• 24.06.2012

Die Atomgespräche mit dem Iran scheitern vor allem, weil die USA keine ernsthafte Diplomatie betreiben. Diese Strategie schadet ihnen selbst.

Völlig falsche Machtpolitik

KOMMENTARvon F. Leverett & H. Mann Leverett

  • 05.07.2012 00:08 Uhr

    von Reza:

    Als Exiliraner wundert es mich doch, im "Stahlgeschütz wider die Atomkraft" einen solchen Artikel zu lesen, zumal der Iran über enorme Vorräte an Erdöl und Erdgas verfügt.

  • 25.06.2012 02:03 Uhr

    von thorsten:

    @gunnar. Ich wollte sicher nicht bewusst unterstellen, einige Kommentare hier wären dahingehend interpretierbar, die iranische Bevölkerung wäre rückständig. Gleichwohl ist es von Interesse, wie das iranische Volk in die Fänge der Mullahs geraten konnte. Die islamische "Revolution" der Mullahs erwuchs unmittelbar aus dem jahrzehntelangen Staatsterror von Reza Pahlavi, den die USA bekanntlich an die Macht putschten. Gegen die Mullahs bewaffnete man den Irak, mit diesen Waffen überfiel der Irak später Kuwait, was der Anlass für die US-Militär-Präsenz in Saudi Arabien ist. Die US-Militär-Präsenz auf der arabischen Halbinsel schließlich war für Bin Laden einer der Hauptgründe für sein 9/11.
    Das ist alles nicht trivial, es geht darum aufzuzeigen, dass diese kurzsichtige Perspektive auf die Dinge, wie sie hier öfter zum Ausdruck kommt, langfristig tausendmal eines besseren belehrt wurde. Mit Präventivschlägen verschafft man sich keine Sicherheit!
    Die iranische Jugend, die jetzt gerade gegen die Despotie aufbegehrt, wird nur noch Hass und Verachtung für den Westen und seine Demokratie übrighaben, sobald Bomben auf ihr Land fallen.
    Es kann nicht bei gezielten Schlägen auf Atomanlagen bleiben, weil der Iran als Reaktion Raketen auf Israel schießen würde, nicht als irrationale Handlung, sondern als Machtdemonstration nach innen, das Atomprogramm ist für die Iraner Zeichnen ihrer nationalen Identität und Souveränität. Für Deskalation ist es dann zu spät.
    Mal 20Jahre weitergedacht, sind die USA dann noch Hegemonialmacht (wirtschaftlich/militärisch)? Werden die VR China und Russland die Rolle als Israels Schutzpatron übernehmen? Oder steht dieser kleine Staat dann nicht eher isoliert zwischen übermächtigen Feinden. Die Verhältnisse verschieben sich, ob in Ägypten, in Syrien oder anderswo. Saudi Arabien steht noch heute "offiziell" im Kriegszustand mit Israel.
    Die Mullahs brauchen keine Atomwaffen um Israel zu vernichten, sie brauchen den Hass der Menschen um Israel zu vernichten, und den sichert man sich am besten mit Präventivschlägen gegen Irak, Iran, Afghanistan, Libanon.

  • 24.06.2012 20:23 Uhr

    von uran:

    Danke für den guten und sehr realistischen Artikel!
    Trozdem dabei ist vergessen worden, dass die Politik der USA besonders ihre Nahost-Poltik sehr stark von Zionisten bestimmt wird und da die Zionisten immernoch vom grossen jüdischen Reich- von Nil bis Euphrat- träumen, sind sie die Hauptgegener der iranischen Atom-Projekt.

  • 24.06.2012 15:52 Uhr

    von genervtneu:

    @von fragender aber Sie haben sich mit der Lage im Nahen Osten und Iran auseinandergesetzt ?
    Das Staatsoberhaupt ist eigentlich der 12.Iman, sein Vertreter ist Ayathollah Khamenei. Ahmadinejad ist nur Regierungschef.
    Wenn nur demokratische Rechstaaten ohne Defizite im Rechts- und Mediensystem Atomwaffen besitzen dürfen, fällt mir momentan keiner ein, selbst die USA haben in allen vorgenanneten Bereichen Defizite.
    Vielleicht informieren Sie sich einfach mal, dann fällt Ihnen vielleicht auf, dass das Interesse der USA nur vom Öl und Überheblichkeit geleitet wird, der Iran (ob mit oder ohne Mullahs) sich nicht von Amerikanern und kulturlosen degenerierten arabischen Clans beherrschen lassen möchte.

  • 24.06.2012 15:05 Uhr

    von gunnar:

    @ thorsten: ich halte die Strategie, einen militärischen Eingriff auszuschließen für naiv, auch wenn sie von Isralis geäußert wird. Warum sollte es nicht reichten, iranische Atomanlagen in Schutt und Asche zu zerlegen? Weiteres zu verhindern ist die israelische Armee vermutlich im Stande. Möglicherweise hilft auch die israelische Zweitschlagskapazität. Eine Apokalypse könnte allenfalls drohen, wenn der Iran Atomwaffen bekäme. Es ist das Allerwichtigste, dies zu verhindern. Auch wenn das Risiko, dass die so irre sind, die tatsächlich einzusetzen nur bei 10 % liege 8wer sill das burteilen?), wer möchte dieses Risiko in Kauf nehmen? Es geht auch überhaupt nicht um die iranische Bevölkerung, der es vermutlich weitaus besser gehen würde, wenn das Regime die nuklearen Ambitionen aufgeben würde und wenn die Herrschenden ihren antisemitischen Vernichtungswahn aufgeben könnten. Es hätte doch überhaupt niemand ein Problem mit dem Iran, wenn die mit diesem wahnsinnigen Scheiß aufhören würden. Und in diesem Konflikt zwischen Iran und Israel gibt es nun mal einen klaren Schuldigen: den Iran. Es gibt keine andere Regierung, die einem anderen Staat die Vernichtung androht. Es ist einfach ein niederträchtiges Ressentiment. Dies mit irgendwelchen Äquidistanzversuchen zu verschleiern, finde ich moralisch unter aller Sau. Und es wäre sehr hilfreich, wenn das auch z.B. von der Bundesregierung so vertreten werden würde.
    Und unabhängig davon, wer der iranischen Bevölkerung früher die Chance auf Freiheit genommen hat, ist es jedenfalls jetzt das Mullahregime, welches hierfür verantwortlich ist. Und wer auch nur ansatzweise versteht, wie vernichtend Atomwaffen sein können, kann nicht ernsthaft die Auffassung vertreten, dass der Iran nicht notfalls mit konventionellen Waffen an einer nuklearen Bewaffnung gehindert werden muss. Natürlich ist es besser mit diplomatischen Mitteln, aber man darf den kritischen Zeitpunkt nicht verpassen. Diesen von außen zu beurteilen, ist extrem schwierig.


  • 24.06.2012 13:19 Uhr

    von Joerg:

    Ok, ich muss sagen, dass ich mit meinen Vorrednern leider nicht übereinstimmen kann.

    Erstens, scheint mir, dass der Kommentar darauf ausgeliegt ist, die Disparität zwischen der Akzeptanz eines Vorschlages auf Grund von militrätischer Drohung und der Akzeptanz auf Grund von intellectueller Debatte und Überzeugung aufzeigen will. In meinen Augen leigen die Autorinnen richtig, wenn sie vorschlagen zuerst Debatte zu erschöpfen.

    Weiterhin, scheint mir, dass meine Vorredner leider noch nicht im Zeitalter der Farben angekommen sind, sonder nur schwarz-weiß denken. Nur weil der Iran hier nicht als das absolut böse gesehen wird, ist der Artikel doch noch lange nicht antisemitisch. Tatsächlich wird zum Thema Religion in diesem Artikel nämlich garnicht Stellung genommen.

    Im übrigen erinnert die im Artikel beschriebene Situation im Großen und Ganzen sehr an die sofortigen Folgen von 9/11, als die Taliban anboten Bin Laden auszuliefern; die Amerikaner dies aber ablehnten. (Siehe Noam Chomskys Essay zum Tod Bin Ladens)

    Schön dumm, dass es immer nur darum geht wer der Stärkere ist, nicht wie alle miteinander auskommen könnten!!

  • 24.06.2012 13:16 Uhr

    von o_j:

    Ließe man die Ländernamen in den vorherigen Kommentaren aus, wüsste ich nicht, welches Land was darstellen soll.

    USA und Demokratie? Leben sie auf dem Mond? Vorbildliche Rechts- und Mediensysteme im Westen? An solchen Kommentaren lässt sich ein sehr krankes Mediensystem erkennen. Und Rechtssystem... Nun sicherlich besser als das iranische (auch darüber lässt sich streiten, denn sehr schlimme Beispiele lassen sich auf beiden Seiten finden), aber ohne gravierende Defizite? Wenn Sie das glauben, dann sitzen Sie entweder auf der "richtigen" Seite oder Sie sind ein ausgesprochen leidenschaftlicher Zyniker.

    Wie dem auch sei. Diese schöne Welt, in der man alles so schön in "Gut und Böse" einteilen kann, wird uns ins verderben führen, wie es bereits sehr oft in der Geschichte passiert ist. Nicht das Wort "Moral" sonder "Interessen" bestimmen die Politik jedes einzelnen Landes.

  • 24.06.2012 13:04 Uhr

    von dieGute:

    Ich denke das der Iran viel härter unter Druck gesetzt werden muss. Soll das nicht reichen, muss ein Angriff erfolgen.

  • 24.06.2012 12:56 Uhr

    von thorsten:

    @ gunnar. Alles andere, außer wenn nötig ein Krieg gegen den Iran ist antisemitisch? Dann sind also die Friendensbewegungen in Israel auch antisemitisch? Antisemitisch ist eher die inflationäre Verwendung des Wortes Antisemit. Es wird nicht reichen, einfach die Atomanlagen, welche über das gesamte iranische Territorium verstreut liegen, mit gezielten Angriffen in Schutt und Asche zu verwandeln. Sollte der Iran wirklich so irrational sein, werden Vergeltungsschläge folgen, und in letzter Konsequenz wird dieser Krieg in einer Apokalypse enden.
    Wollen die westlichen Regierungen überhaupt eine Befriedigung der Lage, es ist doch kein Wunder, wenn der Iran nicht mehr die Informationen offen legen will, die dann genutzt werden um seine Automwissenschaftler zu exekutieren.
    Richtig, der Iran wird von einem islamisch-fundamentalistischem Regime diktatorisch regiert, dass ist allerdings kein Zeichen für die Rückständigkeit der Bevölkerung dort. Es gab Zeiten, da hatte der Iran eine dem. gewählte Führung, es gab Zeiten da war das Kopftuch gesetzlich aus dem öffentlichen Leben verbannt. Wer den Iranern damals ihre Chance auf eine Zukunft in Freiheit nahm ist ja bekannt, auch wenn es keiner hören will.

  • 24.06.2012 12:38 Uhr

    von fragender:

    Wer so einen Artikel verfasst scheint sich genau Null mit der Situation im Nahen-Osten und mit dem Iran im besonderen auseinandergesetzt haben. Dort herrscht doch kein demokratischer Rechtstaat dem man mal eben annerkennen und seine Rechte auf Atomwaffen einräumen müste. Dort ist ein faschistisches Mullah Regim an der Macht, welches neben der katastrophalen Atompolitik auch auf anderen Gebieten (zB des Rechts- oder Mediensystems) gravierende Defizite hat. Besonders zu erwähnen ist dabei die Drohung des Oberhauptes, ISreal von der Landkarte zu streichen weil es ein "Krebsgeschwü" sei.
    Hier wird dies komplett außer acht gelasen und in klassischer anitimperialistischer Manier gegen die USA gehetzt. Dies befriedigt vielleicht innere Triebe, um die komplexe Situation vor Ort zu erfassen reicht das aber nicht im geringsten aus.

  • 24.06.2012 11:55 Uhr

    von gunnar:

    Die Autoren blenden natürlich die reale Gefahr eines atomar bewaffneten Irans unter einem islamisch-fundamentalistischen Regime völlig aus. Im Unterschied zu China und der Sowjetunion muss man bei einem religiös-apokalyptischen Regimen schlimmstenfalls damit rechnen, dass irrational agiert wird. Deswegen muss das Ziel gegenüber dem Iran sein, ihn an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Notfalls natürlich auch militärisch und bis dahin mit einer in dieser Hinsicht glaubwürdigen Drohung. Alles andere ist naiv oder letzendlich antisemitisch, weil es den Vernichtungsfantasien des iranischen Regimes gegenüber Israel Vorschub leistet. Das bedeutet keinesfalls, dass dies Israel oder die USA zwangsläufig vor größere diplomatische Probleme im Nahen Osten stellen würde, wie sich vom Selbstverständnis her "Linke", tatsächlich aber nur antizionistische = dumme Kommentatoren wünschen, wie die Beispiele Osirak und Syrien (Name entfallen) zeigen, bei denen Israel recht schmerzfrei nukleare Wunschträume der verfeindeten Staaten beseitigen konnte. Da auch die arabische Welt wenig Interesse an einem nuklear gerüsteten Iran haben, dürften sich die Risiken (entgegen der feuchten Träume mancher) in Grenzen halten. Das Wichtigste, auch um einen Krieg zu verhindern, ist eine glaubwürdige militärische Drohung aufrechtzuerhalten. Der Iran hat nämlich keine pazifistische Regierung. Echt.

  • 24.06.2012 11:21 Uhr

    von MaterialismusAlter:

    Nach der Lektüre dieses Artikels ist mir nicht ganz klar, welche Strategie der USA einen Krieg vermeiden sollte. Vielleicht sollen die USA um des lieben Friedens willen die Atombomben sebst liefern?

    Der Krieg ist unvermeidlich weil der Iran sein Atomprogramm nicht aufgibt. Punkt.

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