Die "B.Z." wirbt mit einer krassen Kampagne für ehrenamtliches Engagement. Das Dumme daran: Die Werbeplakate sind im Grunde zum Davonlaufen.von Anna Klöpper

Sagen Sie ehrlich: Motiviert Sie der Schmerzensmann zu einem Ehrenamt? Bild: screenshot/www.s-f.com
Meine Güte, Ehrenamt kann so schwer sein. Und es gibt offensichtlich einen großen, ungestillten Bedarf an Nächstenliebe, Sauberkeit und Ordnung in der Hauptstadt: Dein Blut für Berlin! Deine Tränen für Berlin! Dein Schweiß für Berlin!, schreien die Plakate den eingeschüchterten Passanten an.
Dazu großformatige Porträtfotos von jungen Menschen in martialischer Feinrippunterhemden-Ästhetik. Als wäre eines von Roland Emmerichs Untergangsszenarien Wirklichkeit geworden.
Der Blonde sieht aus, als wäre er gerade kräftig verprügelt worden und hätte hinterher noch einen Streifschuss abbekommen. Die einzige Heldenfrau auf den drei Motiven schweißüberströmt (aber der Lippenstift hält!), der Held mit Bart ist eigentlich ein Softie, weshalb ihm auch eine dicke Träne die schmutzige Wange hinabrinnt.
Zu Weihnachten veröffentlicht die Boulevardzeitung B.Z. eine Sonderbeilage zu ihrer Helden-Aktion. Eine Nummer kleiner geht es wohl nicht. Natürlich nicht. Denn dass sich nicht genug um Berlin gekümmert werde, hatten zuvor schon mal die Renate von den Grünen festgestellt und danach bildungsbürgerlich die FAZ.
Und die taz kürt schließlich auch die Helden des Alltags …Aber: Was will diese Bildsprache sagen? Soll man Angst kriegen und schreiend weglaufen, wenn einem ein Ehrenamt angetragen wird? Soll man ein schlechtes Gewissen kriegen, weil man nicht helfen will und die drei B.Z.-Helden mit der Situation überfordert sind?
In jedem Fall, auch wenn das immer noch nichts erklärt, haben sich die Werbeleute großzügig bei Churchill bedient: Der hielt 1940 vor dem britschen Unterhaus seine berühmte Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede zum bevorstehenden Westfeldzug der Nazis. Na dann, liebe Ehrenamtliche, auf in den Kampf.
Überlegen gewinnt die Schwedin Loreen den 57. Eurovision Song Contest. Hinter ihr landet die russische Großmutter-Kombo. Roman Lob schafft den achten Rang. von Jan Feddersen

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
20.12.2011 20:09 | EddieBarzou
also die verschwizte fand ich echt heiß!!!
20.12.2011 07:43 | Felix
Wir wollen FAIR bezahlte Jobs im Pflegebereich, keine UMSONSTarbeit !!!
20.12.2011 02:36 | emil
scheint mir doch sehr provinzbeladen, würde sowas also lieber unter der rubrik berlin finden und nicht unter leben --> medi ...