Kolumne von Nicola Schwarzmaier

Der süßeste Hund der Welt. So wie alle anderen auch. Bild: privat
BERLIN taz | Es ist eine Demütigung. Ausgerechnet der Kollege, der mit seinen Katzenkolumnen einen gewissen Ruhm erreicht hat, weist uns heute darauf hin, dass Welthundetag ist. Argh!!! Nichts vorbereitet, nichts in der Schublade. taz.de rutscht völlig blauäugig in diesen – doch so wichtigen – Tag.
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Heute wäre die Chance, all den Katzenliebhabern, den Catcontentsüchtigen, all den Unwissenden endlich mal die Meinung zu sagen. Hätte ich doch recherchiert! Dann könnte ich mit Zahlen um mich werfen, mit Statistiken, mit Glücksforschung. Nichts. Der Hund liegt schlummernd hinter mir und weiß genausowenig wie ich, wie ich der übermächtigen Catlovergemeinde da draußen beibringen kann, dass ein Hund tausendmal mehr bietet als tausend Katzen.
Die Hunde haben es schwer im Netz. Während Spiegel Online eine eigene „Cat content“-Seite pflegt, sucht man die „Dog content“-Seite vergeblich. Youtube, Facebook und Twitter wimmeln nur so vor süüüüßen Katzenvideos. Klar, süße Hundevideos gibt es auch, sie werden aber nie so viral wie die Kitty-Filmchen.

Nicola Schwarzmaier
ist CvD bei taz.de und seit vier Jahren Hundebesitzerin.
Foto: tazWarum? Ein Hund ist quasi eine Katze mit zusätzlichen Gadgets. Er kuschelt wie eine Katze. Er freut sich, wenn man nach Hause kommt. Er wärmt den Bauch. Er ist elegant. Er kann Mäuse fangen (oder es zumindest versuchen). Er kann seinen eigenen Kopf haben, oft ist es jedoch sein eigener Kopf, der ihm sagt, es sei besser, keinen eigenen Kopf zu haben, bzw. den Anschein zu erwecken, keinen zu haben. Clever, oder? Er ordnet sich unter – nicht, weil er keinen Willen hat, sondern schlicht, weil das Leben dann leichter läuft.
Jetzt kommen wir zu den Gadgets, den Boni, den Extras, die ein Hund bietet und die keine Katze der Welt im Paket hat. Man kann mit ihm rausgehen und rennen, er bleibt wie durch eine unsichtbare Leine immer an sein Frauchen/Herrchen gebunden. Er belustigt andere Menschen in der S-Bahn und knüpft neue Kontakte (die manchmal auch für das Frauchen/Herrchen von Nutzen sein können). Er fliegt mit in den Urlaub und beschützt Frauchen/Herrchen am Strand vor aufdringlichen Exhibitionisten. Er geht ohne Murren in eine Hundepension. Er kommt mit ins Büro und legt den knurrigen Kollegen so lange und oft seinen Teddy vor die Füße, bis deren Herz erweicht und sie – heimlich – den Teddy werfen.
Peter Fox singt: „Jeder hat n' Hund aber keinen zum Reden“. So ist es. Mit einem Hund kann man wunderbar reden, da braucht man weder Katzen noch andere Menschen.
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Leserkommentare
24.10.2012 12:08 | mehrdad
wir haben zwar katzen (die heimlichen herrscher der welt), aber hunde kommen wirklich zu kurz. ...
18.10.2012 14:38 | Marcel
Hm, die Kolumne hatte für 80% der Leute (vermutlich keineHundebesitzer wie ich) nicht so den gefühlten Mehrwert. ...
17.10.2012 12:58 | Nicola Schwarzmaier
Lieber vic, ...