Das neue taz-Haus vs. BER

Wetten, wir werden schneller fertig

Der Grundstein ist gelegt, jetzt gehen wir mit dem taz.neubau gegen den BER ins Rennen.

Die Natur holt sich zurück was ihr genommen wurde – Blümchen drücken sich durch die Fugen des Vorplatzes des BER-Terminalgebäudes Bild: dpa

Noch gähnt am südlichen Ende der Friedrichstraße in Berlin-Kreuzberg ein Loch. Vom taz.neubau ist nur die graue Bodenplatte zu sehen. Das dürfte sich bald ändern: am Freitag, 23.09.2016, wurde der Grundstein für das Gebäude gelegt. Ab jetzt geht es also hoch hinaus.

Eines steht für uns jetzt schon fest: Wir werden schneller fertig als Berlins neuer Großflughafen BER. Die taz hat deshalb eine Wette ausgerufen: Wetten, wir beziehen unser neues Haus eher als die Fluglinien den BER?

Wetten, wir parken unsere Räder früher im taz-Neubau als die Taxis vor dem Großflughafen? Wetten, wir rollen auf unseren Stühlen eher an die Schreibtische als die Flugzeuge auf die Startbahnen?

Wenn Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) oder Flughafenboss Karsten Mühlenfeld da anderer Meinung sein sollten, können sie ihre Überzeugung gerne unter Beweis stellen: Die taz freut sich auf ihren Wetteinsatz.

Die Chancengleichheit ist gegeben: Für beide Gebäude ist derzeit das Frühjahr 2018 als Eröffnungstermin im Gespräch.

Rolltreppen, die im Nichts endeten

Okay, der Bau eines Flughafens ist komplizierter als der eines kleinen, feinen Hauses. Deshalb haben wir dem BER einen ausgiebigen Vorsprung gelassen: Vor ziemlich genau zehn Jahren erfolgte an Berlins südöstlichem Stadtrand der erste Spatenstich für den Flughafen.

Die taz hat erst im Herbst 2015 angefangen zu buddeln. Wir können ja nichts dafür, dass der Flughafen mit so vielen unschönen Dingen zu kämpfen hatte. Wände, die nicht trugen. Rolltreppen, die im Nichts endeten. Lichter, für die sich kein Schalter fand. Eine Brandschutzanlage, die nicht genug Rauch absaugte.

Kein Wunder, dass es mit der Eröffnung 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 nichts wurde. Aber auch die taz-Baustelle ist nicht frei von Überraschungen. Die Bagger stießen im Grund zunächst auf die Fundamente alter Gebäude, dann auf Jahrhunderte alte Eichenpfähle.

Die Bohrungen gerieten ins Stocken. Die taz musste lernen: Für Tiefgang braucht man viel Zeit. Der für Herbst 2017 angepeilte Umzug wurde verschoben.

Wetten ohne Einsatz sind langweilig

Herbst 2017 – klingelt es da? Genau, das ist der aktuell von den Verantwortlichen genannte Termin, zu dem auch der BER eröffnen soll. Aber wer’s glaubt, hat zu viele Kerosindämpfe eingeatmet.

Der Chef einer Billigairline plauderte letztens aus, dass es wohl doch auf März 2018 hinausläuft. Das wurde zwar postwendend dementiert, doch das Datum war in der Welt. Die taz peilt für den Umzug übrigens inzwischen den Mai 2018 an.

Es könnte also knapp werden. Und weil Wetten ohne Einsatz langweilig sind, gehen wir voll ins Risiko: Wenn die taz wider Erwarten verlieren sollte, gibt es eine Runde Panterbräu – für alle.

ANTJE LANG-LENDORFF, Ressortleiterin der taz.berlin