Manchmal geht es ihr ganz schön nahe, was ihre Schüler im Ethikunterricht erzählen. Und manchmal vermisst sie das, was sie gelernt hat. Sigrid Werk ist Lehrerin auf der Schulfarm Insel Scharfenberg.

Sie arbeitet seit 20 Jahren in der Justizpressestelle im Kriminalgericht Moabit. Mit ihrem Berliner Charme wickelt Jacqueline Wilcke jeden um den Finger, selbst den Justizsenator.

Peter Radwainski knackt sein 40 Jahren Schlösser auf. Was er dabei vorfindet, kann ihn nicht mehr erschüttern. Obwohl ihn manchmal Gruseliges erwartet.

Er spielt mit Puppen und sie spielen mit ihm. Thomas Herfort baut Marionetten aus Papier und sucht in jeder Figur nach ihrer eigenen Geschichte. Spielen tut er am liebsten vor Kindern.

Sie begleitet Menschen, die bald sterben werden. Auf die vielen Fragen, die sie haben, hat auch Schwester Margret nicht immer eine Antwort, aber sie verlässt sich auf Gott.

Sie weiß, warum Katzen einfach mal aufs Sofa pinkeln. Und behandelt die Haustiere und die Halter. Ein Leben ohne Tiere kann Gabriele Zuske sich nicht vorstellen.

Vanessa Hopf hat Businessmanagement und Administration in England studiert. Zurück in Berlin macht sie sich selbstständig und eröffnet im Prenzlauer Berg einen Fisch-Spa.

Es macht ihr einfach gute Laune und danach tut ihr nichts mehr weh. Christel Barth geht jeden Sonntag im Freibad schwimmen, egal bei welchen Temperaturen.

Oskar Neumann hatte schon als Kind eine Jahreskarte für das legendäre Museum für Naturkunde in der Invalidenstraße. Heute gibt er dort Highlight-Führungen.

Klaus Neumann muss um sechs Uhr anfangen zu arbeiten. Er fährt für die Firma "Tannenparadies" Weihnachtsbäume aus. So kurz vor Weihnachten geht es zu wie bei Lidl an der Kasse.

Lina Huppertz freut sich über Sonderregeln und fühlt sich allmächtig, wenn sie diese verstanden hat und anwenden kann. Loslassen tut sie, wenn sie Improvisationstheater spielt.

Ulrich Janetzki ist streng. Aber der Leiter des Literarischen Colloquiums Berlin weiß, wie sehr Schriftsteller leiden. Seine eigenen Probleme löst er auf dem Motorrad.

Der Österreicher Robert Schuh ist seit 2008 Friseurmeister und lebt in Berlin. Er ist inzwischen sein eigener Chef und hat sich beim Coiffeur Stefan Schuberth in Schöneberg einen Stuhl gemietet.

Dominique will nicht ihr Leben lang das Gleiche machen. Aber alles was sie macht, soll mit Sex zu tun haben. Das ist für sie eine Mission.

Zahlen verfolgen Duyen Tran von Kindheit an. Die 16-Jährige ist richtig gut in Mathe, aber sie hat es sein lassen, an Wettbewerben teilzunehmen. Der Druck war zu groß.

Laura Bean wird 1982 in Louisville/Kentucky geboren. Sie und ihre drei Schwestern wachsen in einer Musikerfamilie auf. 2007 zieht sie nach Berlin und fängt mit der Straßenmusik an.

Michael hat sich ein dickes Fell zugelegt. Rund 300 Mal öffnet und schließt er während einer Schicht die Schranke an einer Baustelle im Prenzlauer Berg. Und kriegt dabei viel zu hören.

Monika Staesche baut Brücken zu den Sternen. Die Astronomin ist Leiterin der Foerster-Sternwarte und des Zeiss-Planetariums und liebt es, den Sternenhimmel zu erklären.

Cesar Aguirre hat lange rumprobiert, bis er das richtige Seil und den passenden Eimer gefunden hat. Jetzt hat er beides und macht damit Musik.

Junge, unbekannte Künstler kriegen noch immer zu wenig Aufmerksamkeit in Berlin, findet Lutz Henke. Er ist Kurator des Artitude Kunstverein im alten Senatsspeicher in Kreuzberg.

Bei Anne Wiesniewski klingelt der Teller. Seit 2003 arbeitet die Kinderkrankenschwester, die in Italien und Spanien gelebt hat, als Toilettenfrau im Café am Neuen See im Tiergarten.

Guido Lee Beedo hat Maler und Lackierer gelernt. 2004 bricht er mit seiner bürgerlichen Existenz und zieht nach Berlin. Hier lebt er von seiner Gitarre, tritt in Clubs auf, hat eine Band und gibt Unterricht.

Hauke Stiewe ist Inhaber des Clubs "Lovelite" in Friedrichshain und stellvertretender Vorsitzender der Bergpartei. Er hat die "Wasserschlacht" auf der Oberbaumbrücke miterfunden.

Marco Clausen gründet 2009 die gGmbH "nomadisch grün". Mit ihr bewirtschaftet er den "Prinzessinnengarten" – eine urbane Landwirtschaft am Moritzplatz in Kreuzberg.

Maryjane will ihre Gäste auf eine Reise mitnehmen. Hits sind ihr dabei nicht so wichtig, sie will mit ihrer Musik eine Funktion erfüllen. Sie selbst hat beim Auflegen immer Gänsehaut.

Linus Neumann beginnt Mitte 2010 für das Blog Netzpolitik.org zu schreiben und tritt im April 2011 dem Verein Digitale Gesellschaft bei. In ihr engagiert er sich für digitale Bürgerrechte.

Sie sind seit 51 Jahren verheiratet, haben die "Freunde der Deutschen Kinemathek" mitgegründet und das Berliner Arsenal: Das Kino lässt Erika und Ulrich Gregor nicht los.

Sema Özcan Sarigül hat mit ihrem Mann eine Schönheitsklinik am Ku'damm. "Wir erfüllen den Menschen Träume", sagt sie. Sie selbst arbeitet mindestens zehn Stunden am Tag.

Alexander Scheufler ist seit 20 Jahren in der Sicherheitsbranche tätig. Im Mai 2010 wird der ehemalige Flughafen Tempelhof als Freizeitpark eröffnet. Fortan arbeitet er dort als Parkwächter.

Er malt Bilder nicht einfach nach, er schafft ein Bild neu. Eugen Posin ist Kunstfälscher. Sein Handwerk gelernt hat er in der Sowjetunion, bis man ihn da nicht mehr haben wollte.

Berlin ist die Summe von dreieinhalb Millionen Menschen: Sanft, hart, kompromisslos, normal, piefig, schräg, schillernd, ausgeflippt. Menschen, die nicht im Rampenlicht stehen, die ungewöhnliche Dinge tun und besondere Geschichten zu erzählen haben: In Bild und Ton - seit dem 9. April 2011 wöchentlich auf taz.de
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