Die Kosten von Fukushima

Tepco im Minus

AKW-Betreiber Tepco macht einen Verlust von 6,5 Milliarden Euro. Alle Reaktoren der Unternehmens stehen still. Hinzu kommen die Entschädigungskosten.

Tepco bezifferte die Kosten der Katastrophe auf insgesamt rund 100 Milliarden Euro. Bild: reuters

TOKIO/BERLIN afp/taz | Die Kosten für die Aufräumarbeiten und die Entschädigungen nach der Atomkatastrophe von Fukushima belasten den Kraftwerksbetreiber Tepco weiterhin schwer.

Das Unternehmen machte im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März einen Verlust von 685 Milliarden Yen (6,5 Milliarden Euro), wie Tepco am Dienstag mitteilte. Für das laufende Geschäftsjahr wollte das Unternehmen keine Prognose wagen.

Tepco ist seit der Atomkatastrophe ruiniert. Der Konzern muss die Opfer des Reaktorunglücks entschädigen – mehr als 1,5 Millionen Menschen – und das Akw Fukushima abschreiben. Auch die Kosten für die Aufräumarbeiten trägt Tepco.

Dazu kommen Kosten für den Betrieb teurer Kohle- und Gaskraftwerke, deren Brennstoff Tepco aus dem Ausland importieren muss. Der japanische Atombetreiber hat zugegeben, die größte Schuld an der Katastrophe gehabt zu haben.

Mehrheitseigner ist nun Japan

Alle 17 Reaktoren des Unternehmens – neben den sechs havarierten in Fukushima vier weitere in der Region sowie sieben des Akw Kashiwazaki-Kariwa im Zentrum Japans – stehen still. Seit Juli ist der japanische Staat Mehrheitseigner des Energiekonzerns. Im Geschäftsjahr 2011/2012 hatte Tepco bereits 781 Milliarden Yen Verlust bilanzieren müssen.

Im März 2011 waren fast 19.000 Menschen ums Leben gekommen, als ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami die Gegend verwüsteten. Die Naturkatastrophe führte zur Kernschmelze in der Atomanlage in Fukushima, der folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986. Tepco bezifferte die Kosten für Aufräumarbeiten und Entschädigungen auf insgesamt fast 100 Milliarden Euro.

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