Athen

Programm der Reise

vom 24. bis 30. März, vom 29. September bis 5. Oktober und vom 20. bis 26. Oktober 2018

Atenistas - Initiative zur Stadtverschönerung Bild: Tasos Halkiopoulos

1. Tag (Samstag)

Individuelle Anreise nach Athen. Ihre Reiseleiter, Rodothea Seralidou und Alexander Theodoridis, werden die Gruppe am Abend empfangen und in das Programm der kommenden Tage einführen. Bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant in der Nähe unseres Hotels lernen sich Reise-TeilnehmerInnen und die Reiseleiter kennen.

2. Tag (Sonntag)

An diesem Tag erfahren Sie in einem Gespräch etwas über die aktuelle politische Situation in Griechenland. Anschließend unternehmen Sie einen Spaziergang durch das Athener Stadt-zentrum: Vom Autonomenviertel Exarcheia geht es durch das benachbarte feine Viertel Kolonaki Richtung Syntagma-Platz, dem Platz vor dem griechischen Parlament, wo die meisten griechischen Demonstrationen stattfinden. Der Spaziergang endet in der Athener Altstadt. In einem Café in Nationalgarten beim Parlament können Sie eine Erfrischung zu sich nehmen.

Am Nachmittag werden Sie die "Atenistas" kennen lernen, eine Aktivistengruppe, die sich sozial engagiert und sich als Ziel gesetzt hat, das Lebensniveau im Zentrum Athens zu verbessern, indem sie u.a. brachliegende Flächen in Spielplätze umwandelt, hässliche, graue Flecken Athens farbenfroh streicht, Parkbänke an Haltestellen platziert, wo es keine gibt, heruntergekommene Schulen streicht und vieles mehr. Der Phantasie sind da wirklich keine Grenzen gesetzt. Dabei kann jede/r eine Aktion vorschlagen und auch die Aktionen selber leben vom Mitmachen. Die Atenistas rufen im Internet zur Teilnahme auf und die Resonanz ist immer enorm. Die Mittel, die für die Aktionen benötigt werden, sind ausschließlich Spenden.

Atenistas verschönern die Stadt Bild: Rodothea Seralidou

3. Tag (Montag)

Heute besuchen Sie die Redaktion des erst in der Krise entstandenen Straßenmagazins „Shedia“: Die Zeitung bietet seit kurzem einen Stadtrundgang mit geschulten Verkäufern, die die Welt der Athener Obdachlosen zeigen.

Am Nachmittag besuchen Sie eine soziale Arztpraxis. Sie können dort  mit den Ärzten über die Situation im Gesundheitswesen reden und sich  ein Bild davon machen, was es heißt, keine Kranken-versicherung zu haben. Dabei wird die Größe des Problems erläutert und wie sich die Situation in den letzten Jahren verändert hat (jeder dritte Grieche ist mittlerweile ohne Krankenversicherung), wie diesen Menschen geholfen wird, wie die Notfallpraxis aufgebaut ist und wo ihre Grenzen sind.

4. Tag (Dienstag)

Heute lernen Sie Initiativen kennen, die sich mit dem Essen beschäftigen.

Am Vormittag treffen Sie die Initiative „Boroume“ („Wir können“). Die Initiative verbindet Menschen, die Essen übrig haben, mit denen, die Essen benötigen. Dabei handelt es sich sowohl um größere Mengen – z.B. das Brot, das eine Bäckerei am Ende des Tages übrig hat oder die Reste vom Hochzeitsbüffet eines Paares - als auch um zwei oder drei Portionen, die vom Mittagessen übrig bleiben, und die Familien nicht wegschmeißen wollen. Eine einfache Idee mit großer Wirkung. So werden mittlerweile täglich rund 15.000 Portionen Essen verschenkt. Seit der Gründung wurden über 10 Millionen Portionen gerettetes Essen weiter gegeben.

O allos anthropos Bild: Allos anthropos

Anschließend treffen wir die Gruppe „O allos anthropos“ („Der andere Mensch“): Die Menschen, die sich zu dieser Initiative zusammengeschlossen haben, kochen jeden Tag auf einem anderen öffentlichen Platz und verteilen das Essen umsonst. Dabei sammeln sie Lebensmittel, die sie am Tag darauf benutzen können.

Die meisten sind selber arbeitslos und wollen so ein Zeichen setzen, dass man zusammenhalten kann und in der Not nicht allein ist. Gemeinsam mit Mitgliedern von „O allos anthropos“ werden Sie kochen, essen und gemeinsam die Speisen austeilen. Dabei hören Sie ihre Geschichten und bekommen einen Einblick in die Alltagssorgen der Menschen.

5. Tag (Mittwoch)

Vormittags haben Sie Zeit zur freien Verfügung, können sich einige Sehenswürdigkeiten ansehen oder einfach bummeln gehen.

Anschließend steht ein Treffen mit Mitgliedern der linken Syriza-Partei auf dem Programm, mit denen Sie über die aktuelle politische Situation in Griechenland sprechen können.

Akropolis Bild: Archiv

Am späten Nachmittag beschäftigen Sie sich mit der Situation der Einwanderer im Griechenland. Wie sieht die Lage für Flüchtlinge und Migranten momentan aus, welche Rolle spielt die Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“? Sie treffen Menschen, die für die Rechte der Flüchtlinge kämpfen, und Vertreter von Migrantenorganisationen und erfahren, wie sie den Menschen konkret helfen. Und auch, ob sie Druck auf Regierung und EU ausüben können, damit diese sich mehr um Flüchtlinge kümmern.

6. Tag (Donnerstag)

Heute Vormittag verknüpfen wir die Gegenwart mit der Vergangenheit in einem etwas anderen Stadtrundgang: Der Historiker Menelaos Charalambidis zeigt uns das Athen während der Besatzungszeit durch die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Wir besuchen die ehemalige Kommandantur, in deren Untergeschoss die Widerstandskämpfer gefangen gehalten wurden.

Der Historiker Menelaos Harambalidis Bild: Archiv

Dabei erzählt uns der Historiker, wie das Leben während der Zeit der Besatzung war, was mit der griechischen Wirtschaft passierte und warum die Zeit im nationalen Gedächtnis der Griechen noch sehr präsent ist. Der Stadtrundgang führt uns vor Augen, wie absurd eine Neonazi-Partei in Griechenland ist und warum die Griechen auf Kritik mit erhobenem Zeigefinger – gerade aus Deutschland - besonders empfindlich reagieren.

Nachmittags besuchen wir den Co-Working-Place "Impact Hub" und treffen Jung-Unternehmer, die Start-Ups im sozialen Bereich gegründet haben. Wir sprechen mit ihnen über die Perspektiven solcher Unternehmen in Griechenland.

Danach werden wir in der malerischen Athener Altstadt gemeinsam essen und die Woche Revue passieren lassen.

7. Tag (Freitag)

Nach dem Frühstück hat die Gruppe noch einmal Gelegenheit, bei einem Treffen mit Alexander Theodoridis und Rodothea Seralidou die Erfahrungen der Reise zu besprechen. Danach heißt es von Athen Abschied nehmen. Die TeilnehmerInnen fliegen (individuell) zurück nach Deutschland - oder setzten individuell ihre Reise in Griechenland fort.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.  

Stand: 25. November 2017