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Le Monde est disparu

Die Welt ist weg. Verschwunden vom Dach des Eckhauses schräg gegenüber des taz-Gebäudes an der Rudi-Dutschke-Straße. Jahrelang leuchteten dort allnächtlich die Lettern „LE MONDE diplomatique“ über der Etage, in der die Redaktion der deutschen Ausgabe dieses äußerst lesenswerten Monatsmagazins sitzt, weil sie im zu eng gewordenen taz-Haus keinen Platz mehr fand.

Auch deshalb entsteht ja ein paar hundert Meter weiter ein Neubau, in dem künftig alle unter einem Dach sitzen. Wird dort auch LE MONDE leuchten?

taz 🐾 sachen fragt die Chefredaktion, aber die weiß von nichts.

Also fragt taz 🐾 sachen die gewöhnlich gut informierten Vorstandsmitglieder. Die lassen süffisant lächelnd so viel offen, dass man sich fragt: Landen die Buchstaben im nicht existenten Raucherraum (siehe taz 🐾 sachen vom31. Mai), in dem auch die Hunde Platz finden sollen (siehe taz 🐾 sachen vom 5. Juli und 6. Juli)? „Ich bin dafür“, murmelt Christian Specht, der ja zu allem seinen Senf dazugibt.

„Nein, nein“, brummelt taz-Geschäftsführer Andi Bull drei Tische weiter: „Die Buchstaben kommen an die Decke des neuen Konferenzraums.“ Das taz-Haus werde dank seiner Architektur stadtbekannt sein, es brauche kein Signet. An die Fassade könne man stattdessen wechselnde Transparente hängen. Etwa mit der Forderung: „Lastenräder für alle!“

Ach so? Dann ist der taz 🐾 sachen-Autor ­be­ru­higt. Lieber hätte er noch, wenn die Geschäftsführung den Kauf solcher Räder fördern würde. Aber das ist eine andere Geschichte. Gereon Asmuth