Olympia Tag 2 – Der lange Nachmittag

Es regnet die erste britische Medaille

Die Britin Elizabeth Armitstead sichert radfahrend dem Gastgeberland die erste Medaille. Und die Tennisspielerin Julia Görges schafft rasenmähend eine kleine Sensation.

Silberner Sonnenschein nach einem Rennen im strömenden Regen: Elizabeth Armitstead.   Bild: dpa

Wettkampf des langen Nachmittags: Was den britischen Männern auf Londons Verkehrsadern am Samstag verwehrt blieb, schaffen die radelnden Damen des Empires. Elizabeth Armitstead holt im Straßenrennen die erste Medaille für das Königreich – im strömenden Regen auf der Prachtstraße The Mall. Armitstead kann sich als Zweite einer Ausreißergruppe am Ende fröhlich die Silbermedailleumhängen lassen.

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Gold geht an die favorisierte Niederländerin Marianne Vos, Bronze sichert sich die Russin Olga Sabelinskaja. Das Trio hat sich auf dem letzten Drittel der 140 Kilometer langen Strecke erfolgreich vom Feld abgesetzt. Die Deutsche Sprinterin Ina-Yoko Teutenberg fährt als Vierte an der Spitze des Pelotons über die Ziellinie und findet das ziemlich „doof“. 

Die Athletin des langen Nachmittags: Die Tennisspielerin Julia Görges besiegt nach einem beherzten Kampf über drei Sätze (7:5, 6:7, 6:4) die Weltranglisten-Zweite Agniezka Radwanska aus Polen. Vorab galt die Deutsche bereits als chancenlos gegen die haushohe Favoritin Radwanska.

Der Fehlstart des langen Nachmittags: Mit der Bestplatzierung in der Weltrangliste geht Säbelfechter Nikolas Limbach in den olympischen Wettkampf. Er gilt als sicherer deutscher Medaillenkandidat und scheitert, trotz makelosen Ausscheidungskämpfen, im Viertelfinale am Russen Nikolai Kowalew.

Wer noch?

Schießen, Skeet (Frauen): Gold: Kimberly Rhode (USA) | Silber: Wei Ning (China) | Bronze: Danka Bartekova (Slowakei)

Judo bis 66 Kilo (Männer) Gold: Lascha Schawdatuaschwili (Georgien) | Silber: Miklos Ungvari (Ungarn) | Bronze: Masashi Ebinuma (Japan) und Jun-Ho Cho (Südkorea)

Judo bis 52 Kilo (Frauen): Gold: Kum Ae An (Nordkorea) | Silber: Yanet Bermoy (Kuba) | Bronze: Priscilla Gneto (Frankreich) und Rosalba Forciniti (Italien)

Synchronspringen, 3 Meter (Frauen): Gold: Wu Minxia/He Zi (China) |  Silber: Abigail Johnston/Kelci Bryant (USA) | Bronze: Emilie Heymans/Jennifer Abel (Kanada)

Gewichtheben, Bantamgewicht (bis 53 Kilo) (Frauen): Gold: Sulfija Tschinschanlo (Kasachstan) mit 131 kg im Reißen (Weltrekord) | Silber: Shu-Ching Hsu (Taipeh) | Bronze: Cristina Iovu (Moldawien)

Straßenradrennen (Frauen): Gold: Marianne Vos (Niederlande) | Silber: Elizabeth Armitstead (Großbritannien) Bronze: Olga Sabelinskaja (Russland) 

Was noch?

Am zweiten olympischen Tag gibt es auch gleich den zweiten Dopingfall. Die usbekische Kunstturnerin Luisa Galiulina wird positiv getestet und vorerst von den Spielen ausgeschlossen. Bei ihr wird das verbotene Mittel Furosemid (ein Diuretikum, also ein harntreibendes Medikament, das die eigentlichen Dopingpräparate verschleiert) nachgewiesen. Galiulina pocht nun auf die Öffnung der B-Probe. 

Die Sprinterin Tameka Williams vom Karibikstaat St. Kitts und Nevis wird von ihrem Verband vorsorglich „zum Schutz der Athletin“ nach Hause geschickt. Sie hat zugegeben, eine nicht näher genannte verbotene Substanz eingenommen zu haben. Einen positiven Doping-Test hat es allerdings nicht gegeben.

Der deutsche Hockeyspieler Philipp Zeller kann endlich wieder gut schlafen. Zuvor hatte er per Twitter mitgeteilt, dass ihm die Matratze im olympischen Dorf Schwierigkeiten bereitet hätte, weil sie mit der falschen Seite auf dem Bett auflag.  Also wendete Zeller fix das elementare Schlafutensil und kann jetzt wieder in Ruhe schnarchen – cleveres Kerlchen. 

Turner Marcel Nguyen hat – aufgrund der strengen IOC-Vorschriften – Stress wegen eines Tattoos auf der Brust. Dort prangt der Schriftzug „Pain ist temporary, pride is forever“ (Die Qualen gehen vorüber, der Ruhm ist für immer). Dummerweise lugt die pathetische Formel auch unter seinem Turndress hervor. Also musst der Barren-Spezialist „ein wenig körperfarbene Kosmetik“ draufschmieren und nachpudern. Aber auch noch Tattoo läuft es am ersten Tag des Teammehrkampfs gut bei ihm.

Das Dreamteam aus den USA gewinnt sein Auftaktspiel. Die Basketball-Profis aus der NBA um Lebron James und Kobe Bryant besiegen Frankreich mit 98:71.

Die deutschen Volleyballer hingegen verlieren hr Auftaktspiel mit 0:3 gegen Russland.

 

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29. 07. 2012

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