DW-Angebot für potenzielle Flüchtlinge

„Wirklich nur Information“

Die Deutsche Welle startet das Portal infomigrants.net. Es richtet sich an potenzielle Flüchtlinge im subsaharischen Afrika und Nahen und Mittleren Osten.

Menschen gucken auf ihre Smartphones

infomigrants.net will zur Flucht bereite Menschen über die Gefahren der Flucht informieren Foto: dpa

BERLIN taz | Die Deutsche Welle (DW) startet in einer internatio­nalen Medienkooperation mit dem französischen Auslandsrundfunk France Médias Monde und der italienischen Nachrichtenagentur Ansa die Informationsplattform InfoMigrants. Dort sollen zur Flucht bereite Menschen über die Gefahren der Flucht informiert werden. Die Informationen werden auf Englisch, Französisch und Arabisch bereitgestellt und richten sich vorrangig an Menschen aus dem subsaharischen Afrika, dem Nahen Osten, Pakistan und Afghanistan.

Den Vorwurf, dass es um Abschreckung von Flüchtlingen geht, weist der staatliche Auslandsrundfunk zurück. „Es geht wirklich nur um Information“, beteuert Vera Tellmann von der DW-Programmkommunikation im Gespräch mit der taz. Das Ziel sei ein aktuelles und vertrauenswürdiges Informationsangebot.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Deutsche Welle potenzielle Flüchtende informieren beziehungsweise warnen soll. Einer „Aufklärungskampagne“ des Auswärtigen Amts in Afghanistan und Pakistan steuerte die DW Social-Media-Videos bei, die Kampagne selbst warb mit Sprüchen wie „Afghanistan verlassen? Bist du sicher? Denk nochmal darüber nach“. Auf dem neuen Internetportal sollen allerdings auch „viele positive Geschichten erzählt werden, natürlich auch Erfolgsgeschichten, die Flüchtlinge und Migranten in Deutschland erleben“, erklärt Tellmann.

Bislang besteht das Portal noch aus Links zu Artikeln der drei internationalen Medien, das soll sich aber in Kürze ändern. Ab Mitte April wird der Blog in einer Website aufgehen, „mit vielen eigenen Inhalten, aber auch dem laufenden Programm“. Die derzeitigen Texte auf der Website informieren über die Ablehnung von Flüchtlingen in Ungarn und Griechenland, sie handeln aber auch von Themen wie der muslimischen Flüchtlingshilfe in Deutschland. Adresse: en.infomigrants.net.

 

Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Verfolgung und Armut. Im Mittelmeer sterben Zehntausende. Und die EU setzt auf Abschottung.

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