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Landtagspräsidentenwahl in Magdeburg Die CDU ist nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt

Kersten Augustin

Kommentar von

Kersten Augustin

Abgeordnete der Union haben wohl einen AfD-Politiker in ein hohes Staatsamt gewählt. Wenn die CDU nicht klärt, wo sie steht, wird es sie zerreißen.

D ie Wahl des Landtagspräsidenten in Magdeburg am 6. Oktober 2026 ist ein historisches Ereignis. Für Sachsen-Anhalt, für den Aufstieg der extremen Rechten. Und für den drohenden Zerfall der konservativen Volkspartei, der CDU Deutschlands. Abgeordnete der Union haben zum ersten Mal den Vertreter einer rechtsextremen Partei in ein hohes Staatsamt gewählt – wohl gewählt, das muss man dazu schreiben.

Vermutlich wird man nie erfahren, wer die vier Fragezeichen waren. Die Wahl war geheim, und die Abgeordneten, die für den AfD-Mann Tobias Rausch gestimmt haben, werden sich vermutlich nicht offenbaren. Aber die mathematische und politische Logik, Aussagen vor der Wahl und Medienberichte lassen keinen anderen Schluss zu.

Rausch bekam bei seiner Wahl vier Stimmen mehr, als AfD und BSW Abgeordnete zusammen haben. Die Union hatte als einzige Fraktion angekündigt, sich zu enthalten. Das taten dann aber nur vier Abgeordnete. SPD, Grüne und Linke waren in ihrer Ablehnung dagegen immer klar. Zudem berichtet die Zeit, dass es Absprachen der AfD mit Vertretern der CDU gegeben habe.

Alles spricht also dafür, dass die vier Stimmen für den AfD-Mann von der Union kamen.

Schlimmer als Kemmerich

Erschreckend ist die Stille an der Spitze der CDU. Kaum jemand äußerte sich zum Tabubruch in Sachsen-Anhalt. Und wenn, dann stellte man sich dumm und verwies darauf, dass die Wahl schließlich geheim gewesen sei. Bundeskanzler Friedrich Merz äußert sich mal wieder nicht. Aber damit werden Merz und die Union nicht durchkommen.

Die laute Stille zeigt, wie viel kaputtgegangen ist in den vergangenen sechs Jahren. 2020 wurde Thomas Kemmerich überraschend mit Stimmen von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt. Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende und Angela Merkel als Kanzlerin mussten ihre ganze politische Kraft aufbringen, um die störrische Landes-CDU zu überzeugen, dass die Wahl ein Fehler war. Kramp-Karrenbauer bezahlte dafür mit ihrem Amt.

Diesmal geht es nicht um einen FDP-Mann in Cowboy-Stiefeln. Es gab keine Not und keinen Trick der AfD. Sechs Jahre nach Kemmerich lässt die Parteispitze es geschehen, dass einige ihrer Abgeordneten offenbar einen AfD-Mann ins höchste Staatsamt eines Bundeslandes gewählt haben. Merz weiß, dass er nicht das politische Gewicht von Merkel hat. Würde er sich in Magdeburg einmischen, könnte das nach hinten losgehen.

Wie kaputt die CDU ist, zeigt auch ihr völlig disparates Abstimmungsverhalten. Der geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze hatte sich mit Ach und Krach zum Chef der geschrumpften Fraktion wählen lassen. Für die Wahl des Landtagspräsidenten empfahl er seinen Abgeordneten, sich zu enthalten. Was der Fraktionschef sagt, bedeutet aber offenbar nichts mehr.

Demokratie oder Autoritarismus?

Auch wenn sich die CDU in den vergangenen Wochen gern an diesem Lagerfeuer gewärmt hat: Die liberale Demokratie wird nicht von der Berliner Linken gefährdet. Es sind Konservative, die Rechtsextreme wählen und gewähren lassen.

Im Dezember tritt Ulrich Siegmund im Landtag von Magdeburg an, um Ministerpräsident zu werden. Bis dahin muss die Union klären, wo sie steht: auf der Seite der liberalen Demokratie oder auf der Seite der Autoritären? Beides wird nicht funktionieren.

Die CDU ist nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt. Vielleicht hat sie sich bereits entschieden, weiterzugehen. Wenn sie noch umdrehen will, sind die nächsten Wochen ihre letzte Chance, sonst könnte es die Partei zerreißen. Sollte der Kanzler und Parteivorsitzende dafür keine Autorität mehr haben, braucht die CDU einen neuen.

Kersten Augustin

Kersten Augustin Ressortleiter Inland

Kersten Augustin leitet das innenpolitische Ressort der taz. Geboren 1988 in Hamburg. Er studierte in Berlin, Jerusalem und Ramallah und wurde an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München ausgebildet. Er war stellvertretender Ressortleiter der neu gegründeten wochentaz und leitete das Politikteam der Wochenzeitung. In der wochentaz schreibt er die Kolumne „Materie“. Seine Recherchen wurden mit dem Otto-Brenner-Preis, dem Langem Atem und dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet.
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85 Kommentare

  • Vic Merz

    Fritze hätte es niemals gebraucht, genau wie Merkel und aktuell auch immer noch Söder, Reiche etc...das ist stillstand und rückschritt, nur Lobby geplärre und sonst nix



    Dass da die AFD aufholt mit ihren vögeln ist kein Wunder, nur dass die auch nix besseres zu bieten haben....



    Naja, Vetternwirtschaft, evtl kommt daher der Zulauf, alle wollen Kohle vom Staat, egal wie...

  • Der olle Onn

    Ein ähnliches Resultat war abzusehen. Und nö - ich habe keine Zweifel, dass die zusätzlichen Stimmen von der CDU kommen. Zu lange schon riefen diverse Hardliner vom Harzrand nach einer zügigen Annäherung.



    Wie sagte mal der Gauland - allerdings damals noch als Beschreibung der AfD:



    "... ein gäriger Haufen..."

  • AuchNeMeinung

    Beim Durchlesen der Kommentare, erscheint es mir so als ob ausschließlich die Partei CDU verantwortlich ist, dass die AFD so stark zugelegt hat.



    Bei der Betrachtung der Wählerwanderung stellt man jedoch erstaunliches fest. Der größte Zuwachs der Wählerschaft kam aus dem Nichtwählerbereich, das sind diejenigen, die vor jahren (jahrzehnten) die etablierten Parteien aus Frust verloren haben.



    z.B.:



    Die CDU:



    weil, wer CDU wählt bekommt seit ca. 20 jahren links_grün.



    Die FDP:



    Wer liberale Wirtschaft will hat keine andere Alternative, da die Regierenden stramm den Weg in den (demokratischen) Sozialismus gegangen sind.



    Die SPD:



    Tja, da ist es m.E. sehr einfach. Der Wandel von der Arbeiterpartei zur Arbeitslosenpartei.

    So und nun kam letztlich noch die Wahl in Berlin.



    Es wird zwar immer von einer Brandmauer nach Rechtsaußen gesprochen aber die demokratische gebotene Abgrenzung zu den linksradikalen wird lamentierend zurückgewiesen.

    Ganz einfach, wenn diese Lila/Rot/Grüne Truppe in Berlin zustandekommt, dann ist es für mich nachvollziehbar, dass gestern CDU Abgeordnete zum Nachdenken gekommen sind.

    Aber, wer weiß wirklich ob es die CDU wirklich war!

  • Drehrummbumm

    Woher weis man, bei einer geheimen Wahl, wer es war? Und weshalb möchte man einen demokratischen Prozess derart unterminieren?

  • Ricky-13

    taz: *Die CDU ist nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt. Vielleicht hat sie sich bereits entschieden, weiterzugehen.*

    Natürlich wird sie weitergehen, weil sie fest daran glaubt, dass die AfD sie mit einem Sprungtuch auffängt und sie als künftiger Koalitionspartner rettet - aber das wird nicht geschehen. Die Union hat sich mit Friedrich Merz in eine sehr schlimme Situation gebracht, was wahrscheinlich auch den Untergang der CDU bedeuten wird. Aber CDU/CSU-Wähler schimpfen lieber weiterhin auf die 'Grünen' und 'Die Linke', anstatt die merz'sche Union wieder zur Vernunft zu bringen.

  • Schö51

    Wer am Abgrund steht, muss eben aufs Ganze gehen. Die Brandmauer war die Machtoption von linksgrün. Das dämmert mittlerweile selbst CDU granden wie Boris Rhein. Deshalb besser eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. In Schweden hat die Hofierung Rechtsaußen geschwächt. Also mal probieren in diesem unseren Lande.

  • R.L.

    Das Einzige,was es brächte, wär:sich ehrlich machen auf beiden Seiten des Ost-West Deutsch Lands:1 Einheit auf der Reflektion&Überwindug der nicht verarbeiteten NS Erbschaften:Nun, wo wir auch die Amis solidardemokratisch mit stützen können, die uns damals mit den Russen&Briten&Franzosen von der Nazidiktatur befreiten,ohne, daß die Deutschen sich mehrheitlich befreit hatten: Im Westen wurde ihnen der Marshal Plan geschenkt,damit die den Krieg als Block Konfrontation antikommunistisch- wie es die vielen unbestraften Nazis in allen möglichen Institutionen wollten,weiter bewohnen durften, im Westen mit "Demokratie".An die Demokratie haben sich doch Viele, gerade auch mit den US civil rights Bewegungen zusammen+eigner Friedenssehnsucht eingeübt,aber verarbeitet war kaum was.Im Osten hat der Stalinismus verhindert, das autoritäre Erbe echt überwindend zu verarbeiten.Wenn die CDUSPDGRÜNE+Linke alle rechtlichen Hebel,die AfD vielfältig zu stutzen solidarisch nutzen,hät CDU Möglichkeit+dem Pabst,die Schöpfung schützen zu wollen&planetare Demokratie anzusteuern=Demokratie in die Ökonomie=Umfairteilen zu Gemeingüter+Unternehmen einhegen:kann sie15-20%Teil 1diversen Mitte sein!#debt4climate

  • FtznFrtz

    Nach den Wahlen hat sich die Union noch einmal ein "Weiter-So" eingeredet, das zerbröselt mal wieder an der Realität. Die Auflösungserscheinungen fressen sich in die Köpfe und das Wahlverhalten der Union. Wenn man ohne Not die AfD einfach mit wählt ist das sogar noch schlimmer als die Zusammenarbeit mit den Braunen, dass ist dann die Kapitulation und der Anfang vom Ende der Union.

  • Andreas_2020

    Die CDU schwächelt und diese Schwäche wird zum Trumpf für die AfD. Wenn es ganz hart kommt, treten Abgeordnete sogar über bzw. lassen sich das im Grunde genommen bezahlen, wenn sie die CDU verraten.



    Der Schaden ist dann schnell gigantisch und dafür finden sich einige Kandidaten. Die Wahl am Dienstag war ja nur ein Vorgeschmack. Damit ist das Plenum schon mal in der Hand der AfD ... und eben dieser CDU.



    Sachsen Anhalt könnte zu einem Meilenstein im Abstieg Deutschlands werden. Rechtsextreme setzten sich ungeniert durch. Monopolisieren die Machtpositionen, bedrohen andere Parteien und Menschen, die ihre Meinung nicht teilen. Die AfD hat einen Mobilisierungsapparat entwickelt, der auf zwei Komponenten setzt a) offiziell harmlos, geradezu konservativ, vielleicht patriotisch, dann b) aggressiv, andere bedrohend, andere Meinungen werden verächtlich gemacht, die Personen niederig gestellt, es findet eine Entwertung von Menschen staat, die andere Positionen vertreten. B hat die AfD aus der militanten Neonazi-Szene gelernt, es ist eine Strategie von Macht, Bekämpfung und pausenloser Bedrohung. Dieser dopptelte Boden kann ihr in einem Verbotsverfahren um die Ohren fliegen.

  • Suryo

    Noch krasser ist, dass die CDU im Landtag (wer sonst???) zwei Rechtsextremisten und Landesverräter gewählt, aber einem Sozialdemokraten die Stimme verweigert hat.

    Noch deutlicher kann man doch als CDUler gar nicht mehr machen, wie weit rechts man steht. Warum treten diese Verräter an der Demokratie eigentlich nicht gleich in die AfD ein?

  • Donald Duck

    Anscheinend gibt es viele Wähler, die mit der Regierungspolitik In den Bereichen Sozialpolitik, Wirtschaft und Migration nicht einverstanden sind. Wenn diese Wähler Einfluß auf die aktuelle Politik nehmen wollen, dann ist eine Stimme für die CDU zur Zeit eine verschwendete Stimme. Im Gegenteil: Jede Stimme für die CDU gefährdet für diese Wähler eine gewünschte politische Veränderung, solange die CDU sich selbst an die SPD bindet.

    Die Wähler haben die Brandmauer längst durchbrochen. Die CDU bleibt nun nur noch mit wenigen Wählern allien hinter der Brandmauer zurück. Ohne Chance auf Erholung. Denn auf der von der CDU gewählten Seite der Brandmauer wird sie keine neuen Wähler dazu gewinnen können. Da sind schon SPD, Linke und BSW. Es wäre auch sinnlos für die CDU, zu versuchen die Grünen Im Bereich Klimaschutz zu übertrumpfen.

    Die CDU könnte nur Wähler zurückgewinnen, die sich durch Personen wie Franz Josef Strauß, Helmut Schmidt und Helmut Kohl vertreten fühlen.

    Mal sehen, wann die CDU die Augen öffnet.

    Bitte keinen falschen Verdacht. Ich wähle keine Russlandparteien. Und wer eine Rente von 70% des letzten Nettolohns auszahlen möchte, müßte es den Arbeitenden nehmen.

    • Kaboom

      @Donald Duck:

      "Die CDU könnte nur Wähler zurückgewinnen, die sich durch Personen wie Franz Josef Strauß, Helmut Schmidt und Helmut Kohl vertreten fühlen."

      Wohl eher solche, die BEHAUPTEN, sie würden sich durch vorgenannte vertreten fühlen. Real würden sie das nämlich nicht.



      Real waren alle von Ihnen genannten überzeugte Europäer, waren für die Westbindung des Landes, für die NATO, für die EU. Und KEINER dieser Leute war Nationalist.



      Helmut Kohl ließ 1984 zur Europawahl "Mit uns für offene Grenzen in Europa" plakatieren. Das ist das exakte Gegenteil dessen, wofür die AfD steht.



      Bei Strauß muss man zwischen dem öffentlichen Haudrauf und dem pragmatischen Politiker unterscheiden.



      Und Helmut Schmidt war demokratischer Sozialist.

      NICHTS von dem, was heute AfD-Anhänger wollen, hat irgendetwas mit Strauß, Kohl oder Schmidt zu tun. Über 40 % befürworten Gewalt gegen Andersdenkende und einen 1-Parteien-Staat mit Führer. Das ist nahe an Adolf, aber nicht nahe an den 3 von Ihnen genannten.

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @Donald Duck:

      Ich würde im Augenblick eher vermuten, dass die CDU wegen ihrer absolut empathielosen Politik im Reformpaket (Rente nach 45 Beitragsjahren, Gesundheitspolitik, Krankenschein seit dem 1. Tag, Pflegesystem, etc.) immer weiter abstürzt. Sonst würde wohl eher die SPD abstürzen

    • nihilist

      @Donald Duck:

      Strauß, Schmidt und Kohl vertreten alle niemanden mehr.

    • Encantado

      @Donald Duck:

      "Denn auf der von der CDU gewählten Seite der Brandmauer wird sie keine neuen Wähler dazu gewinnen können. "



      Auf der anderen auch nicht. Das hat sie in den letzten Jahren nämlich durchaus versucht und hat nicht geklappt.

    • Annette Thomas

      @Donald Duck:

      Wieso aber muss man versuchen, die Grünen beim Klimaschutz zu überholen? "Klimaschutz" ist nicht ein einfaches, lineares Monothema, von dem man nur mehr oder weniger haben kann. Genauso wenig wie bei Wohnungs-, Sozial- oder Kulturpolitik. Man kann es ausgestalten, auf die eine oder eine andere Art. Und wenn sich endlich mal eine Partei fände, die die Themen Klimaschutz, Überleben des Planeten, Ressourcenschutz auf ihre je eigene Art verträte - also konservativ interpretiert, liberal interpretiert, sozial interpretiert - wäre uns allen viel geholfen. Wir müssten nicht mehr über "ob" oder "ob nicht" streiten - das ist nämlich Käse -, sondern könnten unter konkurrierenden Konzepten das beste Wählen und über das "wie" nachdenken.



      Aber da kommen 87,5% der Repräsentanten unseres Landes nicht drauf.



      Von löblichen, einsamen Ausnahmen wie dem aktuellen Bundesumweltminister mal abgesehen, auf den aber niemand hört.

    • FtznFrtz

      @Donald Duck:

      Ist mir ein bißchen zu wohlfeil. Die Wähler sind mit großen Teilen der Politik nicht einverstanden, das ist klar und eigentlich unstrittig.



      Fraglich ist dann im nächsten Schritt ob die Lösung in einer rechten Politik liegt, so doch Ihre Interpretation, also Migration noch einmal deutlich verschärfen (trotz der niedrigsten Zuwanderung seit Langem), Sozialpolitik erbarmunglos zusammenstreichen, freie Fahrt und Steuern runter für die Wirtschaft. Ich bin nicht sicher, ob die vielen AfD-Wähler das wirklich wollen, zumal sie ja selbst oft Leidtragende dieser Politik wären.



      Der Vertrauensverlust ist offenbar derart weitgehend, dass man die wählt, die die größtmögliche Zerstörung des Systems versprechen. Das ist in gewisser Weise sogar logisch, wenn das System für mich nicht funktioniert, wenn auch in der Perspektive nicht zu Ende gedacht.



      CDU und SPD (wenn es nicht schon zu spät ist) müssten dringend ihr Führungspersonal austauschen und eine pragmatische Politik für das Volk machen, wo Reform nicht nur Kürzung von Leistungen und Erhöhung von Beiträgen bedeutet, die Lügen der AfD durch Aufklärung konterkariert werden, notwendige Einschnitte erklärt werden. Die Regierung muss liefern.

  • test_name

    afd, linke und grüne haben eine Gemeinsamkeit: ihre Wähler wissen, wofür die von ihnen gewählten Parteien stehen.







    Selbst die spd hat noch einen Anflug von Ideologie - soziale Wohltaten verteilen ohne irgendjemand was wegzunehmen.







    Wofür steht die Merz-cdu? Niemand weiß es wirklich. Merz will Bundeskanzler bleiben. Was das für das Land bedeutet, scheint ihm völlig egal zu sein.







    Das Problem ist die cdu mit Merz.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @test_name:

      Natürlich weiß man, wofür die CDU unter Merz steht. Offen und hemmungslos Geld in die Taschen von Konzernen schaufeln. Und das wollen eben nur wenige.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Die CDU möchte in erster Linie Politik für Unternehmen und Besserverdienende machen. Die SPD in erster Linie für Unternehmen, in der Hoffnung, dass Arbeiter und Angestellte etwas davon haben und die ihnen nicht übelnehmen, dass die SPD ihnen vorher mehr weggenommen hat als sie dadurch bekommen.

    Dabei vergessen werden ca. 50-80% der Bevölkerung. Und weil die Politik dann auch noch schlecht gemacht wird und eigentlich nur den reichsten 0,006 % (den 5000 Superreichen und Milliardären) wirklich etwas nutzt (denn die sind seit 2024 um 400 Mrd. $ reicher geworden), sind mehr als 80% der Bevölkerung mit der Politik unzufrieden und immer mehr wählen die AfD.



    Und das wird sich auch nicht ändern, solange man nicht die 5000 Superreichen (>100 Mio. $ Finanzvermögen) und Milliardäre etwas höher besteuert. 1,5-3,5 % ihres Vermögens würden reichen, denn das sind 50-100 Mrd. € pro Jahr. Damit lassen sich alle Probleme so lösen, dass mindestens 90% der Menschen zufrieden sind (insbesondere Rente mit 63, Pflege, Gesundheitssystem, Wirtschaftsförderung, Klima etc.)



    Ohne eine solch höhere Besteuerung wird diese Koalition, CDU, SPD und Demokratie weiter gen Abgrund laufen dort landen.

    • So,so

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      100%

    • Auweiowei

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Sie machen aber die (Ab-) Rechnung fast nur mit der CDU und lassen die CSU und alle übrigen, die sich Demokraten nennen, außen vor. So wird das aber nichts. Denn die AfD ist ja auf dem 'Mist' der CDU gewachsen. Oder etwa nicht?



      Könnte es vielleicht deshalb so sein, weil die 'alte' SPD längst nicht mehr die alte ist, die sie einmal war?

  • Bolzkopf

    Die schwarze Lackschicht der C*U bröckelt schon lange aber so langsam kommt die wahre Farbe darunter zum Vorschein.

    • Dorothea Pauli

      @Bolzkopf:

      Schwarz-braun blüht der Enzian, um Heino zu paraphrasieren.

  • vieldenker

    Die CDU hat, ähnlich der SPD, ihren Markenkern verloren. Sie war immer das gemeinsame Sammelbecken für sehr unterschiedliche Facetten eines christlichen geprägten Konservatismus. Diese Mischung aus kraftvollem Pathos und weitem praktischen Raum hat lange funktioniert, klappt aber nicht mehr, seit jede noch so kleine Unterabteilung medial die Deutungshoheit für die Gesamtpartei übernehmen kann. Jetzt bräuchte die Union mal wieder eine(n) net(t)zwerkbasierte(n) Visionär(in) fmit Machtanspruch ür die eigene ideologische Wärme. Wer die CDU nur noch als kleineres Übel sieht, wird sie nicht mehr sicher wählen.

    • nihilist

      @vieldenker:

      Es ist ja gerade nicht jede Untergruppierung, die Deutungshoheit bekommt, sondern immer die arbeitgebernahe.

  • shitstormcowboy

    Mit einer solchen CDU kann die SPD nicht in der Regierung bleiben! Einzige vernünftige Maßnahme der Regierung jetzt: Verbotsantrag gegen die AFD stellen. Gehen Merz und Söder diesen Weg nicht mit, bleiben nur Neuwahlen.

    • Astrid Sehnefeld

      @shitstormcowboy:

      Ein Verbotsantrag dauert Jahre. Das löst null. Oft genug diskutiert. Bis der in Karlsruhe durch ist, waren bereits die Wahlen 2029 und evtl gar 2033 durch...



      Und andernfalls Neuwahlen???



      Die dann jetzt gleich in einer AfD - Union Mehrheit enden unter Kanzlerin Weidel?



      Na bravo.



      Nein Söder hat das sehr treffend zusammengefasst als er vor Regierungsantritt sagte, dass dies die letzte Patrone ist.



      Wenn Union und SPD es nicht hinkriegen diesen Staat zu reformieren, dann ist es vorbei - und das verdientermaßen.



      Schröder war der letzte Kanzler, der ernsthaft Reformen durchzog. Seither wurde nur noch die Bürokratie aufgebläht, aber nichts reformiert.



      Kein Wunder das der Pöbel da meutert.

    • Chaos-NRW

      @shitstormcowboy:

      Neuwahlen mit nach aktuellen Umfragen 30 % für die AfD sind keine sinnvollen Aussichten. Eine komplette Unregierbarkeit im Bund hilft sicher niemandem weiter.

    • Encantado

      @shitstormcowboy:

      "Gehen Merz und Söder diesen Weg nicht mit, bleiben nur Neuwahlen."



      Worauf wollen Sie hinaus? 44 % AfD auch im Bund?

    • Martin17

      @shitstormcowboy:

      Neuwahlen wären eine extreme Dummheit. Davon profitieren nur die extremistischen Parteien. Erst müssen die Reformen durchgezogen werden. Dann kann gewählt werden. Nach den Wahlen werden keine sinnvollen Reformen mehr möglich sein.

  • Müller Christian

    Wer weiß ob die vier Stimmen wirklich von der CDU kommen. Klar, es ist möglich. Genau so wie von jeder anderen Partei. So ehrlich muss man sein.

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @Müller Christian:

      Naja, ich halte es für wesentlich unwahrscheinlicher, dass 4 Linke die AfD gewählt haben als 4 von der CDU.

      Und auch für wesentlich unwahrscheinlich, dass 4 Grüne oder 4 SPD-Abgeordnete die AfD gewählt haben.

      So ehrlich muss man sein.

    • nihilist

      @Müller Christian:

      Möglich ist vieles. Wahrscheinlich waren's aber CDU-Leute. Auch so ehrlich kann man sein (müssen tut niemand was, schauen Sie sich die AfD an!)

  • Karl Filsinger

    Bei allem öffentlichen Wirbel um die Wahl von AfD-Rausch durch CDU-Abgeordnete zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt, geht das eigentliche dahinter unter. Die CDU-Fraktion ist sicher zerrissen, aber die fünf oder sechs CDU-Abgeordneten haben ganz gezielt wesentliche Entscheidungen für eine AfD-Regierung durchgezogen. Mit ihrer Wahl von AfD-Tillschneider und CDU-Borchert (den unterstützte auch die SPD-Fraktion geschlossen) zu den stellvertretenden Landtagspräsidenten schufen sie ein arbeitsfähiges Präsidium. Den SPD-Willingmann verhinderten sie gezielt. Im Landtag gibt es fünf verschiedene Fraktionen, in dessen Präsidium machen aber nur zwei Parteien (AfD und CDU) aus, wie die das Haus organisiert und die Sitzungen laufen und geleitet werden. Das Attentat an der Demokratie war die Blockade von Willingmann. Das ist kein Zufall, sondern der eigentliche Wink an die AfD, wie es in den nächsten 5 Jahren im Landtag laufen könnte und soll. Für diesen Ablauf brauchte es allein eine Absprache unter diesen fünf oder sechs CDUlern. Demokratie weggeschubst und nix Chaos bei der CDU, sondern Mitmach-Zukunft in Sachsen-A zusammen mit den extrem Rechten in der rechtsextremen AfD-Regierung.

    • Bussard

      @Karl Filsinger:

      Korrekt, diese Wahl der Stellvertreter, konkret die Wahl eines Rechtsextremisten und die Nichtwahl des SPD-Abgeordneten zeigt ganz klar, wie die CDU-Fraktion dort tickt.

  • Gerald Müller

    Beim Thema Kemmerich hat der Autor ja das berühmte Zitat von Merkel (Merkel zur Thüringen-Wahl: „Das Ergebnis muss rückgängig gemacht werden“.) praktischerweise ausgelassen. Dabei hat dieser Vorgang eigentlich auch das Ende von Merkel eingeläutet.



    Und, wichtiger: Die CDUCSU steht in den letzten Umfragen bei 17,5%, Tendenz weiter fallend. Trotz oder evtl sogar wegen der Brandmauer. Das ist der eigentliche Druckpunkt und ich kann verstehen dass die CDUler sagen dass sich irgendetwas ändern muss, sonst zerbricht die Partei nicht, sondern sie verschwindet. So wie in MV, trotz Amthor und Brandmauerschwüren. Und den Vorsitzenden auszutauschen würde nichts helfen wenn damit kein radikaler Politikwechsel verbunden wäre. Und, Wüst würde das Auseinanderbrechen und Verschwinden wohl noch beschleunigen, zumal im Osten. Mir scheint, die Brandmauer die eine so schöne und für Grüne und SPD soo nützliche Erfindung war, nähert sich ihrem Ende und die Realität übernimmt.

    • Günter Witte

      @Gerald Müller:

      Das andere Problem der Union ist das sie auch noch die ältere Abgrenzung zu den SED Nachfolgerparteien (von Namen her) hat. SPD und Grüne halten sich hier alle Optionen offen weil sie genau wissen das sie so auf jeden Fall immer irgendwo mitregieren können.



      Die CDU sollte sich in die Opposition begeben, alle Erblasten der Merkel Zeit entfernen und ihr Profil neu ausrichten. Irgendwann kommt sie dann auch wieder an die Regierung, weil das auch die AfD, die Linke, SPD und Grünen scheitern ist so sicher wie das Amen in der Kirche

    • Piratenpunk

      @Gerald Müller:

      Merkel hatte davor schon klar gesagt, dass sie nicht nochmal antritt.

      Und das, was konservative Parteien am Ende zerstört, ist, die Inhalte der Faschisten zu übernehmen, statt eigene Politik zu machen.

    • Sebastian Lutter

      @Gerald Müller:

      Die Brandmauer hat die CDU 2018 auf ihrem Parteitag für sich beschlossen. Grüne und SPD wollen die demokratiefeindliche Politik verhindern, was hat die Brandmauer der CDU jetzt denen genützt? Das Verhalten der CDU hat rechte Politik erst salonfähig gemacht.

    • realnessuno

      @Gerald Müller:

      Wie kann man als vernunftbegabter Mensch Sätze schreiben wie "...Mir scheint, die Brandmauer die eine so schöne und für Grüne und SPD soo nützliche Erfindung war, nähert sich ihrem Ende und die Realität übernimmt..."?

      Soll das etwa bedeuten dass man sich in rechtsradikalen "Realitäten" wohlfühlen soll oder sich damit abfinden? Diese "Realitäten" sind weitgehend von Überreichen Idioten und totalitären Staaten in Fakenews heraufbeschworen und klar: Ein paar Leute nehmen das ernst. Jeder Mist wird ja von irgendjemand geglaubt. Aber man ist dazu nicht gezwungen, das ist der Trick :-)

      Viel Spaß in der Realität von Ewiggestrigen. Ich gestalte da viel lieber eine schönere Realität mit.

    • Aurego

      @Gerald Müller:

      Was Merkel gesagt hat, wissen wir. Das muss im Artikel nicht wiederholt werden.



      Desungeachtet macht sich eine CDU, die Rechtsextremisten zu Ämtern verhilft, unwählbar. Sie hat versäumt, sich rechtzeitig und deutlich von deren Ideen zu distanzieren. Wir hatten eine ähnliche Situation in Deutschland schon einmal. Wie das damals ausgegangen ist, muss ich hoffentlich auch nicht noch einmal erwähnen. Das Fazit ist jedoch: Wir sollten uns von jeder Form rechtsextremistischen Gedankengutes fernhalten, denn es wird unweigerlich in die Katastrophe führen.

    • Deep South

      @Gerald Müller:

      Natürlich muss sich was ändern. Die Union braucht eine Vision für die Gegenwart. Unter Merkel wurde fast zwei Jahrzehnte der Stillstand verwaltet und notwendige Reformen verschlafen. Und anstatt sich nach der krachenden Niederlage 2021 neu aufzustellen und nach vorn zu gehen, hat man Merz aus der Konserve geholt und eine Rolle Rückwärts in die 90er gemacht. Im Rückwärtsrollen ist die AfD aber viel radikaler und konsequenter. Auf diesem Irrweg wird keine CDU benötigt.



      Konservative Werte und Bürgerlichkeit kann man nicht vom Zeitgeschehen abkoppeln, man braucht Ideen, wie sie in die Gegenwart passen und in der Zukunft Probleme lösen. Und das traut ihnen die Wählerschaft nicht mehr zu.



      Dass die vielbesungene Brandmauer in dogmatischer Form gescheitert ist, sieht jeder Blinde. Dass man mit aktiver Anbiederung an die AfD keine Wähler zurückgewinnt, sondern mithilft die eigene Partei zu beerdigen, aber eben auch.

      • taz.manien

        @Deep South:

        Die Brandmauer ist nicht gescheitert, sondern war zum scheitern verurteilt. Wenn man eine völlig Sinnentleerte Phrase in den Raum wirft, ohne wirklich großes substanzielles dahinter liegendes damit zu verbinden, dann ist es zum scheitern verurteilt. Vielen Menschen geht es nicht gut in unserem Land, die können von einer Brandmauer die ich richtig finde sich nichts kaufen ( trotzdem kein Argument die AgD zu wählen). Keiner war bereit die Brandmauer in dem Fall die CDU, mit Dinge zu verbinden die dem Menschen materiell und substanziell weiter gebracht hätte, bis jetzt sehe ich wirklich nur Miniatur Ansätze das Parteien wirklich verstanden hätten worum es eigentlich geht, es geht um die Verbesserung der Lebenswirklichkeit der Menschen. Wohnung, Mobilität, Bildung, Gesundheit, Rente, Energie ect. ect. ect



        Die Menschen verlangen zurecht Lösungen!



        Anstatt neue Wege zu gehen was macht die CDU, sie holt einen abgehalfterten Politiker, und feiert diesen noch groß als ihren Messias, vor allem einer der keine Regierungserfahrung hat und dann in der Opposition so viel Gift und Lügen verspritzt hat wie keiner zuvor, die CDU wird ohne Blessuren aus dieser Nummer nicht mehr leicht raus kommen.

    • Bürger L.

      @Gerald Müller:

      "Mir scheint, die Brandmauer die eine so schöne und für Grüne und SPD soo nützliche Erfindung war, nähert sich ihrem Ende und die Realität übernimmt."

      Die Realität ist in diesem Zusammenhang ja nichts, was als etwas Unabänderliches einfach vom Himmel fällt. Sie wird gestaltet von politisch denkenden und handelnden Menschen.

      Wer in der gegenwärtigen Situation meint immernoch so tun zu müssen, als stünden die Feinde der Demokratie in erster Linie links, der hat aus der Geschichte nichts gelernt und trägt Verantwortung für kommende Entwicklungen.

      • YeahYeah

        @Bürger L.:

        Wenn sich die Wähler nicht mehr wiederfinden in der bisherigen Politik, kann es sein, dass sich was ändert. Warum wählen die Arbeiter nicht mehr SPD?

        • nihilist

          @YeahYeah:

          Warum sollten sie? Die SPD macht Politik für Leute im öffentlichen Dienst und die verbliebenen CDU-Wähler.

        • Offebacher

          @YeahYeah:

          Vielleicht weil die SPD nicht mehr die Partei der Arbeiter, sondern der Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst, allen voran der GEW-Lehrerinnen und Lehrer, ist.

  • FtznFrtz

    Den Landtagspräsident der AfD mit zu wählen war eine große Peinlichkeit, stimmen jetzt auch Unioner für den wölfisch grinsenden Raumduftverkäufer als Ministerpräsident ist das eine Kapitulationserklärung ohne Kampf.



    Als liberal denkender Mensch in der Union muss dann eigentlich sofort die Austrittserklärung kommen. Angesichts des mit Sicherheit immer noch hohen Anteils von Merkelianern ein Desaster für die Union.



    Es bräuchte einen führenden Vorsitzenden mit klaren Ansagen, auch in Richtung Landes-CDU. Aber eben nicht Merz.

    • Šarru-kīnu

      @FtznFrtz:

      Konservative denken aber nicht liberal. Eines der Grundübel der aktuellen Politiklandschaft ist ja, dass wir es von der Partei die Linke bis zur CDU im Parteienspektrums inzwischen ausschließlich mit dezidiert liberalen Parteien zu tun haben. Die Mehrheit der Deutschen denkt aber nicht liberal (derzeit sagen laut AWA etwa 7-10% der Deutschen über sich liberal eingestellt zu sein). Die Arbeiterschaft und damit die eigentliche linke Kernklientel war noch nie liberal und wählt deshalb aktuell auch entsprechend. Ich warne davor die Ansichten einer kleinen Berliner Blase irgendwie für repräsentativ zu halten.



      Ich weiß auch nicht wo sie den hohen Anteil an Merkelianern hernehmen wollen. Nichts ist hier unter unseren örtlichen CDU-Leuten mehr verhasst als alles was mit Merkel zu tun hat. Wenn sie einen CDU Vorsitzenden wollen, der die Ost-CDU quasi hinrichtet, würde das den Aufstieg der Rechten hier eher beschleunigen als bremsen. Aufzuhalten ist er sowieso nicht mehr.

    • elektrozwerg

      @FtznFrtz:

      Die Union kommt eben aus der Brandmauerfalle nicht raus. Entweder macht sie so weiter und ueberlaesst ihre Waehler der AFD, weil sie aufgrund der Brandmauer zu Kompromissen mit SPD bis Linke gezwungen ist.



      Oder sie gibt die Brandmauer auf und es zerreisst sie innerlich bis hin zu Abspaltungen.



      Da ich davon ausgehe, dass sich die AFD aufgrund von groesseren Machtperspektiven entradikalisieren wird, so wie in Frankreich und Italien geschehen, vermute ich, dass die Tage der Union laengst gezaehlt sind.

    • Martin Rees

      @FtznFrtz:

      "Als liberal denkender Mensch in der Union muss dann eigentlich sofort die Austrittserklärung kommen."



      (...)



      "Es bräuchte einen führenden Vorsitzenden mit klaren Ansagen, auch in Richtung Landes-CDU. Aber eben nicht Merz."



      /



      Vielleicht auch eine !Frau von diesem Kaliber:



      "Alt-Liberale



      Hamm-Brücher stellt Existenzberechtigung der FDP in Frage



      Hildegard Hamm-Brücher gilt als Grande Dame der Liberalen und stellt der FDP kurz vor dem Parteitag in Frankfurt ein vernichtendes Zeugnis aus: Es sei sehr fraglich ob die FDP in Zukunft noch gebraucht werde, sagte die 90-Jährige, die die Partei 2002 aus Protest verlassen hatte."



      Bei spiegel.de 2011



      Sie sah es früh kommen, das Desaster...

  • hedele

    Der Plan der AfD geht genau auf. Die CDU wird sich nun mit jeder einzelnen Entscheidung des Parlaments mehr und mehr in Siegmund-Fans und Demokraten zerlegen und am Ende mangels für Außenstehende verständlicher Programmatik (neoliberal oder christlich, wertkonservativ oder stockkonservativ, plebiszitär oder demokratisch?) wie in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag verschwinden.



    Wenn die Demokratie in Sachsen-Anhalt diesen Ansturm wider Erwarten in den nächsten fünf Jahren irgendwie doch überlebt, dann werden danach die Grünen den historischen Platz der CDU einnehmen müssen.



    Denn nach dem Zentrum 1933 hat sich nun auch die CDU 2026 als völlig unfähig erwiesen, die Bürger vor Faschisten in Schutz zu nehmen.

    • Ritchie

      @hedele:

      Die Grünen? Die Zuwendung der CDU zu den Grünen und der der SPD ist doch grade die Ursache für die Verluste der CDU.



      Die konservativen Wähler kehren der CDU den Rücken, sollte die CDU auch noch Bündnisse mit den Linken eingehen wird sich dieser Trend noch verstärken bis zur Einstelligkeit.

      • Encantado

        @Ritchie:

        "Die Zuwendung der CDU zu den Grünen und der der SPD ist doch grade die Ursache für die Verluste der CDU."



        Eine Meinung. Eine andere, durchaus belastungsfähige Meinung geht davon aus, dass die Übernahme von AfD-Themen deren Erstarken und das Verlieren der CDU verursacht hat.

    • Manuel Im

      @hedele:

      Komisch, mir kommt es so vor das weder Grüne, SPD oder Linke den Schutz besser hinbekommen.



      Den schwarzen Peter nur der CDU hinzuschieben ist schon lächerlich.

    • Tom Farmer

      @hedele:

      Die CDU ist, wie alle anderen Parteien auch demokratisch gewählt. Und noch kann, darf und soll jeder wählen was er will. Und wie genau kann jetzt irgendeine Partei wen vor was wie schützen?



      Gute Politik, dann wirst du gewählt. So einfach ist das.



      Wenn an den Menschen vorbeiregiert wird, dann gibts eben keine Wählerstimmen!

      • Der olle Onn

        @Tom Farmer:

        "Gute Politik, dann wirst du gewählt. So einfach ist das."



        Schön wär's. Ich habe eher den Eindruck, Wählen ist heutzutage der verzweifelte Versuch noch Schlimmeres zu verhindern. So war's jedenfalls in Sachsen-Anhalt. Nur geholfen hat's schlicht nichts...

  • Andreas Flaig

    Die cDU hat sich durch Merz ihr eigenes Grab geschaufelt.



    Für der Mehrheit der Bevölkerung ist seine Kanzlerschaft bereits gescheitert.



    Die Situation in Sachsen Anhalt fängt schon mal an, Erde auf dem Sargdeckel zu werfen.



    Nur noch eine Frage der Zeit, wie der Autor richtig formuliert, eine Zerreißprobe.

    • Encantado

      @Andreas Flaig:

      "Die cDU hat sich durch Merz ihr eigenes Grab geschaufelt.



      Für der Mehrheit der Bevölkerung ist seine Kanzlerschaft bereits gescheitert."



      Letzteres stimmt zwar, aber wegen Merz extrem rechts zu wählen, ist nicht Merz anzulasten, sondern der Dummheit des Wählenden.

      • Andreas Flaig

        @Encantado:

        Hätte Merz eine soziale und intelligente Politik befürwortet und umgesetzt, wäre uns diese Dummheit der Wählenden doch eher erspart geblieben.



        Der Fisch stinkt vom Kopf her.

  • Jürgen Meyer

    Wer die Mechanismen und den Nutzen der politischen Empörung versteht, der hegt durchaus den unbequemen Verdacht, dass die überzähligen Stimmen für die AFD auch aus dem linken Lager kommen könnten. Man kann sich eine so einfache Pflege des Feindbildes CxU ja nicht entgehen lassen.

    • Bussard

      @Jürgen Meyer:

      Tolle Theorie. Dabei ist ja schon seit Jahren bekannt, dass gerade im Osten manche CDUler schon lange mit einer Zusammenarbeit mit der AFD liebäugeln, um endlich wieder "richtige ""konservative"" Politik" zu machen.

      Aber klar, die Linken müssen natürlich - sinister wie sie in Ihren Augen offenbar sind - Schuld an der politischen Lage sein.

      Vielleicht waren es ja auch Chemtrails.

    • Bürger L.

      @Jürgen Meyer:

      Das ist ja eine tolle Idee.

      Ich nehme mal an, dass sie auch davon ausgehen, dass die Gründung der rechtsnationalen und rassistischen "AfD" eigentlich auch das heimliche Werk von im Untergrund arbeitenden Kommunisten ist, mit dem Ziel, den Unionsparteien zu schaden.







      Darauf muss man erstmal kommen.......

      • Andreas Flaig

        @Bürger L.:

        👍

    • Tobias Holtmann

      @Jürgen Meyer:

      Warum gab es denn dann keine 15 Enthaltungen wie die CDU angekündigt hat?

    • Rufus

      @Jürgen Meyer:

      Bei Krankheitssymptomen mit Verschwörungsmythen empfehle ich folgenden link:



      entschwoert.de/

      • Jürgen Meyer

        @Rufus:

        Bitte dran denken: Unterschiedliche Standpunkte sind kein Grund für Beleidigungen.

    • HRMe

      @Jürgen Meyer:

      Und dass es statt der 15 von Schulze angekündigten Enthaltungen nur deren 5 waren, liegt dann wohl daran, dass die Linken heimlich Kreuzchen auf Unionszettel gemacht haben?? Dass die Union sich jetzt an die Legende klammert, die zusätzlichen AfD-Stimmen seien von links gekommen, ist zwar verständlich, wird aber diesen desaströsen Haufen in Magdeburg auch nicht zusammenhalten und den Zerfall der Partei nicht aufhalten.

  • Daniel L

    Solange die cxU es nicht begreift, dass sie selber es ist, die die AfD als erste zerstören will, geht die Schussfahrt hinab für sie weiter in Sachen Glaubwürdigkeit & Zweifel an ihrer Demokratiefestigkeit.

    Was wir statt einer selbstkritischen Analyse durch Merz u.a. beobachten werden die nächsten Wochen bis zur MP-Wahl in Magdeburg, wird der Versuch der Union (und ihrer medialen Helfershelfer) sein, die "Schande von Magdeburg" mit der Lage in Berlin zussmmenzurühren und die SPD mit diesem Hebel unter Druck zu setzen ... Linke als Strohmann und auch um sie für Schwarz-blassrot im Bund gefügig zu halten bei den "Reformen" (letztere wie bisher geplant sozial völlig unausgewogen, einseitig die abhängig Beschäftigten belastend) .

    Die unlauteren Wortmeldungen aus dem cxU-Dunstkreis (gestern die durchaus einflussreiche Seralp Güler aus der Bundestagsfraktion o. vor Tagen durch die Kramp-Karrenbauer (ja, die gibt's noch mit Titel "Chefin Adenauer-Stiftung) auch in höherer Position, lassen erahnen, was kommen wird:

    Motto: "Du, SPD sei mal ganz still! Solange du in Berlin mit "Clankriminalität & Antisemitismus" kooperierst, dürfen wir (cxU) weiter mit AfD die Demokratie unterwandern!

    • Abdurchdiemitte

      @Daniel L:

      Exakt ins ‚Schwarze‘ getroffen!

  • Christoph

    Auf diese vier Personen passt mal das Wort "Volksverräter"!



    Denn die wahren Volksverräter sind jene, die diesen Ausdruck gegen alle Unterstützer einer freiheitlich demokratischen Grundordnung herausbrüllen, oder dieser Partei den Weg bereiten.



    Dafür kann ich nur Abscheu empfinden, zumal der Verdacht wohl nicht auszuräumen ist, das diese Stimmen aus der CDU kamen.

    • Suryo

      @ Christoph:

      Abgesehen davon, passt auf Leute wie Tillschneider mit ihrer Kriecherei vor dem Land, dass Deutschland am meisten bedroht, auch das Wort Landesverräter, zumindest im moralischen Sinne.

      Und nicht mal das scheint die CDU groß anzufechten. Warum wirft man nicht Leute, die einen Diener Russlands wählen, raus?

    • Müller Christian

      @ Christoph:

      Na ja, wenn man bösartig wäre könnte man vermuten dass die Stimmen auch aus einer anderen Partei kommen, um der CDU zu schaden und diese unter Druck zu setzen. Um Reaktion wie die Ihre gegenüber der CDU zu bekommen. Aber jetzt mal ehrlich: Wir beide wissen es nicht. Es können CDU Stimmen sein oder nicht. So sollte man es bewerten. Und nicht so was uns denken, vermuten oder wünschen.

      • Der olle Onn

        @Müller Christian:

        Was'n Glück, dass man nicht bösartig ist...



        Da gibt's nicht wirklich viele Zweifel. Die Gründe? Einfach mal ein kleines Stück weiter oben bei Tobias Holtmann und HRMe lesen. Oder die öffentlich gemachten Äußerungen von Harzer CDU-Granden der letzten Jahre googeln.

  • Zippism

    Die CDU zerreißt es doch längst an ihrer eigenen politischen Lage. Sie kann ihre konservativen Positionen nur noch in Koalitionen umsetzen, in denen sie auf Parteien links der Mitte angewiesen ist. Dass das bei Teilen ihrer Wählerschaft Frust auslöst, sollte niemanden überraschen.

    Wer CDU wählt, erwartet keine AfD-Kopie, aber eine klar erkennbare konservative Politik, etwa bei Migration, innerer Sicherheit, Wirtschaft und Staatsfinanzen. Gerade bei den Staatsfinanzen hat Merz selbst ein Paradebeispiel geliefert. Im Wahlkampf versprach er solide Finanzen und Ausgabenkürzungen. Neue Schulden sollten nicht die Lösung sein, stattdessen müsse der Staat seine Ausgaben korrigieren. Unmittelbar nach der Bundestagswahl trieb die Union dann gemeinsam mit der SPD ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und weitreichende Änderungen an den Schuldenregeln voran.

    Man kann den Wechsel dieser Wähler zur AfD für falsch halten. Die CDU kann die Verantwortung dafür nicht vollständig von sich weisen und so tun, als liege es allein an rechter Propaganda oder politischer Verführung. Sie muss sich fragen, warum sie einen Teil ihres eigenen konservativen Wählerpotenzials nicht mehr erreicht.

    • YeahYeah

      @Zippism:

      Genau so.

    • Bussard

      @Zippism:

      Ist die aktuelle Migrationspolitik denn immer noch nicht "konservativ" genug?

  • taz.manien

    "Die CDU ist nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt"

    Das hoffe ich doch, so wie die CDU Landesverbände herum lavieren. Die Union sollte langsam Farbe bekennen, auf welcher Seite sie nun stehen.

    Die meisten AfD Mitglieder kommen doch aus dem Fleisch der CDU, natürlich haben viele Mitglieder der Union Sympathien für Faschisten wie Höcke und co., die trauen sich das nur nicht laut zu sagen, der Unterschied zwischen den Mitgliedern der Union und der AfD ist doch nur, das viele bei der AfD kein Problem haben nach außen ohne Scham Dinge zu äußern die noch gestern als unsagbar galten, im Gegensatz zu den meisten Mitglieder in der Union, in der Union haben viele nur Angst vor den Konsequenzen wenn sie sich frei äußern würden. Die Gedanken in der Ideologie dahinter sind ziemlich gleich, wie heißt es so schön, die Union und die AfD haben sehr viele Schnittmengen miteinander, bestimmt auch bei den selbst unsagbaren Dingen.

    • Martin Herreiner

      @taz.manien:

      Wenn man sich snschaut woher die Neuwähler der AfD bei der Letzten Bundestagswahl kommen dan stammen 2 Mio. aus dem Lager der Nichtwähler, 0,8 Mio von der CDU/CSU, 0,75 Mio von der FDP sowie 0,63 Mio von der SPD sowie 0,1 Mio von der Linken... Schaut man sich dazu an wie die Sitzverteilung im alten Bundestag war ist relativ betrachtet deutlich mehr von der SPD und FDP zur AFD gewandert. So schön auch die Geschte klingen mag, dass ja nahezu alle in der CDU/CSU verkappte Nazis sind klingen mag so falsch ist es schlichtweg.

  • amigo

    Die Wahl eines AfD-Politikers an die Spitze des Landtags – ermöglicht durch Stimmen aus der Union – markiert das offizielle Ende der parlamentarischen Anständigkeit. Wer in der CDU glaubt, man könne rechtsextreme Akteure „einbinden“ oder durch taktisches Wegducken bändigen, leidet an gefährlicher Realitätsverweigerung.



    ​Die Union wird in dieser fatalen Umklammerung nicht als Sieger hervorgehen, sondern politisch und moralisch aufgesaugt. Wenn Abgeordnete der christdemokratischen Mitte als parlamentarische Mehrheitsbeschaffer für völkische Mandatsträger herhalten, verkommt die eigene Programmatik zur hohlen Floskel. Die AfD muss die CDU gar nicht mehr bekämpfen – die Union liefert sich ihren Widersachern freiwillig aus, schluckt deren Agenden Stück für Stück und macht sich zum Juniorpartner rechtsextremer Strategien.



    ​Wer nicht endlich klar Kante zeigt, wird zwischen Opportunismus und ideologischer Kapitulation zerrieben. Die Vergewisserung, wo die CDU steht, kommt nicht mehr zu spät – sie ist längst überfällig.

  • Martin Rees

    "Vermutlich wird man nie erfahren, wer die vier Fragezeichen waren."



    Eigentlich waren das Ausrufezeichen!



    Vielleicht sollte die Union im Rahmen der inneren Neuaufstellung nach den jüngeren Wahlschlappen auch über das ramponierte Image nachdenken, was die Werte und ihre robuste Verteidigung gegen die Libertären und den erstarkenden Autoritarismus angeht.



    www.blaetter.de/au...aer-und-autoritaer

  • Don Geraldo

    In Mecklenburg-Vorpommern ist die CDU doch schon in den Abgrund gestürzt.



    Dabei hat sie dort nie einen Zweifel daran gelassen, daß sie mit der AfD nichts zu tun haben will. Ganz im Gegenteil, sie hat sich im Wahlkampf unverhohlen als Mehrheitsbeschaffer für die Regierung Schwesig angeboten.



    Es war dort also schon vor der Wahl klar, daß es mit der CDU keinen Wechsel an der Regierung geben wird.



    Aber für die gleiche Politik standen schon SPD, Linke und Grüne bereit. Warum also sollten Wähler für ein "Weiter so" die CDU wählen, sie hatten doch genügend andere Parteien zur Auswahl ?

    Für den Wechsel stand nur die AfD, und wer den Wechsel wollte, mußte diese wählen.

    Die verbliebenen CDU-Wähler machten ihr Kreuz altersbedingt nur noch aus Gewohnheit. Aber das reicht nicht mal mehr für die 5-Prozent-Hürde.



    Wenn die CDU überleben will, muss sie sich von den Parteien links von ihr abgrenzen statt diesen zu Mehrheiten zu verhelfen.

    • nihilist

      @Don Geraldo:

      Dann bekommen die Konservativen in Mecklenburg, die den Wechsel wollen, nun eben statt dessen Rotrotgrün.

    • Encantado

      @Don Geraldo:

      "Wenn die CDU überleben will, muss sie sich von den Parteien links von ihr abgrenzen..."



      Seit Jahren wird eben deswegen in der Migrationspolitik der AfD hinterhergelaufen. Und was hat's gebracht?



      So ganz schlüssig scheint mir Ihre Empfehlung auch nicht.