so groß, dass Greve regelmäßig einen Teil absperren kann, damit sich das Gras erholt. Außerdem hält der Bauer noch 2.400 Hennen in zwei mobilen Ställen, die er jede Woche um ein paar Meter versetzt.

Bio: In Deutschland werden laut Statistischem Bundesamt 4 Millionen Bio-Legehennen gehalten. 2014 lebten über 70 Prozent von ihnen in Betrieben mit mehr als 10.000 Hennen, über 24 Prozent sogar auf Höfen mit mehr als 30.000. Bio und Massentierhaltung schließen sich also nicht aus, trotzdem hat die ökologische Haltung Vorteile: Die EU schreibt Auslauf vor, im Stall dürfen höchstens sechs Hühner auf einem Quadratmeter leben. Die Bauern dürfen keine Schnabelteile amputieren und müssen die Tiere fast ausschließlich mit Futter aus ökologischer Landwirtschaft versorgen.

Konventionell: Ende 2015 lebten 63 Prozent der Legehennen in der konventionellen "Bodenhaltung". Also ohne Auslauf. Nur 18 Prozent waren in der "Freilandhaltung" mit Auslauf. In beiden Systemen teilen sich jeweils neun Hennen einen Quadratmeter Stall. Das Futter besteht etwa aus gentechnisch veränderter Soja. Amputationen sind die Regel. Acht Prozent der Hühner lebten in Käfigen.

Insgesamt sind das also 6.150 Hühner, in vier Ställen, betreut von eineinhalb Arbeitskräften. Davon kann Greve so gut leben, dass sein Sohn den Hof übernehmen will. Greve verkauft seine Eier vor allem an den Biosupermarkt Alnatura und die Drogeriekette Budnikowsky.

„30.000 Hennen braucht man nicht, und es sind auch zu viele, um sich ausreichend um jedes einzelne Tier kümmern zu können“, sagt er. Greve kritisiert, dass Agrarindustrielle versuchten, dank ihres Einflusses auf die Politik und ihrer niedrigeren Kosten pro Ei den Markt zu beherrschen. Hinter ihm wummern die Motoren eines riesigen Containerschiffs, seine Felder liegen direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Greve, eigentlich ein Hüne, wirkt plötzlich ziemlich klein.

Lohnt es sich trotzdem, Eier von Biohöfen zu kaufen?

Immerhin springt ihm derjenige bei, der Ehlen 2010 ablöste und mittlerweile Agrarminister in Niedersachsen ist: der Grüne Christian Meyer. „Ein Stall muss künftig gleich ein Gebäude sein. Und es dürfen darin dann maximal 3.000 Biolegehennen gehalten werden“, sagt Meyer.

Die Stallgebäude sollen nicht wie Reihenhäuser nebeneinander stehen, sondern genügend Abstand haben. Dann würden mehr Tiere regelmäßig ins Freie gehen, der Stickstoff aus ihren Ausscheidungen würde besser verteilt. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen in der ökologischen Tierhaltung keine Massenställe. Die EU-Ökoverordnung sollte deshalb so schnell wie möglich in diese Richtung weiterentwickelt werden.“

Einen Alleingang Deutschlands oder einzelner Bundesländer lehnt er ab, damit heimischen Bauern im Wettbewerb nicht geschadet wird.

Helfen könnte die EU-Kommission in Brüssel. Ihre Bioexperten sitzen in einem acht­stöckigen Klotz aus Glas und Beton. Lange Gänge mit niedrigen Decken, aus den Büros dringt Englisch, Französisch, Deutsch. Hier wissen sie schon lange, dass sich viele deutsche Hühnerhalter nicht an die Regeln halten.

Seit eineinhalb Jahren bearbeitet die Kommission den Fall offiziell als Beschwerde – bisher ergebnislos. Auch der Entwurf der EU-Kommission für eine neue Ökoverordnung definiert nicht, was ein Stall ist. Ob Brüssel gegen die Massenställe und die kahlen Ausläufe vorgehen wird, ist ungewiss.

Lohnt es sich trotzdem, Bioeier zu kaufen? „Auf jeden Fall“, sagt Bettina Matthaei, die ­Kochbuchautorin. Nicht nur, weil sie die Ökoeier frischer und schmackhafter findet. Sondern auch, weil es den Tieren selbst im größten Biobetrieb immer noch besser geht als in den meisten konventionellen Anlagen, in denen im Schnitt sogar doppelt so viele Tiere leben – ohne Auslauf.

Matthaei hat die Sache für sich so gelöst: „Ich kaufe meine Eier auf dem Wochenmarkt. Da kommen sie wirklich noch von kleinen Betrieben.“

 

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